Technik bremst die Scheidung per Videokonferenz

 
 

Es dauert doch noch ein bisschen länger, bis die Scheidung per Videokonferenz salonfähig wird. Laut dem stellvertretenden Direktor des Amtsgerichts Erfurt, Georg von Schmettau, fehle es „(…) vor allem an Datenleitungen mit ausreichend großer Bandbreite“. Nein, ehrlich jetzt? Prima Begründung im Jahr 2016!

Ein Sprecher des Justizministeriums teilte mit, dass Familienrichter im Einzelfall zu entscheiden hätten, ob sie in der Lage sind, eine Scheidung per Video genauso gut zu steuern wie in Anwesenheit der Beteiligten. Die technischen Hürden für den Einsatz der Videotechnik würden „bestenfalls langsam überwunden werden können“. Es gäbe keine gesetzliche Verpflichtung, Videokonferenzen bei Gerichtsverfahren einzuführen und die Technik dafür vorzuhalten.

Von Schmettau nimmt jedoch an, dass der Einsatz von Videokonferenzen in Gerichtssälen in Zukunft an Bedeutung gewinnen werde. „Der Bedarf wird noch wachsen, je mehr Europa zusammenwächst und Verfahren über die Grenzen Auswirkungen haben“, meint er.

Wir meinen, dass der Anfang der Scheidung per Videokonferenz gemacht wurde. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis diese Form der Scheidung überall Einzug hält. Schon immer brauchte es Zeit und Mut Neuerungen durchzusetzen.

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