Schwangerer Mann erhält Scheidungs-Verbot

 
 

Die Rede ist ja eigentlich von einer Frau, die sich von ihrer Ehefrau Nancy scheiden lassen möchte. Beziehungsweise war der Mann mal eine Frau und Nancy die Frau. Also, vor dem Mann-Sein gab es zwei Frauen. Wie jetzt? Klar ist: Eine Scheidung ist keine einfache Sache. Vor allem im vorliegenden Fall nicht.

Wer ist wer?

Die Person, um die es geht heißt Thomas. Er war mal eine Frau, die sich zum Mann operieren ließ. Als er mit Mitte 20 eine Testosteron-Kur begann, lernte er seine spätere Ehefrau Nancy kennen. Mit ihr hat er drei gemeinsame Kinder. Er bzw. sie ist 

  1. somittranssexuell,  
  2. schwanger, 
  3. verheiratet, 
  4. Vater und 
  5. Mutter.

Nancy hingegen ist nicht transsexuell, sondern eine echte Frau,  nicht schwanger, weil sie Thomas den Kinderwunsch nicht erfüllen konnte und  noch mit Thomas verheiratet, der seine Eierstöcke und Gebärmutter behielt und jetzt schwanger ist, dabei noch transsexuell und nach neun Ehejahren die Trennung von seiner Frau Nancy bekannt gab.

So weit so gut.

Gäbe es da nicht einen Richter, der sich dem Ganzen in den Weg stellen würde. Denn die Justiz im US-Bundesstaat Arizona ist sich nicht einig, ob die Ehe überhaupt gültig ist. Laut Auffassung des Gerichts war Thomas während der Eheschließung körperlich nämlich noch eine Frau und die Ehe wäre dadurch nie rechtskräftig geworden. Denn gleichgeschlechtliche Ehen sind in Arizona nicht erlaubt.
Der Richter argumentiert, dass beide Ehepartner während der Hochzeit im Jahre 2003 weibliche Geschlechtsorgane hatten und somit die Heirat von Anfang an nicht gültig war. Zudem hat Thomas erst Anfang 2012 die komplette Geschlechtsanpassung machen lassen.

Bewegtes Leben

Für Thomas ist der negative Bescheid vom Gericht unverständlich. Ist er doch in seiner Geburtsurkunde und Pass als Mann eingetragen. Nicht als Frau.
Für ihn, der schon als kleines Mädchen lieber ein Junge sein wollte, steht fest: Er ist und war ein Mann und somit ist seine Ehe auch rechtens.
Jetzt will er als männliche Mutter weiterhin für sein Recht auf Scheidung kämpfen. Ob es dazu kommt, bleibt abzuwarten.

Demnächst steht erst mal die Geburt des 4. Kindes an. Das vorläufige Sorgerecht für die leiblichen Kinder hat er sich bereits erstritten. Sie freuen sich auf ihr Geschwisterchen. Ob es ein Mäderl oder Junge wird, ist Scheidung.de nicht bekannt.

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