Rechts vor links? – die richtige Seite für den Ehering

 
 

Er ist ein Zeichen der Liebe. Ein Versprechen. Ein Symbol der Verbundenheit. Er kann schlicht, pompös, graviert oder nicht, aus Gold, Silber, Platin oder Edelstahl sein. Kaum ein Ehering gleicht dem anderen, aber ganz egal, für was ein Model man sich letztlich entscheidet – die Frage bleibt: Wohin damit?

Denn das Schicksal (oder Gott, oder die Natur – ganz nach Gusto) hat uns nun einmal mit zwei Ringfingern ausgestattet und uns mit einer verflixten Entscheidung allein gelassen. Links oder rechts? Wer sich in dieser Frage Rettung von der Tradition erhofft, der findet hier auch nur teilweise Hilfe. Denn es gibt keine weltweit geltende Regel für den „richtigen“ Finger. Die Gebräuche sind in jedem Land und jeder Kultur unterschiedlich.

Immerhin können sich US-Amerikaner, Franzosen, Italiener und Menschen aus vielen weiteren Ländern darauf verlassen, dass Sie mit dem Ring an der linken Hand nicht verkehrt liegen. Die gleiche Gewissheit hatten die alten Ägypter, Griechen und Römer. Aus der Antike stammt auch der Glaube an die „VENA AMORIS“, auf den die Tradition des „Links Tragens“ wahrscheinlich zurückgeht. Die VENA AMORIS ist der Legende nach eine Ader, die vom linken Finger direkt zum Herzen und damit in das Zentrum der Gefühle führt. Wenn das mal nicht romantisch ist...

Eine ähnliche Legende mag in Deutschland der Anlass dafür sein, dass man hierzulande seinen Ehering meist rechts trägt. Denn die alten Germanen vermuteten eben jene Ader im rechten Ringfinger. Doch auch bestimmte Konventionen wie der „Rechtsverkehr“, oder der Handschlag, welcher üblicherweise auch mit rechts getätigt wird, mögen hier ihren Anteil haben. Auf der linken Seite findet sich bei uns dafür traditionell der Verlobungsring. Ähnlich wie die Deutschen, halten es auch Österreicher, Norweger und Bulgaren.

Ich für meinen Teil  trage meinen Ehering links. So gerne ich hier auch eine alte romantische Legende ins Feld führen möchte – bei mir hat das doch eher praktische Gründe. So stört er mich als Rechtshänder nicht bei Arbeit und bei meinen Hobbys und das gute Stück wird gleichzeitig nicht so schnell zerkratzt. Trotzdem: Der Gedanke an eine „Vena Amoris“ gefällt mir auch sehr gut.

So oder so bleiben ja noch einige Frage offen. Was ist zum Beispiel, wenn man Linkshänder ist? Verläuft dann auch die Liebesader anders? Und kann es vielleicht sogar der Scheidung vorbeugen, wenn man den Ring an der "richtigen" Hand trägt? Studien dazu haben wir noch keine gefunden, aber ein interessanter Gedanke ist es allemal.

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