Scheidung: Hunde werden als Haushaltsgegenstände aufgeteilt

 
 

Die betreffenden Hundebesitzer lebten in diesem Fall mit drei Hunden – einem schwerhörigen Boxerrüden, einer Basset Hündin und einem Cocker Spaniel – jahrelang in einem Landhaus mit einem großen Grundstück. Nach ihrer Trennung lebten sie getrennt im selben Haus. Inzwischen sind sie geschieden.

Vierbeinige Scheidungsopfer

Im Zuge der Trennung wurden die Hunde zu Scheidungsopfern. Beide Ex-Partner meldeten Ansprüche auf die Fellnasen an. Der Ehemann, der in eine kleinere Wohnung umziehen wollte, war dazu bereit den Boxerrüden und den Cocker Spaniel bei seiner Ex-Frau zu lassen. Die Basset Hündin wollte er aber bei seinem Auszug mitnehmen. Auch das Familiengericht hatte ihm den Hund bereits zugesprochen.

Die Ehefrau wollte sich aber von keinem der drei Hunde trennen. Sie bezeichnete sich selbst als alleinige Bezugsperson aller drei Hunde und argumentierte auch, dass die Drei eine Einheit bilden und deswegen unter der Trennung leiden würden. Vor allem aber gehöre die Basset Hündin ihr allein.

Hunde = Haushaltsgegenstände

Bei seiner Entscheidung bezeichnete das Gericht die Hunde als „Haushaltsgegenstand“. Dieser herzlos anmutende Begriff wird damit begründet, dass die Haltung der Hunde zur Lebensgestaltung des Ehepaares gehörte.

Das Gericht betrachtete die Frau im Übrigen nicht als einzige Bezugsperson aller Hunde. Immerhin sei ihr Mann auch mit den Tieren spazieren gegangen und die Frau hatte zuvor zugegeben, dass der Mann die Hunde im Jahr 2010 ausschließlich gefüttert hatte. Auch die Basset Hündin sei demnach nicht ihr alleiniges Eigentum. Zwar habe sie den Hund als Welpen gekauft, aber ihr Mann habe dafür die Versicherung abgeschlossen und die Hundesteuer gezahlt. Deshalb werden die Hunde für die Verteilung als gemeinsames Eigentum der Ehegatten betrachtet.

Trennung zumutbar

Die Auflösung der Einheit der drei Hunde sei auch für Hunde hielt das Gericht für verkraftbar. Außerdem habe die Frau ihrem Mann zuvor schon den Boxer angeboten und auch das hätte eine solche Auflösung bedeutet.

Künftig werden die Vierbeiner also getrennte Wege gehen müssen. Der Cocker Spaniel wurde der Frau als ihr Alleineigentum zugesprochen, da Ihr Ex ihn ihr während der Ehe geschenkt hat. Auch der Boxer wurde ihr zugesprochen. Der Mann könnte dem Rüden in seiner kleinen Wohnung nicht denselben Freiraum bieten wie seine Ex-Frau auf ihrem großen Grundstück. Die junge Basset Dame geht hingegen an den Ex-Mann. Das die beiden Tiere die die Frau zugesprochen bekam schon älter sind und bald vielleicht nicht mehr Leben tut nach Ansicht des Gerichts der Billigkeit der Entscheidung keinen Abbruch.

Quelle: OLG Schleswig-Holstein

5.0 von 5 (38)