Mehr Unterhalt bei langer Ehe

 
 

Die Bundesregierung hat einen neuen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, der das aktuell gültige Unterhaltsrecht ändern und die Unterhaltsrechte Geschiedener stärken soll. Dabei sollen sich die Dauer und die Höhe des gezahlten Unterhalts auch nach der Anzahl, der vorausgegangen Ehejahre richten. Ehefrauen, die lange verheiratet waren, könnten, falls das Gesetz in Kraft tritt, mehr und länger Geld von ihrem Ex-Mann beziehen.

Es geht dabei laut dem Gesetzesentwurf um die „nacheheliche Solidarität“ für Frauen, die lange in einer klassischen Hausfrauenehe gelebt haben und die sich in erster Linie um Haushalt und Kindererziehung und nicht um ihre berufliche Karriere gekümmert haben. Vor der letzten Reform wurde der Anspruch allein auf Basis des Lebensstandards ermittelt. Seitdem sind Faktoren wie Ausbildung oder Arbeitsmarktchancen für die Berechnung ausschlaggebend. 

Der gewohnte Lebensstandard spielt bei der Ermittlung des Betrags hingegen keine Rolle mehr. In der Folge sind Geschiedene zu weiten Teilen selbst für die Erbringung ihres Lebensunterhalts verantwortlich.Vor allem soll eine Befristung oder Begrenzung von Unterhaltsansprüchen durch das neue Gesetz erschwert werden. Seit der Unterhaltsreform vom 2008 kann der Unterhaltsanspruch nach § 1578 b BGB befristet oder begrenzt werden. In der Regel können geschiedene, alleinerziehende Mütter auch für die gemeinsamen Kinder, die sie betreuen nur noch bis zum dritten Geburtstag des jüngsten Kindes Unterhalt beziehen.

Noch in diesem Monat wird der Bundestag über den entsprechenden Gesetzesentwurf beraten. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, wird es voraussichtlich bereits am 01.01.2013 in Kraft treten. Wir halten Sie selbstverständlich über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden.

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