Bis dass die Zeit euch scheidet – Studie zum Scheidungszeitpunkt überrascht mit unerwarteten Ergebnissen

 
 

Sind junge Ehen zerbrechlich? Bleiben Paare nach der silbernen Hochzeit bis zum Lebensende zusammen? Und was ist dran am berühmten „verflixten siebten Jahr“. Eine Statistik des deutschen Bundesamtes über die Dauer von geschiedenen Ehen fördert dazu einige erstaunliche Ergebnisse zutage.

Die Studie behandelt die Jahre 1982-2011. Hier springt schon einmal ins Auge, dass der Wille zur Scheidung in den letzten Jahren eindeutig zugenommen hat. So gab es 2011 ca. 45% mehr Scheidungen als beispielsweise noch 1989. Noch interessanter aber sind hier die Zeitpunkte, die für das endgültige „Nein“ gewählt wurden.

Was lange währt, geht nicht immer gut

Ein Paar, dass 20 oder gar 25 Jahre Ehe gemeinsam erlebt hat, sich in- und auswendig kennt und die Eigenheiten des Partners lieben- oder zumindest tolerieren gelernt hat, das kann nichts mehr auseinander bringen, richtig?

Falsch. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden 2011 in Deutschland 24.745 Ehen geschieden, die mehr als 26 Jahre gehalten haben. Das sind ca. 13% aller 2011 geschiedenen Ehen und mehr als doppelt so viele wie 1989, wo es nur 11.436 waren.  Nimmt man die Ehen mit einer Dauer zwischen 20 und 26 Jahren hinzu, so sieht es noch düsterer aus. Ein Viertel aller Ehen endet noch nach mehr als zwanzig Jahren.

Aller Anfang ist leicht

Ein Jahr lang durchzuhalten, scheint hingegen für die meisten Paare kein Problem zu sein. Weniger als 1 Prozent aller geschiedenen Ehen bestanden nur über einen so kurzen Zeitraum.  Herzklopfen, Romantik und gemeinsame Zukunftspläne bilden hier wohl noch einen hervorragenden Kitt für das junge Glück. Dabei scheint die Anfangsbegeisterung in letzter Zeit sogar noch größer geworden zu sein: 1989 warfen noch beinahe doppelt so viele Ehepaare schon nach kurzer Zeit das Handtuch.

Das verflixte siebte Jahr?

„Das verflixte siebte Jahr“.  So ziemlich jeder hat schon einmal davon gehört. Nach sieben gemeinsamen Jahren soll der große Prüfstein für jeden Ehe oder Partnerschaft kommen. Dem liegt die - aus der antiken Philosophie stammende – Auffassung  zugrunde, dass sich jeder Mensch in diesem Zeitraum einmal vollständig verändert hat. Körperlich wie charakterlich. Mann lernt sich also noch einmal völlig neu kennen und es kann gut sein, dass einem die Metamorphose des Partners nicht besonders gefällt.

Soweit die Theorie. Aber an dieser Volksweisheit scheint zumindest ein wenig dran zu sein. Immerhin 10.072 Paare wurden nach 7 vollendeten Ehejahren geschieden. Das reicht für Platz 3 bei den Scheidungszeitpunkten.  Das sechste Jahr scheint aber noch ein bisschen verflixter zu sein. 10.243 Ehen fanden bereits hier ihr Ende.

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