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Wer hat das Sorgerecht bei gemeinsamen Kindern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft?

In einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft steht das Sorgerecht für die gemeinsamen nichtehelichen Kinder nach dem Gesetz allein der Mutter zu. Die Eltern können im gegenseitigen Einvernehmen das gemeinsame Sorgerecht dadurch begründen, indem sie eine Sorgerechtserklärung abgeben oder heiraten.

Die Sorgerechtserklärung

Bei der Sorgerechtserklärung können die Eltern persönlich vor dem Jugendamt, dem Standesamt oder einem Notar erklären, dass sie die elterliche Sorge gemeinsam ausüben wollen. Diese Sorgerechtserklärung kann bereits vor Geburt des Kindes aufgegeben werden.

Diese Erklärung muss dann vom Jugendamt, dem Standesamt oder dem Notar öffentlich beurkundet werden. Die beurkundete Erklärung muss anschließend dem zuständigen Jugendamt mitgeteilt werden. Das Jugendamt händigt auf Antrag den Eltern einen Nachweis der Vertretungsbefugnis aus. Die Sorgerechtserklärung ist kostenlos.

Expertentipp:

Da das Jugendamt sowieso über die Sorgerechtserklärung informiert werden muss, ist es sinnvoll die Sorgerechtserklärung gleich vor dem örtlichen Jugendamt abzugeben und zu beurkunden.

Durch die Sorgerechtserklärung üben beide Eltern gleichberechtigt die elterliche Sorge aus. Sie haben die für das Kindeswohl bedeutsamen Fragen gemeinsam zu entscheiden.

An die erteilte Sorgerechtserklärung sind die Eltern grundsätzlich für immer gebunden. Eine Abänderung der erteilten Sorgerechtserklärung ist nur dann möglich, wenn das körperliche, seelische oder geistige Wohlbefinden des Kindes gefährdet ist, weil die Eltern das Kind vernachlässigen oder durch eigenes Verhalten oder das Verhalten Dritter gefährden.

Wenn die Eltern eines nichtehelichen Kindes auf Dauer getrennt leben, so können sowohl die Mutter als auch der Vater beim Familiengericht beantragen, dass Ihnen das alleinige Sorgerecht für das Kind übertragen wird.

Wenn das Kind in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft kein gemeinsames Kind ist, sondern einer der Lebensgefährten das Kind mit in die nichteheliche Lebensgemeinschaft mitgebracht hat, so kann keine Sorgerechtserklärung abgegeben werden.

Das Kind nur eines Partners der nichtehelichen Lebensgemeinschaft kann nur dann auch zum Kind des anderen Lebensgefährten werden, wenn es adoptiert wird.

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