Mord wegen Scheidungskosten – Verdächtiger vor Gericht

 
 

Es war eine zynische und absurde Tat.  Ein 48-jähriger Berliner soll am 30. September 2011 seine 16 Jahre jüngere Frau an einem „Versöhnungsabend“ ermordet haben. Das wahrscheinliche Motiv: Scheidungskosten sparen. Heute beginnt die Gerichtsverhandlung.

Die Umstände der Tat sprechen gegen eine Tat im Affekt und für eine eiskalte Planung.

Alles begann harmlos: Die gebürtige Kubanerin hatte ihren späteren Mörder online kennengelernt und war vor ungefähr neun Jahren zu ihm nach Berlin gezogen.  Anfangs sah es nach einer vielversprechenden Beziehung aus. Doch es endete im Desaster.

Nachdem sich die Ermordete nach einer Phase von Streit und häuslicher Gewalt schließlich von ihrem Mann trennen wollte, lud der Angeklagte seine Frau in seine Berliner Wohnung ein, um dort mit ihr Versöhnung zu feiern. Sie sollte bei ihm übernachten und am nächsten Morgen war sogar ein gemeinsames Frühstück geplant.

Das Opfer hatte sich auf dieses Angebot nicht nur halbherzig eingelassen, sondern sich auf den Abend anscheinend sogar gefreut. Sie hatte für sie beide Rotwein und Nüsse gekauft und sich für ihren (Noch-)Mann hübsch gemacht.

Der Abend verlief zunächst wie erhofft. Die beiden hatten sogar Sex. Als sie aber danach nackt neben ihrem Geliebten lag und ganz sicher nichts Böses ahnte, soll er sie unter anderem mit einem Beutel voller Pflastersteine angegriffen und zuletzt erdrosselt haben.

Ihre Leiche soll er dann in einen Kanal geworden und sie anschließend als vermisst gemeldet haben. Mehr als sechs Wochen lang suchte man vergeblich nach ihr. Während dieser Zeit, gab der Angeklagte den besorgten Ehemann.

Erst am 11. November wurde er von der Polizei gefasst und sitzt seitdem unter Mordverdacht in Untersuchungshaft.

Noch widerwärtiger wird die Tat durch das Motiv. Neben dem Sorgerecht für die gemeinsamen Söhne (fünf und sieben), ging es dem mutmaßlichen Mörder vor allem darum, Scheidungs- und Unterhaltskosten zu sparen. Ob er seine Söhne allerdings jetzt je wieder sehen wird ist fraglich. Das ein paar Kostenersparnisse keine zerstörte Familie, keine lebenslange Haft und ganz sicher kein Menschenleben aufwiegen, dagegen nicht.

Heute muss sich der Tatverdächtige erstmals in einer Gerichtsverhandlung rechtfertigen. Schon letzte Woche Mittwoch sollte die Verhandlung eigentlich beginnen, wurde dann aber vertagt. Auf den Mann wartet im Verurteilungsfall lebenslange Haft.

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