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So gelingt der Neubeginn

Wenn Sie den Entschluss gefasst haben, den Weg der Trennung und Scheidung zu gehen, dann benötigen Sie erst einmal eine gute Beratung und/oder Literatur. Sie können mit einem Anwalt vor Ort einen Termin ausmachen (zumeist kostenpflichtig), Sie können sich Bücher zum Thema kaufen; im Internet finden Sie mittlerweile auch sehr gute und vor allem auf den neuesten Stand gebrachte Informationen zum Beispiel auf dem Scheidungsportal Scheidung.de.

Parallel zum rechtlichen Scheidungsprocedere werden bei Ihnen nach und nach Gedanken zum Leben nach der Scheidung aufkommen. Sie denken an den Neubeginn. Das ist normal, denn neben allen Herausforderungen und Schwierigkeiten, die Sie zu meistern haben, bedeutet eine Scheidung auch immer die Chance auf ein anderes Leben, auf ein besseres Leben, auf einen Neustart für Sie.

Wichtig ist, dass Sie Ihre Gefühle kanalisieren können, dass Sie Ihre Gedanken und Stimmungen in den Griff bekommen.

Wie Sie den Umgang mit Ihren Gefühlen in den Griff bekommen können

  • Lesen Sie Bücher zur Scheidung, in denen positive Bewältigungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.
  • Machen Sie sich deutlich, dass starke negative Gefühle im Verlauf der nächsten Zeit viel von ihrer Intensität verlieren werden, dass es aber einige Zeit in Anspruch nehmen kann, bis die Trennung endgültig verarbeitet ist.
  • Führen Sie ein Tagebuch (oder für Männer: ein Notizbuch ;-)) – dies hilft Ihnen, sich Ihrer Gefühle und deren Veränderung bewusster zu werden.
  • Versuchen Sie, positive Seiten an der Trennung beziehungsweise Scheidung zu sehen, zum Beispiel die Möglichkeit, sich als Individuum weiterzuentwickeln, oder den Reiz des Unbekannten. Ein neues Leben liegt vor Ihnen!
  • Üben Sie gewohnt Rollen wie bisher aus. Auf diese Weise empfinden Sie trotz der Trennung eine gewisse Kontinuität und erleben mehr Sicherheit.
  • Machen Sie sich bewusst, dass Sie für Ihre Gefühle selbst verantwortlich sind und diese kontrollieren können. Auch haben Sie Ihr weiteres Schicksal in den Händen. Sie können also nicht den Partner oder die Trennung auf Dauer für die eigene unbefriedigende Situation verantwortlich machen

(Quelle: Familienhandbuch, Dr. Martin R. Textor)

Nach einer Trennung durchlaufen Sie verschiedene Phasen. Menschen sind alle unterschiedlich, somit werden Sie diese Phasen auch individuell in Ihrem eigenen Rhythmus durchlaufen. Es kann aber helfen, dass Sie wissen, auf was Sie sich einzustellen haben in der nächsten Zeit.

Verabschiedungsphasen nach einer Trennung und Scheidung

Auf diese Verabschiedungsphasen sollten Sie sich nach einer Trennung einstellen:

1. Schock

Sie wollen es nicht wahrhaben, dass Sie nun allein sind. Sie wollen so schnell wie möglich den alten Zustand wieder herstellen. Auch wenn Sie es für Liebe halten – meistens ist es nur Haben-Wollen. Sie versuchen Kontakt aufzunehmen, mit der Partnerin zu sprechen, Sie zur Rückkehr zu bewegen. Sie warten verzweifelt ab und ändern deshalb nichts in Ihrem Leben.

2. Gefühlsaufruhr und Depressionen

Das Leben hat keinen Sinn mehr für Sie. Sie haben Rache- und Hassgefühle, fühlen sich unruhig, unkonzentriert, ziehen sich von allem zurück. Sie haben Schuldgefühle und es quält Sie die Frage, ob Sie alles versucht haben, um die Beziehung zu retten.

3. Lösung

Sie haben akzeptiert, dass der Partner nicht mehr zurückkommt und Sie warten nicht mehr darauf. Sie haben auch keine Angst mehr davor, dem oder der Ex irgendwo zu begegnen. Sie denken manchmal darüber nach, ob eine neue Partnerschaft möglich ist. Sie quälen sich nicht mehr mit Selbstvorwürfen.

4. Neubeginn

Sie setzen sich neue Ziele und verändern Dinge in Ihrem Leben: die Wohnung; Ihr Äußeres, den Freundeskreis, die Hobbies. Sie entwickeln wieder mehr Lebensfreude und nehmen wieder aktiv am Leben teil.

Überspringen oder abkürzen können Sie keine dieser Phasen. Sie können sich aber aktiv mit jeder dieser Phasen auseinander setzen, sie annehmen und bewusst durchleben. Damit können Sie selbst bestimmen, welche Zeit Sie sich für den gesamten Prozess nehmen wollen.

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