7 Mythen & Märchen über Trennung, Scheidung und Unterhalt

 
 

Scheidung ist nichts, was Spaß macht. Mit einer Scheidung rechnet eigentlich niemand so recht, wenn man gerade vom Traualtar kommt und sich das Ja-Wort gegeben hat. Warum eigentlich ist das so bei einer Scheidungsrate von fast 30 Prozent?

Auch ein Ehevertrag wird meistens nicht als notwendig erachtet. Bis die eigene Firma wegen Scheidung verkauft werden muss. Dabei ist die Ehe der mit Abstand größte und rechtlich weitreichendste Vertrag, den ein Mensch eingehen kann. Und keiner klärt auf!

Doch: Scheidung.de räumt auf mit dem Nichtwissen in Sachen Trennung, Scheidung und Unterhalt. Jede Woche gibt es neue Mythen & Märchen rund um die Themen Trennung, Scheidung, Unterhalt und Neubeginn:

FOLGE 1:  Montag 7. - Sonntag 13. September 2015

1. Montag: "Der Scheidungsanwalt regelt alles und sehr gründlich, ich muss nix tun."

Jein, wenn Sie nicht mithelfen wollen, dann wird es teurer. Ihr Bier. Kindesunterhalt, oder Aufenthaltsbestimmungen und Umgangsrechte und vieles andere mehr regelt der Scheidungsrichter nur dann, wenn Sie es wünschen und beantragen.

2. Dienstag: "Ich will nix zahlen, schon mal gar keinen Unterhalt; deswegen kündige ich gleich mal den Job."

Nein, also den Job können Sie natürlich immer kündigen. Nur heißt das nicht, dass Sie Ihren Unterhaltspflichten nicht mehr nachkommen müssen. Das Gericht wird in diesem Fall ein fiktives Einkommen schätzen. Zudem ist es strafbar, sich vorsätzlich der gesetzlich bestimmten Unterhaltszahlungen zu entziehen.

3. Mittwoch: "Die Wohnung ist meine, und mein Noch-Ehefrau muss da jetzt aber direkt mal da raus."

Wenn Ihnen die Wohnung alleine gehört, können Sie grundsätzlich schon darüber frei verfügen. Es gibt aber Ausnahmen: Das Familiengericht kann Ihrer Ex und den gemeinsamen Kindern für eine Übergangszeit die alleinige Nutzung zusprechen.

4. Donnerstag: "Bei einer einvernehmlichen Scheidung gehe ich zum Notar, und lasse mich dort scheiden."

Ja, aber nur beispielsweise in Belgien. In Deutschland braucht man noch mindestens ein Anwalt. Die Lobby ist hier einfach stärker ;). Der sollte dann aber auch bei einer Scheidung ohne (viel) Streit genügen. 

5. Freitag: "Wir sind jetzt seit einer Woche verheiratet, ich reiche am Sonntag die Scheidung ein, damit es schneller geht."

Ja, den Scheidungsantrag können Sie während der Trennungszeit immer einreichen. Nur müssen Sie das obligatorische Trennungsjahr einhalten, egal ob Sie nun 1 Woche oder 10 Jahre verheiratet sind. 

6. Samstag: "Ich sehe die Kinder wieder nicht, weil meine liebe Noch-Ehefrau glaubt, Sie hätte das alleinige Umgangsrecht, und das Sorgerecht sowieso."

Nein, Ihr Kind hat das Recht, mit Ihnen Umgang zu haben. Das Sorgerecht verbleibt in der Regel immer bei beiden Elternteilen. Wenn es Schwierigkeiten gibt, hilft das Jugendamt.

7. Sonntag: "Am Sonntag geht nur die Online-Scheidung, die Anwälte sind eh nicht zu erreichen."

Ja und Nein, Anwälte werden wohl am Sonntag kaum zu erreichen sein; die Online-Scheidung geht natürlich auch am Sonntag und die ganze Woche über - 24 Stunden am Tag, egal wo Sie gerade sind, im Urlaub, im Ausland, oder sonst wo.  Und Ja: Es wurde in Deutschland sich tatsächlich bereits online geschieden! Glauben Sie nicht? Hier: http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/scheidung_videokonferenz_erfurt100.html

Unsere Prognose von Scheidung.de: Die komplette Online-Scheidung ist nicht mehr aufzuhalten. Die kommt so sicher wie das "Amen in der Kirche". Amen.

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