Unterhaltszahlungen bei minder- und volljährigen Kindern

Unterhaltszahlung für minderjährige Kinder

Bei minderjährigen Kindern richtet sich die Lebensstellung grundsätzlich nach der der Eltern. Aus diesem Grunde ist die Höhe des zu zahlenden Unterhalts vom Einkommen des Elternteils abhängig, der das Kind nicht betreut.

Die Höhe des Unterhalts orientiert sich an der Düsseldorfer Tabelle. In der Düsseldorfer Tabelle ist festgelegt, wie viel Unterhalt je nach Alter des Kindes und Einkommen des zahlungspflichtigen Elternteils verlangt werden kann bzw. gezahlt werden muss.

Unterhaltszahlung für volljährige Kinder in der Ausbildung

Bei volljährigen Kindern bis 21 Jahren, die noch zur Schule gehen oder eine Ausbildung machen und noch bei den Eltern wohnen (sog. privilegierte volljährige Kinder) gilt ebenfalls die Düsseldorfer Tabelle.

Grundsätzlich ist bei volljährigen Kindern, im Gegensatz zu minderjährigen Kindern, das Einkommen beider Elternteile relevant, da die volljährigen Kinder nicht mehr von einem Elternteil mit Essen und Versorgungsleistungen unterhalten werden müssen. Da die Eltern, sofern beide arbeiten, gemeinsam ein höheres Einkommen haben, erhöht sich damit auch der Unterhalt des volljährigen Kindes.

Unterhaltszahlung für volljährige Kinder, die noch bei den Eltern wohnen

Auch bei volljährigen Kindern, die zwar nicht mehr in der Ausbildung sind, aber immer noch bei den Eltern wohnen, richtet sich die Höhe des Unterhalts nach der Düsseldorfer Tabelle. Auch hier ist das Einkommen beider Elternteile für den Unterhalt zu berücksichtigen.

Unterhaltszahlungen für volljährige Kinder, die nicht mehr bei den Eltern wohnen

Volljährige Kinder und Studenten, die noch bedürftig sind, nicht mehr zu Hause wohnen und einen eigenen Haushalt führen, können nach der Düsseldorfer Tabelle pauschal einen Betrag von 670 € pro Monat von Ihren Eltern verlangen. Bei guten Einkommensverhältnissen der Eltern kann der Unterhalt erhöht werden. Die Kosten der Krankenversicherung sowie Pflegeversicherung sind von den Eltern zusätzlich zu zahlen.

Sofern die volljährigen Kinder mehr Unterhalt als 670 € pro Monat brauchen, kann mehr von den Eltern verlangt werden. Die Kinder müssen in diesem Fall jedoch genau darlegen, wofür sie den Unterhalt brauchen. Dabei sind selbstverständlich nur Kosten gemeint, die für die jeweilige Ausbildungssituation unbedingt erforderlich sind. Luxusartikel fallen nicht hierunter.

Die Lebensstellung des Kindes

Sofern das volljährige Kind die Ausbildung bereits abgeschlossen oder eine ungelernte Tätigkeit bereits längere Zeit ausgeübt hat, hat das Kind eine eigene Lebensstellung begründet. Diese ist dann für die Höhe des Unterhalts maßgebend.

Wenn das Kind dann infolge von Krankheit oder Arbeitslosigkeit wieder bedürftig wird, muss das Kind zunächst Arbeitslosengeld, Hartz IV-Leistungen oder Krankengeld in Anspruch nehmen. Bei durchschnittlichen Einkommensverhältnissen der Eltern wird davon ausgegangen, dass das Kind lediglich Unterhalt in Höhe des Existenzminimums (1.080 € bei Erwerbstätigen, 880 € bei Arbeitslosen) benötigt.

Bei Kindern, die im Ausland leben, bestimmt sich die Höhe des Unterhalts nach dem Recht des Heimatlandes. Egal, was das Heimatrecht des Kindes bestimmt, so gilt grundsätzlich, dass stets die Bedürfnisse des Kindes sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse des zahlungspflichtigen Elternteils zu berücksichtigen sind.

Expertentipp:

Nach der Düsseldorfer Tabelle wird je nach Alter des Kindes und Einkommen des zahlungspflichtigen Elternteils zunächst das Einkommen ermittelt. Anschließend wird von diesem Betrag etwa 2/3 bis 1/3 abgezogen. Wie viel im jeweiligen Fall abgezogen wird, richtet sich nach dem jeweiligen Umrechnungskurs (Euro in ausländische Währung).

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