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Wann können Ehegatten gemeinsam veranlagt werden?

Gemeinsame steuerliche Veranlagung

Wenn Ehegatten in einer Wohnung zusammenleben, können sie gemäß § 26 Abs. 1 EStG gemeinsam steuerlich veranlagt werden.

Die gemeinsamen Einkünfte der Ehegatten werden dann zusammengerechnet und der Einkommenssteuertarif nach dem Splittingverfahren ermittelt.

Das Ehegattensplitting

Das Splittingverfahren führt bei unterschiedlich hohen Einkommen zu einer niedrigen Besteuerung und damit zu einem höheren Nettoeinkommen. Dieses wirkt sich insbesondere dann aus, wenn einer der Ehegatten den Haushalt führt und kein eigenes Einkommen erzielt.

Wenn die Ehegatten sich dauerhaft trennen und scheiden lassen, können sie nicht mehr gemeinsam steuerlich veranlagt werden. Hierdurch erhöht sich die Steuerlast und das Nettoeinkommen wird entsprechend vermindert. Die Steuerklasse wandelt sich von III/V oder IV/IV wieder wie bei einem Ledigen in I/I.

Für eine gemeinsame Veranlagung reicht es aus, dass die Ehegatten nur einen Tag im Steuerjahr zusammengelebt haben.

Praxisbeispiel:

Julia Meier und Thomas Meier sind seit dem 15.09.2012 verheiratet. Am 02.01.2016 haben sich die Eheleute getrennt.

Da Julia und Thomas Meier im Jahr 2016 zumindest noch an einem Tag zusammengelebt haben, können sie für das gesamte Steuerjahr 2016 noch gemeinsam steuerlich veranlagt werden. Erst ab dem 01.01.2017 entfällt die gemeinsame Veranlagung und die Ehegatten werden in eine ungünstigere Steuerklasse eingeordnet.

Die Kriterien für das Zusammenleben werden sehr weit gefasst. Auch ein gescheiteter Versöhnungsversuch unterbricht das Getrenntleben, so dass die Ehegatten in dem Jahr des Versöhnungsversuchs wieder steuerlich gemeinsam veranlagt werden können.

Expertentipp

Wenn während der Trennungszeit der Ehegatten noch eine gemeinsame Veranlagung möglich ist, ist jeder Ehegatte verpflichtet, der gemeinsamen Veranlagung zuzustimmen. Eine getrennte Veranlagung kommt in dem meisten Fällen daher erst nach der Scheidung in Betracht.

Bei einer Einzelveranlagung jedes Ehegatten kann der an den anderen Ehegatten gezahlte Ehegattenunterhalt als Sonderausgabe bis zu einem Betrag von EUR 13.805 abgesetzt werden. Dieses gleicht den Steuernachteil vielfach wieder aus.

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