Wie kann man eine Trennung verhindern?

 
 

Merken Sie in letzter Zeit, dass Ihnen Ihre Partnerschaft aus den Händen gleitet? Ihr Partner ist längst nicht mehr so bei der Sache, wie er es mal war, die Zärtlichkeiten nehmen ab und die Streitereien zu und im Inneren wächst die Angst vor dem endgültigen Aus? Oder ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und Sie finden sich frisch nach einer Trennung allein mit einem Herz wieder, dass Sie Tag und Nacht mit Sehnsucht foltert? In beiden Fällen wollen Sie wahrscheinlich vor allem eins: Ihre Ehe retten! Dass das klappt, kann Ihnen niemand garantieren, aber wie es vielleicht klappen kann, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

Die Chancen sind schlecht  – packen wir es an

Wie wir schon in der Einleitung angedeutet haben: Ihre Chancen auf eine Rettung Ihrer Ehe sind nicht unbedingt rosig. Vor allem dann nicht, wenn der Entschluss zum endgültigen Abschied in Ihrem Partner schon so gut wie feststeht. Aber in manchen Situationen kann es sich durchaus lohnen zu kämpfen. Wenn Ihr Partner beispielsweise die Trennung nur aus Vernunftgründen will und nicht wegen mangelnder Gefühle, so kann es oft schon helfen, die Faktoren auszumerzen, die ihn in die Flucht treiben. 

Dabei gilt es, am besten schon dann zu handeln und die Initiative zu ergreifen, wenn die ersten Anzeichen einer Krise am Horizont erscheinen. Wer wartet, bis sich die Ehe schon am Rande der Auflösung befindet, wird es ungleich schwerer haben. Wer dagegen früh mit seinem Partner redet, hat kein bedrückendes Krisengespräch vor sich, sondern zeigt Initiative und beweist seinem Partner, dass Probleme lösbar sind.

Reden, aber richtig

An einer Partnerschaft muss ständig gearbeitet werden. Dazu gehören vor allem regelmäßige Gespräche. Das umfasst Small Talk und Alltagsthemen genauso, wie gemeinsames Träumen oder – und das ist der Punkt – das Reden über Gefühle. Und damit ist nicht nur gemeint dem Partner zu sagen, wie sehr Sie ihn lieben und wie toll alles ist (wobei das natürlich auch ungemein wichtig ist, vor allem dann, wenn es stimmt), sondern auch offen anzusprechen, wenn Ihnen etwas gehörig gegen den Strich geht. Denn auch negative Gefühle müssen raus. Es würde ja auch niemand auf den Gedanken kommen, seinen Müll im eigenen Wohnzimmer zu stapeln. Die Konsequenzen sind aber in beiden Fällen ähnlich ungesund.

Trotzdem gilt es hier, auf die Balance zu achten, und zwar umso genauer, je mehr es in der Ehe kriselt. Gerade wenn eine Trennung kurz bevorzustehen scheint, sollten Sie sich – bei allen Sorgen und Probleme – nicht nur über die Defizite Ihrer Partnerschaft unterhalten. Wer das tut, ruft sich und seinem Partner andauernd ins Gedächtnis, dass die Ehe nicht richtig funktioniert und dass sie beiden keinen Spaß macht. 

Statt Liebe und Leidenschaft werden mehr und mehr die Probleme mit der Ehe verknüpft. Um das zu verhindern, sollten Sie bei Gesprächen über Ihre Partnerschaft auch immer erwähnen, was Ihnen an Ihrem Partner gefällt. Das kann gerade in der Vortrennungsphase den Ausschlag geben. Denn in dieser Zeit suchen viele Menschen, die über eine Trennung nachdenken nach Gründen und Argumenten, um für sich den „Absprung“ zu rechtfertigen. Ein nörgeliger Partner, der kein gutes Haar an einem lässt, ist da natürlich eine Goldgrube. 

Genauso kontraproduktiv ist es, den Ehepartner mit dem eigenen Schmerz zu erpressen oder ihm andauernd Vernachlässigung vorzuwerfen. Damit erzeugen Sie Mitleid. Keine Liebe!

Wenn Sie ein Krisengespräch führen wollen, sollten Sie sich vorher schon Gedanken darüber machen was, Sie eigentlich sagen wollen. Auch ist es wichtig – schon aus den oben genannten Gründen – dabei möglichst sachlich zu bleiben. Wenn Sie selber in der Partnerschaft Fehler gemacht haben – und das tut man meistens – sollten Sie dies eingestehen, ohne sich selbst dabei zu sehr zu erniedrigen.

Genauso wichtig ist ein gemeinsamer Blick in die Zukunft. Sie müssen sich fragen, was zwischen dem Moment der Liebe und der jetzigen Krise passiert ist und wie Sie es schaffen, in Zukunft einen anderen Weg einzuschlagen. Auch die Ziele und Wünsche beider Partner sollten noch mal klar offengelegt werden. Diese Themen helfen Ihnen dabei, nicht nur bei dem Problem hängen zu bleiben, sondern dort hinzukommen, wo Sie eigentlich hin wollen: Zur Lösung!

Immer schön cool bleiben

Auch wenn Sie es jetzt sicher nicht gerne hören, aber wenn Reden allein nichts nützt und Sie Ihren Partner dennoch nicht verlieren wollen, müssen Sie Ihre Gefühle verstecken. Bleiben Sie cool, auch dann, wenn Angst und Schmerz Sie in den Wahnsinn zu treiben scheinen. Denn wer zu emotional wird und sich zu sehr an seinen Partner klammert, begibt sich in eine geschwächte Position. 

Der Partner entfernt sich dadurch nur noch mehr, denn für ein winselndes Häufchen Elend, kann er keine aufrichtige Liebe empfinden. Wer sich zu sehr erniedrigt, erscheint dadurch gleich auch weniger liebenswert. Nehmen Sie stattdessen Ihr Leben in die eigene Hand. Ein Mensch, der Spaß an seinem Leben zeigt wird leichter geliebt und wird auch wieder interessanter.

Sie haben Freunde, Sie haben Hobbys und Sie haben einen eigenen Kopf, der sich mit anderen Dingen beschäftigen kann, als mit den vermeintlichen Absichten und unheilvollen Signalen des Partners. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass ein Stück weit der Druck und das schlechte Gewissen von Ihrem Partner abfallen werden. 

Er fühlt sich durch Ihre Nähe nicht mehr erdrückt und sieht vielleicht auch keine Veranlassung mehr die Ehe zu beenden. Natürlich sollten Sie auch nicht den Eindruck erwecken, dass Ihnen die Partnerschaft völlig egal ist. Aber ein wenig Gelassenheit kann nicht schaden.

Bis hier hin und nicht weiter

Wir haben Ihnen Ihre wichtigsten Waffen im Kampf um Ihre Ehe gezeigt: Ihre Zunge, Ihr Ohr und Ihr Selbstbewusstsein. Aber lohnt sich der Kampf überhaupt?

Manchmal ist eine Trennung die bessere Alternative. Vor allem dann, wenn der Partner keine Gefühle mehr hat und sie nicht nur verschüttet sind. Dann sollten Sie ihm und sich eine „Mitleidsverlängerung“ Ihrer Partnerschaft ersparen. Diese Farce braucht dann niemand.  Manchmal kann man Gefühle nicht mehr wiedererwecken, selbst dann, wenn beide Seiten es gerne tun würden. Aber auch dann, wenn eine Rückkehr nur unter Bedingungen möglich ist, mit denen Sie gar nicht gut leben können und die Sie dazu zwingen sich zu verbiegen, sollten Sie lieber einen Schlussstrich ziehen.

Und auch das ist dann zwar hart, aber auch kein Weltuntergang: Es gibt sicher noch Menschen da draußen, für die Sie sich nicht in den Staub werfen müssen, um mit Ihnen zusammen sein zu können.

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