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Welche Möglichkeiten hinsichtlich der Steuerklasse habe ich?

Die Einkommenssteuer

Jeder Arbeitnehmer muss grundsätzlich Einkommenssteuer zahlen. Lohnsteuer muss monatlich als Vorauszahlung auf die Einkommenssteuer gezahlt werden. Der Abzug der Lohnsteuer erfolgt dadurch, dass der Arbeitgeber diese direkt an das Finanzamt abführt.

Die Lohnsteuerklassen

Es gelten dabei folgende Lohnsteuerklassen (§38 b EStG):

SteuerklasseArbeitnehmer
ILedige, Verheiratete, Geschiedene, Verwitwete, wenn Steuerklasse III und IV nicht gelten.
IIAb 2004, wenn der Freibetrag für Alleinerziehende zu berücksichtigen ist.
IIIVerheiratete, die nicht dauernd getrennt leben, beide einkommenssteuerpflichtig sind und nicht die Steuerklasse IV gewählt haben. Auch wenn der andere Partner nicht berufstätig oder selbstständig ist, wird die Lohnsteuerklasse III zugewiesen. Verwitwete bis zum Ende des auf den Tod des Ehegatten folgenden Kalenderjahres, sofern der verstorbene Ehegatte zum Zeitpunkt seines Todes unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig gewesen ist und die Ehegatten bis zum Zeitpunkt des Todes nicht dauernd getrennt gelebt haben.
IVVerheiratete, die beide Lohn verdienen, beide einkommenspflichtig sind und zusammen leben.
VVerheiratete, wenn der andere Ehegatte Steuerklasse III hat, beide einkommensteuerpflichtig sind und zusammenleben. Es muss ein Antrag gestellt werden.
VIArbeitnehmer, die Lohn aus mehr als einem Arbeitsverhältnis verdienen, ab dem zweiten und weiteren Arbeitsverhältnissen.

Sofern Ehegatten also die für sie günstigen Steuerklassen III und V wählen, geschieht die Eingruppierung in die Lohnsteuerklassen ab der Eheschließung nicht automatisch, sondern der Wechsel von ehemals IV in III/V muss beantragt werden.

Steuerliche Einstufung nach der Hochzeit

Die Ehegatten werden also mit der Eheschließung beide in die Lohnsteuerklasse IV eingestuft. Diese ist eine günstige Lohnsteuerklasse, wenn beide Ehegatten berufstätig sind und ein ähnliches Einkommen verdienen.

Wahlmöglichkeiten

Sofern das Einkommen eines Ehepartners deutlich höher als das des anderen ist, so ist es sinnvoller, dass der mehr verdienende Ehegatte die Lohnsteuerklasse III wählt und der weniger verdienende Ehegatte die Lohnsteuerklasse V. Dies bietet sich zum Beispiel an, sofern der eine Ehegatte ein reguläres Gehalt verdient und der andere Ehegatte lediglich einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht.

Die Lohnsteuerklasse ist lediglich dafür maßgeblich, wie viel Steuern als Vorauszahlung geleistet werden müssen. Sofern die Eheleute zu viel Lohnsteuer gezahlt haben, erfolgt eine Zurückerstattung der überbezahlten Lohnsteuer mit der Einkommenssteuererklärung.

Sofern ein Ehegatte einer zweiten oder weiteren steuerpflichtigen Beschäftigungen nachgeht, so werden die Einkünfte daraus nach Steuerklasse VI, der günstigsten Steuerklasse, besteuert. Es ist somit nicht negativ, mehrere steuerpflichtige Arbeitsverhältnisse zu haben, sofern Arbeitgeber und Zeit dies zulassen.

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