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Können meine Stiefkinder ebenfalls meinen Namen bekommen?

Nach einer Scheidung kommen die Eltern nach einiger Zeit meist wieder mit neuen Partnern zusammen. Wenn der Elternteil, bei dem sich das Kind aufhält dann nach einiger Zeit erneut heiratet, stellt sich die Frage, ob die Kinder, die in dem Haushalt leben, nicht auch den neuen Familiennamen bekommen können.

In Zeiten der Patchwork-Familie hat man häufig ein Ehepaar, welches zwar einen gemeinsamen Namen hat. Die Kinder, der jeweiligen Ehegatten, aus den Beziehungen und Ehen davor, haben jedoch meist andere Namen.

Voraussetzung für einen Namenswechsel beim Kind, wenn ein Elternteil heiratet

Wenn der Elternteil, bei dem sich das betreffende Kind maßgeblich aufhält, wieder heiratet, kann das Kind unter Umständen den neuen Ehenamen als Familiennamen bekommen.

Hierzu müssen allerdings folgende Umstände vorliegen:

  • Der sorgeberechtigte Elternteil muss erklären, dass das Kind in Zukunft den neuen Ehenamen als Familiennamen führen soll.
  • Der neue Ehegatte des Elternteils muss ebenfalls erklären, dass das Kind in Zukunft den einen Ehenamen als Familiennamen führen soll.
  • Die neuen Ehegatten müssen einen gemeinsamen Familiennamen führen.
  • Das Kind muss in einem gemeinsamen Haushalts mit dem Elternteil und seinem neuen Ehegatten leben.
  • Wenn der andere Elternteil des Kindes entweder mitsorgeberechtigt ist oder das Kind seinen Namen trägt, muss dieser Elternteil ebenfalls zustimmen. Wenn der Aufenthalt des anderen Elternteils nicht bekannt ist, so kann trotzdem auf dessen Einverständnis nicht verzichtet werden. Nach dem Tod des anderen Elternteils entfällt dieses Zustimmungserfordernis, so dass eine Umbenennung auch ohne die Zustimmung erfolgen kann.
  • Wenn der andere Elternteil der Umbenennung des Kindes nicht zustimmt oder dieser nicht zu finden ist, kann die Einwilligung durch das Familiengericht ersetzt werden. Demnach kann die Einwilligung ersetzt werden, wenn die Umbenennung zum Wohle des Kindes erforderlich ist. Eine Umbenennung dient dann dem Wohle des Kindes, wenn ohne die Änderung des Namens konkret zu erwartende Schäden für das Kind zu befürchten sind. Dabei muss immer berücksichtigt werden, dass es heute nicht mehr ungewöhnlich ist, wenn die Namen von Eltern und Kindern auseinanderfallen.
  • Wenn das Kind über 5 Jahre alt ist, muss das Kind auch noch der Änderung seines Namens zustimmen. Bis zum Alter von 14. Jahren kann diese Zustimmung durch den sorgeberechtigten Elternteil abgegeben werden. Ab dem Alter von 14 Jahren muss das Kind selbst zustimmen.

Expertentipp:

Die Umbenennung eines Kindes ist nur der absolute Ausnahmefall. Je älter ein Kind ist, umso stärker ist die Identifikation mit seinem Namen. Die Kontinuität in der Namensführung ist eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes.

Nur dass, wenn der Vater, dessen Namen das Kind trägt, keinen Kontakt mehr zu seinem Kind will, dieses Kind also strikt ablehnt, kann eine Umbenennung des Kindes stattfinden. Stets muss durch das Verhalten des Vaters erkennbar sein, dass ihm das Schicksal seines Kindes egal ist und eine Namensänderung für ihn keine Bedeutung hat.

Wenn der erneut verheiratete Elternteil, der das Kind betreut, das alleinige Sorgerecht hat, besteht ohne weiteres mit Einwilligung des Kindes die Möglichkeit, den Namen zu ändern.

Die Überprüfung des Kindeswohls bei der Umbenennung spielt nur dann eine Rolle, wenn beide Eltern das gemeinsame Sorgerecht haben und der andere Elternteil der Umbenennung nicht zustimmt.

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