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Was passiert, wenn Kinder von Eltern vernachlässigt werden?

Der Verlauf des gesamten Lebens eines Kindes ist wesentlich von den Erfahrungen geprägt, die ein Kind in den ersten Lebensjahren macht. Die ersten fünf Lebensjahre entscheiden nicht nur über das körperliche, sondern auch über das seelische Gedeihen des Kindes.

Überforderung der Eltern

Viele Eltern sind bei der Kindeserziehung in erheblichem Maße überfordert.

Dieses liegt nicht nur daran, dass sie aus der gesellschaftlichen Umgebung häufig keinerlei Unterstützung erfahren. Auch die Tatsache, dass im Zeitalter alleinerziehender Elternteile diese eine wesentliche höhere Anzahl an Entscheidungen - auch für sich selbst - zu treffen haben, erschwert dir an sich schon anspruchsvolle Aufgabe der Kindeserziehung und -betreuung.

Vernachlässigung von Kindern

Die Überforderung der Eltern kann dazu führen, dass Kinder vernachlässigt werden. Die Vernachlässigung der Kinder kann körperlicher, erzieherischer und seelischer Natur sein.

Häufig werden Kinder in ihrer schulischen und intellektuellen Förderung nicht ausreichend unterstützt. Gelegentlich ist die Vernachlässigung auch so stark, dass die Kinder nicht mehr regelmäßig versorgt und gepflegt werden. Der in diesen Fällen nach außen auftretende verwahrloste Zustand des Kindes spiegelt dann oft auch den innerlichen Zustand des Kindes wieder. Da sich Kinder - je jünger sie sind - nicht selbst helfen können, muss der Staat eingreifen, wenn die Eltern nicht in der Lage sind, ihren elterlichen Pflichten nachzukommen.

Sorgerechtsmissbrauch und Entzug der elterlichen Sorge

Wenn das Wohl des Kindes entweder durch Vernachlässigung oder Sorgerechtsmissbrauch durch die Eltern gefährdet ist, kann der Staat, Schutzmaßnahmen zugunsten des Kindes einleiten.

Ein Entzug des elterlichen Sorge für einen oder beide Eltern kommt nur dann in Betracht, wenn öffentliche Hilfen nicht mehr ausreichend sind.

Zunächst ist bei einer Vernachlässigung des Kindes darüber nachzudenken, ob nicht eine Erziehungsberatung oder eine sozialpädagogische Familienhilfe mit Hilfe des Jugendamtes in Betracht kommt.

In beiden Fällen werden dem betreuenden Elternteil individuelle Erziehungstipps erteilt. Bei der sozialpädagogischen Familienhilfe wird durch Begleitung von Sozialpädagogen der Erziehungsberechtigte bei der Erziehung unterstützt.

Erst wenn eine Betreuung durch das Jugendamt und die dort tätigen Sozialpädagogen nicht erfolgsversprechend ist, kann als letztes Mittel über eine Übertragung des Sorgerechts nachgedacht werden.

Sofern die Gefahr besteht, dass ein Elternteil das Vermögen des Kindes schmälert, kann die Vermögenssorge auf einen Elternteil übertragen werden.

Expertentipp:

Wenn die Eltern merken, dass der betreuende Elternteil mit der Erziehung überfordert ist, so ist umgehend das Jugendamt zu informieren. In jedem Sorgerechtsstreit wird das Jugendamt informiert. Von dort wird stets eine Stellungnahme zu der Sorgerechtsübertragung abgegeben. Wenn beide Elternteile in irgendeiner Form das Kindeswohl gefährden, so kann beiden Eltern das Sorgerecht entzogen werden. In diesem Fall wird über das Gericht ein Vormund oder ein Pfleger für das Kind bestellt.

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