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Wie erfahre ich, welches Vermögen mein Ehegatte während der Ehe hinzugewonnen hat?

Auskunftspflicht

Sobald der Scheidungsantrag beiden Ehegatten vorliegt, sind beide Ehegatten verpflichtet, dem jeweils anderen Ehegatten über den Bestand und über den Wert des Endvermögens Auskunft zu erteilen.

Jeder Ehegatte ist verpflichtet, ein geordnetes Bestandsverzeichnis vorzulegen, in dem die Aktiva und Passiva übersichtlich und detailliert aufgelistet sind, in dem zu jedem Gegenstand die wertbildenden Faktoren und der Wert angegeben ist.

Das Bestandsverzeichnis muss schriftlich erstellt werden und ist vom jeweiligen Ehegatten persönlich zu unterschreiben.

 

Expertentipp:

Für das Anfangsvermögen gibt es keinen Auskunftsanspruch. Da jeder Ehegatte seinen eigenen Zugewinn so gering wie möglich halten will, sollte er im eigenen Interesse sein Anfangsvermögen möglichst vollständig mitteilen.

Grundsätzlich besteht kein Anspruch auf Vorlage von Belegen. Sofern ein Ehegatte die wertbildenden Faktoren und den Wert des Gegenstandes angibt, muss unterstellt werden, dass die Angaben der Richtigkeit entsprechen.

Soweit ein Grund zu der Annahme besteht, dass die Angaben über das Endvermögen nicht vollständig und richtig abgegeben worden sind, kann die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung über die Vollständigkeit und Richtigkeit der gemachten Angaben verlangt werden.

Da eine falsche eidesstattliche Versicherung strafbar ist, riskiert der Ehegatte, der falsche Angaben tätigt, dass er hierfür verurteilt wird. Je nach Grad der falsch getätigten Angaben und nach sonstiger persönlicher Einstellung kann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe verhängt werden.

Erteilt ein Ehegatte die Angaben zu seinem Endvermögen nicht freiwillig, so kann der Auskunftsanspruch und die anschließende Zahlung des daraufhin berechneten Zugewinns gerichtlich geltend gemacht und festgestellt werden.

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