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Die verschiedenen Möglichkeiten zur Erstellung eines Unterhaltstitels

Es gibt vier Möglichkeiten einen Unterhaltstitel zu schaffen:

Erstellung einer Jugendamtsurkunde

Diese Variante stellt den einfachsten und preisgünstigsten Weg dar. Eine Jugendamtsurkunde ist beim örtlichen Jugendamt zu erstellen. Die Erstellung einer Jugendamtsurkunde kostet nichts. In der Jugendamtsurkunde verpflichtet sich der zahlende Elternteil einen nach seinen Einkommensverhältnissen vorher festgelegten Kindesunterhalt für minderjährige Kinder und volljährige Kinder bis 21 Jahren zu zahlen.

Notarielle Urkunde

Der zur Zahlung des Kindesunterhalts verpflichtete Ehegatte kann auch beim Notar eine notarielle Urkunde erstellen lassen. Diese Möglichkeit ist relativ preisgünstig, da nur die Kosten des Notars bezahlt werden müssen.

Urteil als Unterhaltstitel

Wenn der zahlungspflichtige Elternteil nicht bereit ist freiwillig eine Urkunde erstellen zu lassen, mit der vollstreckt werden kann, so gibt es die Möglichkeit den Unterhaltstitel vor Gericht zu erstreiten. Das Gerichtsurteil hat genau die gleiche Wirkung wie die Jugendamtsurkunde und die notarielle Urkunde. Allerdings ist das Urteil, welches auf Zahlung von Kindesunterhalt gerichtet ist, wesentlich teurer als eine notarielle Urkunde. Der Unterhalt zahlende Ehegatte muss häufig nicht nur das Gericht, sondern auch seinen Rechtsanwalt sowie den Rechtsanwalt seinen getrennt lebenden Ehegatten bezahlen. Wenn vor Gericht keine Einigung erzielt werden kann, kommt es zu einem Urteil. Wenn ein Urteil ergeht, muss mehr an das Gericht gezahlt werden, als wenn man sich gütlich einig

Vergleich als Unterhaltstitel

Bei einem Vergleich gibt es die Möglichkeit, dass dieser entweder vor dem Gericht oder durch Rechtsanwälte (Anwaltsvergleich) geschlossen wird.

Ein gerichtlicher Vergleich kommt dann zustande, wenn der zahlungspflichtige Elternteil nicht freiwillig bereit ist, eine vollstreckbare Urkunde erstellen zu lassen. Vor Gericht kommt mit Hilfe des Richters dann doch eine Einigung zwischen den Elternteilen zustande. Wenn es zu einem gerichtlichen Vergleich kommt, muss der zahlungspflichtige Elternteil zwar weniger Kosten an das Gericht selbst zahlen. Allerdings erhöhen sich durch den Vergleichsschluss die Kosten für die beiden Rechtsanwälte.

Ein Anwaltsvergleich kann dann geschlossen werden, wenn beide Elternteile einen Rechtsanwalt beauftragen, welche den zu zahlenden Kindesunterhalt aushandeln. Beide Elternteile müssen den Vergleich unterschreiben. Der zahlungspflichtige Elternteil muss sich der sofortigen Zwangsvollstreckung für den Fall unterwerfen, dass er nicht zahlt. Der so geschaffene Anwaltsvergleich wird dann beim Gericht oder einem Notar niedergelegt und für vollstreckbar erklärt. Kosten entstehen hierbei für die beteiligten Rechtsanwälte und das Gericht bzw. den Notar, wo der Anwaltsvergleich verwahrt wird.

Expertentipp:

Am billigsten und einfachsten für alle Beteiligten ist es, wenn sich der zahlungspflichtige Elternteil entschließt, eine Jugendamtsurkunde errichten zu lassen. Rechtsanwälte, die den zahlungspflichtigen Elternteil vertreten, werden häufig von dieser Variante abraten, da sie selbst durch die Erstellung einer Jugendamtsurkunde nichts verdienen

Zudem ist die Erstellung einer Jugendamtsurkunde oft der schnellste Weg an einen Titel zu kommen. Das Erstreiten eines Gerichtsurteil oder gerichtlichen Vergleichs braucht in aller Regel mehrere Monate. Wenn dann ein Titel da ist, muss der zahlungspflichtige Elternteil zwar den gesamten Unterhalt nachzahlen. Ob er hierzu in der Lage ist, ist noch eine andere Frage.

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