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Welche Folgen hat eine nicht nur vorübergehende Trennung und Scheidung für die Kinder?

Gemeinsame elterliche Sorge für die gemeinsamen Kinder

Wenn die Eheleute sich trennen, bleibt es auch nach der Trennung und sogar nach der Scheidung bei der gemeinsamen elterlichen Sorge für die gemeinsamen Kinder.

Es steht den gemeinsam sorgeberechtigten Eltern frei, wie sie nach der Trennung und Scheidung die Betreuung und Erziehung ihres Kindes gestalten.

Häufig entscheiden sich die Eltern dafür, dem Kind sowohl eine räumliche wie auch eine personelle Kontinuität zu bieten. Demzufolge leben die Kinder häufig bei einem Elternteil und werden von diesem überwiegend betreut und versorgt. Der andere Elternteil trifft die Kinder regelmäßig am Wochenende und in den Ferien für eine längere Zeit.

Verbindliche Entscheidungen

Muss bei gemeinsamer elterlicher Sorge immer alles gemeinsam entschieden werden?

Nein, das wäre viel zu schwierig und umständlich. Der Gesetzgeber hat deshalb hier differenziert. Er unterscheidet zwischen Angelegenheiten, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung sind und zwischen Angelegenheiten, die das tägliche Leben betreffen.

Bei Letzterem darf der Elternteil, bei dem sich das Kind überwiegend aufhält, alleine entscheiden und braucht deshalb nicht die Zustimmung des anderen Elternteils. Angelegenheiten des täglichen Lebens sind zum Beispiel:

  • Organisation des täglichen Lebens,
  • Kleidung,
  • Hausaufgaben und
  • Arztbesuche bei nicht schwerwiegenden Erkrankungen.

Jedoch ist bei Entscheidungen, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung sind, das Einverständnis beider Elternteile Voraussetzung. Hier darf also nicht alleine entschieden werden, sondern Sie müssen Ihren ehemaligen Partner fragen und dann eine gemeinsame Entscheidung treffen.

Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung sind zum Beispiel:

  • Aufenthalt des Kindes,
  • Besuch des Kindergartens, Wahl der Schule, Schulwechsel,
  • Ausübung teurer Sportarten und
  • Entscheidungen über nicht eilige Operationen.

Bei Gefahr im Verzug, beispielsweise bei unaufschiebbaren ärztlichen Behandlungen, ist selbstverständlich jeder Elternteil alleine sorgeberechtigt und kann alleine entscheiden.

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