Studie: Bis das Facebook euch scheidet

 
 

Ist Facebook beziehungsschädigend? Eine Studie mit dem Titel „Cheating, Breakup, and Divorce: Is Facebook Use to Blame?”, deren Ergebnisse nun im Journal of Cyberpsychology, Behavior and Social Networking veröffentlicht wurden, lässt genau das vermuten. Demnach steigert die intensive Nutzung des größten und bekanntesten Social Networks womöglich das Risiko von negativen Ereignissen wie Seitensprüngen, Trennungen und Scheidungen.

Die US-amerikanische Studie untersuchte dabei ob es einen Zusammenhang zwischen der Nutzungshäufigkeit von Facebook und beziehungsschädlichen Ereignissen in zwischenmenschlichen Beziehungen gibt. Neben Trennungen und Scheidungen zählten dazu für die Forscher auch körperliche und emotionale Untreue.

Der da „gefällt mir“ mehr

Um diese Frage zu klären, wurden von den Forschern 205 Facebook-Nutzer zwischen 18 und 82 Jahren befragt. Der verwendete Online-Fragebogen umfasste 16 verschiedene Fragen. Unter anderem wurde auch die bisherige Dauer der Beziehungen der Studienteilnehmer erfasst. Die Forscher vermuteten im Vorfeld, dass Facebook-Nutzer, die das Netzwerk häufig verwenden auch mehr negative Beziehungserfahrungen machen würden, als jene, die Facebook nur gelegentlich nutzen.

Im Ergebnis stellte die Studie durchaus einen Zusammenhang zwischen häufiger Facebook-Nutzung und negativen Beziehungserfahrungen wie Trennung, Scheidung oder Seitensprüngen fest. Vor allem Beziehungen, die zuvor nicht mehr als 3 Jahre bestanden hatten, sind demnach durch die intensive Nutzung des Sozialen Netzwerks gefährdet.

Beliebter Sündenbock

Angesichts der Vielzahl an möglichen Kontakten und Kommunikationsmöglichkeiten und angesichts der ständigen „Gefahr“ bei Facebook über alte Kollegen, Schulfreunde oder Ex-Partner zu stolpern, erscheinen diese Ergebnisse wenig verwunderlich.

Und die Studie deckt sich auch wunderbar mit der Aussage mehrere US-Scheidungsanwälte, die Facebook immerhin bereits für jede 5. Scheidung verantwortlich gemacht hatten.

Wer also viel Wert auf eine stabile, harmonische und vor allem lang anhaltende Partnerschaft legt, sollte sich also besser nicht allzu lang bei Facebook aufhalten. Zumindest nicht, wenn die Liebe noch frisch ist. Wer sich aber selbst im Netz kennengelernt und geheiratet hat, kann sich ja immerhin damit trösten, dass online geschlossene Ehen glücklicher sind.

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