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Katholiken in der Zwickmühle: Scheidung ja, Sakramente nein!

 
 

Der katholischen Kirche kann man viel nachsagen. Dass sie besonders reformorientiert sei, gehört nicht dazu. Dies gilt auch für das Kirchenrecht, dem zufolge Menschen, die das Sakrament der Ehe durch eine Scheidung verletzt haben, weitere Sakramente sowie der Zugang zu kirchlichen Ämtern verwehrt werden können.

Doch jetzt besteht Hoffnung für die "Gestrauchelten". Mit der Ernennung von Jorge Mario Bergoglio zu Papst Franziskus hat die katholische Kirche ein Oberhaupt, das Reformen nicht generell ausschließt. Dies greift auch die Diözese Freiburg auf und veröffentlichte vor einigen Tagen Empfehlungen für Seelsorger im Gespräch mit Paaren, die über Scheidung und Trennung nachdenken.

Und auch wiederverheiratete Geschiedene sollen demnächst in den Vorzug eines persönlichen Gesprächs mit einem Seelsorger kommen, wenn sie dies wünschen. Ihnen soll hiermit die Möglichkeit gegeben werden, sich mit dem Scheitern der kirchlich abgesegneten Erstehe und mit dem Glauben an sich zu beschäftigen.

Durch diese seelsorgerische Arbeit ermöglicht es die katholische Kirche ihren Schäfchen unter Umständen doch wieder in den Genuss der Sakramente zu kommen. Die Voraussetzungen hierfür sind an "die erforderliche konkrete Glaubensdisposition" geknüpft.

Wenig überraschen beinhaltet diese sinngemäß, dem Seelsorger im Gespräch glaubhaft zu vermitteln, dass eine Auffrischung der gescheiterten Ehe beim besten Willen ausgeschlossen ist und  dass man die eigene Schuld daran einsieht und aufrichtig bereut. Um die Gefahr eines wiederholten Scheiterns in der Beziehung auszuschließen, bestätigt man am besten auch gleich mit, dass man mit dem neuen Partner auch "eine neue sittliche Verpflichtung" eingegangen ist.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, besteht zumindest wieder eine Chance, erneut zu den Sakramenten zugelassen zu werden und somit wieder aktiv am Gemeindeleben teilnehmen zu können. Ob es jedoch tatsächlich soweit kommt, liegt im Ermessen desjenigen, der darüber zu befinden hat, wie glaubwürdig und ernsthaft der jeweilige "Sünder" bereut.

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