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Beziehung mit Soldaten – Trennung und Scheidung

Menschen trennen sich aufgrund unterschiedlichster Gründe. Manche trennen sich, weil die Liebe fehlt, andere wiederum können einen Seitensprung nicht verzeihen. Es gibt aber auch außergewöhnliche Gründe, die zu einer Trennung beisteuern können. Einer dieser Gründe ist, wenn Sie eine Beziehung mit einem Soldaten führen. Außergewöhnlich hierbei ist, dass es wahrscheinlich nicht viele Menschen in Ihrem Bekanntenkreis gibt, die von einer solchen Situation betroffen sind. Und während es online jede Menge Literatur zu anderen Trennungsgründen gibt, ist in diesem Falle Hilfe nicht so greifbar. Obwohl viele selbst schon mit einem Soldaten liiert waren (schließlich galt die Wehrpflicht bis 2011), ist das Zusammenleben mit einem Menschen, der sein Leben dem Bund gewidmet hat, eine ganz andere Angelegenheit. Vor allem, wenn es um das Thema Auslandseinsatz geht.

Rund 25.000 Familienangehörige von Soldaten sind zu Hause und bangen stündlich um das Leben ihres geliebten Menschen. Die Sorgen, welche hierdurch entstehen, können nicht alle so leicht verkraften. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Beziehungen mit Soldaten in die Brüche gehen. Im unten stehenden Artikel sind einige Gedanken verfasst, die Familien betreffen, in welcher der Mann ein Soldat ist.

Das Wichtigste über Scheidung und Trennung von Soldaten für Sie:

  • Die räumliche Distanz stellt die Beziehung mit einem Soldaten oft auf die Probe, sowohl während der normalen Dienstzeit als auch im Besonderen während Auslandseinsätzen.
  • Grundsätzlich sind Beziehungen harmonischer, wenn beide Partner gleiche Vorstellungen im Bezug auf wichtige moralische Fragen haben. Ist dies nicht der Fall, können Konflikte auf Dauer zu einer Trennung führen.
  • Die Frage, ob ein Kind zu bekommen sinnvoll ist, ist in einer Soldaten-Familie weitaus pikanter als in einer normalen Familie.
  • Schon vor der Abreise zu einem Auslandseinsatz beginnt eine sorgenvolle Zeit, welche die Beziehung belasten kann.
  • Ein Einsatz des Soldaten im Ausland stellt das komplette Familienleben auf den Kopf. Vor allem die ständige Angst um das Leben des Partners bestimmt den Alltag zu Hause.
  • Nicht selten kommt es, aufgrund der Sorgen um das Leben des Soldaten, zu stressbedingten Krankheitssymptomen.
  • Wenn der Partner über längere Zeit im Ausland ist, kommt es manchmal zu einem Gefühl der Entfremdung, welches der Distanz geschuldet ist.
  • Ist der Partner von einem Einsatz im Krisengebiet zurück, hat dieser sich aufgrund der einschneidenden Erlebnisse oft vollkommen verändert. Auch das kann dazu beitragen, dass die Beziehung ins Wanken gerät.
  • Traumatische Erlebnisse können einen tiefen emotionalen Schockzustand bei einem Soldaten auslösen, dessen Behandlung dringend durch professionelle Hilfe erfolgen sollte.
  • Eine Trennung ist vor allem dann wahrscheinlich, wenn die Beziehung schon im vorher nicht gut gelaufen ist und das soziale Netzwerk fehlt.
  • Eine stabile Beziehung hält auch eine solche Belastung durch, vor allem, wenn von allen Seiten Unterstützung geboten wird.
  • Eine Trennung mag zu einer schlechten Zeit kommen, aber wenn diese für Sie der richtige Schritt ist, sollten Sie sich nicht von Gewissensbissen aufhalten lassen.

Beziehung mit Soldaten

Wenn der Partner über längere Zeit im Ausland ist, kommt es manchmal zu einem Gefühl der Entfremdung, welches der Distanz geschuldet ist.

Wenn der Partner über längere Zeit im Ausland ist, kommt es manchmal zu einem Gefühl der Entfremdung, welches der Distanz geschuldet ist.

Wer eine Beziehung mit Soldaten führt, muss einige Dinge in Kauf nehmen. Ähnlich wie in einer Fernbeziehung sind Soldaten oft nicht zu Hause, denn diese leben zumeist unter der Woche in der Kaserne. Das bedeutet, dass der Alltag unter der Woche ganz alleine bewältigt werden muss. Neben dem Haushalt, müssen eventuelle auch Kinder alleine betreut und gleichzeitig der eigene Beruf weiter ausgeübt werden. Das ist eine hohe Belastung und kommt dem Leben eines Alleinerziehenden gleich. Selbstverständlich gibt es auch andere Fälle, in denen die Familie nahe genug am Arbeitsort wohnt und sich das Leben gar nicht von dem anderer unterscheidet. Aber auch wenn der Einsatzort in der Nähe liegt, kann dieser je nach Laufbahn nicht immer stabil bleiben. Offiziere werden im Schnitt alle zwei Jahre versetzt. Das heißt, dass die Familie entweder umziehen muss oder eine Fernbeziehung führt.

Für den Partner zu Hause ist eine Fernbeziehung eine große Belastung, denn unter einer Fernbeziehung leiden auch Freundschaften. Denn das Wochenende bleibt für den Partner reserviert. Gerade dann, wenn andere nicht arbeiten und Zeit für gemeinsame Freizeit haben.

Nicht übereinstimmende Überzeugungen

Zu der Tatsache, dass Entfernung und Umzüge eine Rolle im Leben einer Soldatenfamilie spielen, kann hinzukommen, dass die Kerngedanken beider Partner im Bezug auf wichtige Themen vollkommen auseinandergehen. Vor allem was das Thema Pazifismus anbelangt oder auch die Sinnhaftigkeit von Krieg im Allgemeinen. Auch wenn die Bundeswehr heutzutage weitaus andere Aufgaben als nur Kriegseinsätze hat, kann nicht bestritten werden, dass ein Soldat eines Tages in der Lage sein muss, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen. Die Frage, ob dies moralisch vertretbar ist, muss sich jeder selbst beantworten. Wenn aber die Meinung innerhalb der Partnerschaft zu diesem Thema auseinandergeht, ist es sicherlich nicht einfach, über lange Zeit diesem Konfliktthema auszuweichen. Gemeinsame Moralvorstellungen sind bei Grundsatzfragen ein wichtiger Faktor für eine harmonische Beziehung. Allzu leicht stellt sich hier die Frage, ob eine Beziehung auf Dauer wirklich sinnvoll ist. Unter Anbetracht der oben genannten Umstände ist es nicht verwunderlich, wenn eine Familienplanung zunächst einmal kritisch betrachtet wird.

Probleme bei der Familiengründung

Wer mit einem Soldaten zusammen lebt, wird sich irgendwann einmal die Frage stellen, ob gemeinsame Kinder eine Option sind. Wie bereits oben erwähnt, ist die Beziehung mit Soldaten durch Abwesenheit geprägt. Man ist also unter der Woche alleinerziehend. Selbstverständlich ist die Situation nicht ganz vergleichbar, denn es fehlt sicher nicht an Unterstützung. Aber diese kommt aus der Entfernung und oft sind es die kleinen Dinge im Alltag, die man gerne mit dem Partner austauschen möchte. Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude. Wenn das Kind zum ersten Mal Laufen lernt oder die ersten Worte spricht, wünscht man sich, dass der Partner diese miterleben kann. Kinderkrankheiten lassen sich leichter zu zweit ertragen. Auch wenn das Telefon nicht weit ist – eine Beziehung stellen sich die meisten anders vor.

Die Tatsache, dass unter Umständen häufig umgezogen werden muss, ist ein weiterer Grund, der in Erwägung gezogen werden sollte. Kinder brauchen Wurzeln. Für diese ist es wichtig, dass sie Freundschaften aufbauen können und nicht ständig von vorne anfangen müssen. Diese ständige Entwurzelung können Kinder meist schwer verarbeiten.

Nicht zuletzt steht immer im Raum, ob eines Tages ein Auslandsaufenthalt ansteht. Was ist, wenn der Familienvater in den Krieg zieht? Und noch schlimmer: Was ist, wenn er nicht mehr zurück kommt? Diese Fragen werden sich unwillkürlich aufdrängen und eine Familiengründung eventuell sogar verhindern. Denn ein Auslandseinsatz ist für die ganze Familie eine außergewöhnlich hohe Belastung.

Die Abwesenheit beginnt schon vor der Abreise

Sobald die Nachricht kommt, dass ein Einsatz bevorsteht, verändert sich das gemeinsame Leben merklich. Es kann sich wie ein Schatten anfühlen, der sich über die Beziehung legt. Beide sind mit den Gedanken in der gefahrbringenden Zukunft gefangen. Ein über lange Zeit andauernder Abschied beginnt. Vielleicht ist dieser Zustand vergleichbar mit dem Erhalt einer Diagnose über eine schwere Krankheit. Man weiß nicht, ob man den Menschen verlieren wird. Es ist, je nach Einsatzgebiet auch nicht ausgeschlossen, dass der Partner verunglückt. Deshalb beginnt mit dem Eintreffen des Bescheides eine ungewisse Zeit des Bangens, die erst wieder endet, wenn der Soldat wieder gesund nach Hause kommt.

Auslandseinsatz und Fernbeziehung: Die Angst um das Leben des Liebsten

Es ist schwer nachvollziehbar, was Familien erleiden, wenn der Vater im Kriegseinsatz im Ausland ist. Mehrere Monate von zu Hause entfernt, ständig der Gefahr ausgesetzt, das eigene Leben zu verlieren oder zumindest schwer verletzt zurückzukehren. Die Sorgen um den geliebten Menschen lassen sich nicht einfach abstellen. Nachrichten werden mit ganz anderen Augen verfolgt. Gibt es Anschläge, Angriffe oder Einsätze? Das Radio läuft unter Umständen 24 Stunden im Hintergrund - die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen, ist einfach zu groß. Dazu kommt die Zeitverschiebung. Was ist, wenn der Liebste nachts versucht, anzurufen, weil ein gefährlicher Einsatz bevorsteht?

Aber nicht nur die ständige Angst ist purer Stress für die Daheimgebliebenen. Auch die eigenen Sorgen können oft nicht mitgeteilt werden. Es ist nicht so einfach möglich, mal kurz anzurufen. Kontakte müssen abgesprochen und geplant werden. Und wenn diese stattfinden, kommt man sich als Partner vielleicht dumm vor, von den eigenen kleinen Problemen zu sprechen, während der sich im Krieg Befindende mit ganz anderen Dimensionen beschäftigt ist.

Auch besondere Augenblicke können nicht geteilt werden. Es kann sein, dass der Einsatz um die Feiertage herum stattfindet. Mit den Kindern allein unter dem Weihnachtsbaum zu sitzen ist sicherlich schwer. Dabei zusätzliche Ängste durchzustehen, macht dies nicht einfacher.

Folgen der Belastung für die Familie

Ein Einsatz des Soldaten im Ausland stellt das komplette Familienleben auf den Kopf. Vor allem die ständige Angst um das Leben des Partners bestimmt den Alltag zu Hause.

Ein Einsatz des Soldaten im Ausland stellt das komplette Familienleben auf den Kopf. Vor allem die ständige Angst um das Leben des Partners bestimmt den Alltag zu Hause.

Die ständige Angst um den Ehemann oder Vater ist eine so hohe Belastung, dass es nicht selten ist, dass psychosomatische Symptome auftreten. Schlaflosigkeit, nervöse Unruhe, Konzentrationsstörungen. All das kann durch einen Kriegseinsatz ausgelöst werden. Was nicht verwunderlich ist. Schließlich muss auch der Körper die dauerhafte Furcht aushalten. Auch auf Kinder wirkt sich diese Angst aus. Auch wenn diese noch klein sind und vom Verstand her noch nicht in der Lage, die Situation zu erfassen, spüren sie doch instinktiv die Gefühle der Erwachsenen und leiden mit diesen mit. Alle, Familie und Freunde, sind betroffen. Das Leben aller Beteiligten verändert sich für diese Zeit. Sie werden sich oft in der Situation befinden, Auskünfte geben und Fragen zum Wohlergehen des Partners beantworten zu müssen. Somit ist die Situation allgegenwärtig. Der Körper reagiert entsprechend. Wichtig ist, dass Kontakte zu Menschen, die Verständnis zeigen und zuhören, gesucht. Auch der Hausarzt kann mit Rat und Tat zur Seite stehen und eventuell einen Therapeuten empfehlen, der Sie in dieser Situation begleitet. Auch Entspannungsübungen helfen beim Abschalten. Mit der Zeit wird sich wahrscheinlich auch der Alltag zurückmelden, der Ihnen etwas Ablenkung verschafft.

Das Leben geht zu Hause weiter

Ist der Partner weg, bleibt eine Lücke bestehen. Trotzdem geht das Leben weiter. Die Welt hört nicht auf, sich zu drehen. Sie selbst werden zur Arbeit gehen und versuchen den Alltag allein zu meistern. Wahrscheinlich überbrücken Sie die Zeit zwischen den heiß ersehnten Anrufen mit angstvollem Warten. Das ganze Spektrum der Gefühle ist aber schwierig über ein Telefon zu übermitteln. Es fehlt der Körperkontakt, der Austausch von Zärtlichkeit und wirkliche Nähe. Was steht der Partner im Krisengebiet überhaupt durch? Wie kann dies nachvollzogen werden? Für manche Dinge gibt es keine Worte. Unausgesprochenes und die unerträgliche Distanz kann dazu beitragen, dass sich Schritt für Schritt eine Befremdlichkeit einschleicht. Die Stimme des Partners hört sich plötzlich anders an. Man hat das Gefühl, sich nicht wirklich zu kennen. Wer ist dieser Mensch am anderen Ende der Leitung? Man würde vielleicht den Andern gern in die Arme schließen und alle Sorgen vergessen - stattdessen hat man den Hörer in der Hand und lauscht der Stille nach, wenn das Gespräch beendet ist. Diese und andere Fragen werden auch dann noch bestehen, wenn der Partner wieder zurück kommt.

Er ist zurück als ein anderer Mensch

Voller Anspannung am Flughafen stehen um den Partner endlich wieder in die Arme zu schließen - wahrscheinlich hat sich dieses Wiedersehen gedanklich bei beiden Partnern schon tausendmal abgespielt. Die Erwartungen sind groß. Das Paar will wieder dort weitermachen, wo es aufgehört hat. Aber wie immer im Leben führen hohe Erwartungen dazu, dass man meist enttäuscht wird. Es ist beinahe unmöglich, dass ein Mensch nach einem Kriegseinsatz unverändert zurückkommt. Auch wenn es keine traumatischen Ereignisse gab, so haben doch die fremde Kultur, die Bedingungen des Aufenthaltes und die ständige Angst sicher Spuren hinterlassen. Es erscheint eventuell so, als sprächen Sie zwei unterschiedliche Sprachen. Tatsächlich kann man sagen, dass Sie beide fast zwei unterschiedliche Planeten bewohnt haben. Es kann eine ganze Weile dauern, bis die anfängliche Befangenheit verschwunden ist. Wenn sich die ursprüngliche Vertrautheit wieder eingependelt hat, werden Ihnen unter Umständen die Auswirkungen bewusst, die ein Krieg auf einen Menschen haben kann.

Der Umgang mit traumatischen Erfahrungen

Ereignisse, die während eines Krieges durchlebt werden, sind ungefragt solche, die ein „Vorher und Nachher“ markieren. Denn was ist, wenn der Mensch Ihnen gegenüber dazu gezwungen war, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen? Oder dabei zusehen musste, wie Kameraden verwundet werden und sterben? Die allgegenwärtige Bedrohung durch den Tod kann zu immensen traumatischen Erfahrungen führen, die das ganze Leben belasten. Oft können aus dem Krieg Wiederkehrende keine Worte finden, für das, was sie erlebt haben. Der Schock sitzt einfach zu tief. Während die Familie sich über den Heimgekehrten freut, Fragen stellt und alle Einzelheiten wissen möchte, kann es sein, das dieser am liebsten allein sein möchte. Letztendlich wird nur eine Therapie, die auf Traumerfahrungen ausgerichtet ist, helfen können. Auch Sie, als liebevoller Partner können diese emotionalen Wunden nicht heilen. Sie können beistehen und Unterstützung signalisieren, aber Sie können nicht wirklich helfen. Nicht in dem Ausmaß, wie Hilfe von Nöten ist. Manche stehen dieser Tatsache verzweifelt gegenüber, woran auch die Beziehung scheitern kann.

Faktoren, die eine Trennung wahrscheinlich machen

Partnerschaften, die bereits vor der Abfahrt des Partners kriseln, haben weniger gute Chancen darauf, nach der Rückkehr auf Dauer Bestand zu haben. Wie bereits oben erwähnt, ist die Kommunikation auf Distanz schwierig. Das gilt vermehrt dann, wenn es Konflikte in der Partnerschaft gibt. Wie sollen diese telefonisch gelöst werden, wenn der Soldat im Einsatz weitaus andere Probleme hat. Auch wenn zu Hause kein gut funktionierendes soziales Netzwerk besteht, das in der beschwerlichen Zeit unterstützen kann, ist die Beziehung in Gefahr. Denn wer Niemanden hat, um Probleme zu besprechen und Sorgen zu teilen, ist mit den eigenen Gedanken allein. Familie und Freunde sind wichtig, damit andere Blickwinkel zugelassen werden können. Auch Trost spenden hilft, weniger grimmig mit der Abwesenheit des Partners umzugehen. Der Tatsache geschuldet, dass Soldatenfamilien oft umziehen und eben Wochenende meist im Familienkreis verbringen, sind solche soziale Netze meist schon vor der Abfahrt nicht vorhanden. Gerade dann, wenn während der Abwesenheit unvorhergesehene Ereignisse wie Krankheiten oder Probleme mit den Kindern eintreten, haben die Zuhausegebliebenen oft einfach keine Kraft mehr. Die Frage, ob sich ein Zusammenbleiben lohnt, beantworten diese sich mit einem deutlichen Nein. Das kann Niemandem verübelt werden, denn die doppelte Belastung auf allen Ebenen zehrt zu sehr am Nervenkostüm. Aber es gibt auch genügend Beispiele, wo eine Partnerschaft auch diese Proben besteht.

Wie eine Beziehung mit Soldaten gelingen kann

Ein wichtiger Faktor, für das Weiterbestehen der Partnerschaft ist die Festigkeit der Beziehung, unter anderem die Dauer und die Tiefe der Liebe. Je mehr die Beziehung bereits ausgehalten hat, desto besser können beide Partner mit einer weiteren Belastungsprobe umgehen. Denn Krisen schweißen zusammen. Zudem ist die Vertrautheit zwischen beiden Partnern über viele Jahre gewachsen, was auch zur Folge hat, dass die Kommunikation viel eingespielter ist. Das wiederum hilft, die Distanz und fehlende Körperlichkeit auszugleichen.

Auch andere Familienangehörige, abgesehen der eigenen Kinder, können unterstützend wirken. Vor allem dann, wenn es in einer Familie weitere Soldaten gibt. Ist der eigene Vater selbst Soldat, kann dieser ganz anderen Trost spenden und hilfreiche Informationen liefern. Hinzu kommen die Erfahrungen, die man als Kind gemacht hat, wenn der Vater eventuell selbst im Einsatz war. Es gehört dann gewissermaßen zur Normalität und die Unterstützung in solchen Familien ist groß.

Expertentipp:

Die Bundeswehr hat diese Gedanken aufgegriffen und bietet mittlerweile eine eigene Beratung für Familien, die Angehörige in Krisengebieten haben, an. Die Familienbetreuungsorganisation (FBO) der Bundeswehr steht ganz gezielt Familien, die sich in dieser speziellen Lage befinden, bei.

Was tun? Trennen oder zusammen bleiben?

Ist der Mann wieder zu Hause, die Beziehung aber bereits in der Auflösung, stellen Sie sich vielleicht die Frage, ob eine Trennung jetzt fair wäre. Jetzt, da Ihr Mann gerade erst aus einem Krieg heimgekehrt ist. Jetzt, da er Sie am meisten braucht. Können Sie diesem Menschen einen weiteren Schicksalsschlag zumuten? Schwierige Frage. Wahrscheinlich sollten Sie diese mit Personen weiter erörtern, die Ihnen wichtig sind und deren Urteil Sie vertrauen. Auch die Familienbetreuungs-organisation (FBO) der Bundeswehr kann Ihnen sicherlich zur Seite stehen.

Während es grundsätzlich schön ist, wenn sich Menschen in Notlagen unterstützen, muss andererseits auch gesagt werden, dass jeder Mensch für das eigene Tun selbst verantwortlich ist. Ihr Partner hat sich bewusst den Gefahren ausgesetzt, die ein Krieg mit sich bringt und es ist nicht gerecht, dass Sie Ihr Leben deswegen aufgeben und Ihre Chance auf eigenes Glück mit einem anderen Menschen vergeuden. Beide Seiten sind verständlich und eine Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen. Deshalb ist es wirklich am besten, wenn Sie sich Rat suchen und ganz tief in sich hineinhorchen. Wenn Sie keine Liebe mehr verspüren, aus welchen Gründen auch immer, kann kein Mensch Sie dazu zwingen, bei Ihrem Partner zu bleiben. Sollte in Ihrem Innern aber noch eine Flamme brennen, wäre es vielleicht schade, wenn Sie den Menschen verlassen, den Sie eigentlich lieben. Doch auch die Liebe ist nicht endlos strapazierfähig. An erster Stelle sollten immer Sie selbst stehen. Ihr Wohl, sowie das Ihrer Kinder, gilt es zu beschützen. Das wird auch Ihr Mann verstehen.

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