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Was ist elterliche Sorge?

Kinder brauchen beide Elternteile

Kinder brauchen für ihre gesunde seelische Entwicklung beide Elternteile. Sowohl Vater als auch Mutter sind in unterschiedlichen Lebensphasen für die Entwicklung des Kindes wichtig und prägend.

Wenn sich die Eltern nach einer Auseinandersetzung trennen, verarbeiten die Kinder diese traumatischen Erlebnisse leichter, wenn sie regelmäßigen Kontakt zu beiden Eltern behalten.

Beide Eltern sollten sich stets bewusst sein, dass ein Kind einen lebenslangen psychischen Schaden davontragen kann, wenn der Kontakt zu einem Elternteil sehr selten oder gar nicht stattfindet. In einer Entwicklungsphase, in der ein Kind erst seine eigene Lebensstellung finden muss, wird der fehlende Kontakt häufig als Desinteresse an der eigenen Person empfunden. Das Kind entwickelt häufig erhebliche Minderwertigkeitskomplexes, die im späteren Leben nur sehr selten wieder völlig behoben werden können.

Die Bedeutung der Eltern in unterschiedlichen Lebensphasen

Weiterhin wird der andere Elternteil in schwierigen Lebensphasen häufig idealisiert, da das Kind keine Chance hat, sich eine realistisches Bild zu machen. Dieses idealisierte Bild kann Einfluss auf sämtliche Freundschafts- und Partnerschaftsbeziehungen im gesamten Leben des Kindes haben.

Um diesem Schaden für das Kind vorzubeugen, hat der Gesetzgeber mit Erlass des Kindschaftsreformgesetzes im Jahre 1998 das gemeinsame Sorgerecht beider Elternteile als Regelfall festgelegt. Er hat sich entschieden, dass auch nach der Trennung der Eltern, sofern diese verheiratet sind, dass gemeinsame Sorgerecht für die Kinder weiter bestehen soll.

Bereits bei einer Trennung sollten die Eltern mit Ihren Kindern über die Trennung reden. Wichtig ist, dass beide Elternteile den eigenständigen Kontakt des Kindes mit dem anderen Elternteil respektieren. Das Kind sollte nicht als Werkzeug benutzt werden, um den Konflikt zwischen den Eheleuten auszutragen.

Wenn die Eltern eines Kindes miteinander verheiratet sind, steht beiden das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder zu. Dieses gilt auch dann, wenn die Eltern dauerhaft getrennt leben oder geschieden sind.

Personensorge und Vermögenssorge

Die elterliche Sorge beinhaltet zum einen die Personensorge wie auch die Vermögenssorge für das gemeinsame Kind.

Bei der Personensorge sollen sich beide Elternteile um die Betreuung des Kindes kümmern. Beide sind verantwortlich für die Pflege des Kindes, die Erziehung und die Beaufsichtigung des Kindes. Beide Ehegatten sollen darüber entscheiden, wo sich das Kind regelmäßig mit seinem festen Wohnsitz aufhält und zu wem das Kind Kontakt halten soll.

Ferner müssen beide Elternteile darüber entscheiden, welche Schule das Kind besuchen soll und welche Ausbildung das Kind macht. Auch die Freizeitgestaltung und Entscheidungen über ärztliche Eingriffe und Heilbehandlungen sollen von den Eltern übereinstimmend getroffen werden.

Bei der Vermögenssorge sind die Eltern dafür verantwortlich, dass das Vermögen des Kindes erhalten und verwaltet wird. Soweit notwendig sollen die Eltern das Vermögen des Kindes verwerten und vermehren.

Über die Vermögenssorge dürfen die Eltern die Sachen, die dem Kind gehören, an sich nehmen, über diese verfügen und Schadensersatzansprüche für das Kind geltend machen. Die Vermögenssorge ist stets auf die Vermehrung des Kindesvermögens gerichtet.

Demgegenüber dürfen Eltern mit dem Kindesvermögen nicht leichtfertig umgehen oder Teile des Vermögens verschenken.

Vertretung des Kindes nach außen

Die Eltern vertreten das Kind nach außen in allen Angelegenheiten. Wenn die Eltern für das Kind Verträge abschließen, so wird hierdurch allein das Kind berechtigt und verpflichtet.

Schließen die Eltern für das Kind einen weitreichenden und längerfristigen Vertrag , z.B. einen Lebensversicherungsvertrag oder Grundstücksgeschäfte, ab, so brauchen die Eltern für die Wirksamkeit der Verträge eine vormundschaftliche Genehmigung vom Familiengericht. Dieses sollte möglichst frühzeitig beantragt werden.

Wenn die Eltern der Personensorge oder der Vermögenssorge nicht in ausreichendem Maße nachkommen, kann das Gericht eingreifen, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist.

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