Urteil: Fast zwei Jahre Haft für Stalking

 
 

In besagtem Fall hatte ein Mann wiederholt und über einen Zeitraum von mehreren Monaten gegen ein gegen ihn verhangenes Kontaktverbot gemäß dem Gewaltschutzgesetz verstoßen.

Bei dem Stalker handelte es sich um einen 36 Jahre alten Mann aus der Region um Hannover. Als Opfer hatte er sich eine 44 Jahre alte Frau aus Bielefeld ausgesucht, zu der er eigentlich in keinem persönlichen Verhältnis stand oder gestanden hatte.

Kontakt untersagt

Wiederholt hatte er versucht, sich der Wohnung und dem Arbeitsplatz der Frau gegen ihren Willen zu nähern. Hinzu kam ein massiver Telefonterror mit mehreren Hundert Anrufen innerhalb weniger Tage und diversen bedrohlichen SMS und E-Mails die teilweise sogar Morddrohungen enthielten.

Anlässlich seines Psychoterrors wurde dem Mann der Kontakt zu der Dame per Gewaltschutzanordnung im Juni 2012 untersagt. Diesem Beschluss zufolge durfte der Stalker sich der Frau und ihrer Wohnung fortan höchstens auf 20 Meter nähern. Auch jegliche Kontaktaufnahme zum Beispiel über E-Mail, Telefon oder SMS (Fernkommunikation) wurde dem Mann zukünftig untersagt.

Ein makaberes „Geschenk“

Leider bewirkte die Gewaltschutzanordnung bei dem Mann eher wenig. Bis August 2012 unternahm er viele weitere Kontaktversuche per Telefon und E-Mail. Und er schreckte auch vor besonders makabren Aktionen nicht zurück.

Der Mann hatte in Erfahrung gebracht, dass sein Opfer unter Angst vor Spinnen litt. Deshalb legte er ihr ein Päckchen mit einer lebendigen Vogelspinne in den Briefkasten. Verpackt als Geschenk für ihren Sohn.

Die Polizei ermahnte ihn für sein Verhalten, aber auch diese Ermahnungen blieben wirkungslos. Als nächste Konsequenz folgte im September 2012 ein Beschluss des Amtsgerichts Bielefeld. Darin wurde gegen den Nachsteller eine Ordnungshaft über 90 Tage verhängt.

Doch zur Einsicht kam er dadurch nicht. Von Ende August bis Ende November 2012 ließ er unter anderem mehr als 450 weitere Anrufe folgen, woraufhin er vom Amtsgericht Bielefeld weitere 630 Tage Ordnungshaft aufgebrummt bekam.

Fast zwei Jahre Haft

Gegen dieses Urteil legte der Mann nun Beschwerde vor dem OLG Hamm ein. Allerdings ohne Erfolg. Sein Antrag wurde abgelehnt und das Urteil der Vorinstanz wurde vom Gericht bestätigt. Insgesamt wird der Stalker zukünftig fast zwei Jahre in Ordnungshaft verbringen müssen.

Das Oberlandesgericht begründete seine Entscheidung folgendermaßen: Da der Antragsgegner die Versuche zur Kontaktaufnahme trotz der Gerichtsbeschlüsse fortgesetzt habe und er der diesbezüglichen Darstellung der Frau nicht widersprochen habe, sei die verhängte Ordnungshaft nicht zu beanstanden.

Die Antragstellerin leide sehr unter den ständigen Verstößen und müsse Ängste aushalten, weil sich der Mann durch die bisherigen Maßnahmen nicht zügeln ließ.

Deshalb wird vom Gericht der mögliche Rahmen der Ordnungshaft von bis zu zwei Jahren fast vollständig ausgeschöpft.

Der Beschluss ist rechtskräftig.

Quelle: OLG Hamm

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