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Wann kann ich die Vaterschaft anfechten?

Die Vaterschaft, die aufgrund Ehe oder durch Anerkenntnis begründet wurde, kann angefochten werden.

Anfechtungsberechtigt sind:

  • der gesetzliche Vater, der aufgrund von Ehe oder durch Vaterschaftsanerkenntnis die Vaterschaft begründet hat
  • der biologische Vater, wenn zu dem Kind bisher keine sozial-familiäre Bindung besteht
  • die Kindesmutter
  • minderjährige Kinder mit gesetzlicher Vertretung
  • volljährige Kinder

Die Vaterschaft kann nur innerhalb von 2 Jahren ab Kenntnis der Umstände angefochten werden, die gegen die Vaterschaft sprechen.

Praxisbeispiel:

Jutta und Sven Olsen, die beide aus Schweden kommen, sind seit 1991 glücklich verheiratet.

Im Mai 2002 ist Jutta Olsen nach einer heftigen Auseinandersetzung alleine nach Tunesien gereist. Dort hat sie sich mit einem Tunesier eingelassen. Als Jutta aus dem Urlaub wieder nach Hause kommt, stellt sie fest, dass sie schwanger ist. Jutta beichtet Sven im Juli 2002 den Seitensprung. Bei der Geburt des Kindes am 03.02.2003 stellt sich heraus, dass das Kind tatsächlich eine andere Hautfarbe als Jutta und Sven hat.

Sven konnte also spätestens mit der Geburt des Kindes damit rechnen, dass das Kind nicht von ihm ist. Er kann also spätestens bis zum 03.02.2005 die Vaterschaft anfechten. Macht er das nicht, weil er sich vorübergehend wieder mit Jutta vertragen hat und erst im April 2005 sich mit Jutta so zerstreitet, dass er die Vaterschaft anfechten möchte, so ist es zu spät.

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