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Mediation

Stress macht krank. Im letzten Jahr waren 40 % aller Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auf psychosomatische Erkrankungen zurückzuführen. Auch Streit in der Familie führt zu Stress und endet oft vor Gericht. Mediation (Vermittlung) kann Stress und Gerichtsverfahren verhindern.

 

Was kann Mediation leisten?

Eine gute Mediation kann sehr viel Geld und vor allem viel Nerven und Zeit sparen. Voraussetzung ist, dass beide Partner es schaffen, eine zielgerichtete Kommunikation aufzubauen.

Der Mediator ist somit der Steuermann, der versucht, eine für beide Parteien tragfähige Lösung mit den beiden Partnern zu erarbeiten.

Der Weg dahin ist nicht gerade, doch am Ende einer erfolgreichen Mediation steht sehr oft eine tiefe Zufriedenheit. Die Partner haben grundsätzlich nicht mehr das Gefühl, dass der andere einen missversteht.

Kosten und Nerven gespart

Wenn eine Mediation gelingt, hat das nicht nur Gerichtsgebühren und Anwaltsgebühren gespart.

Auch die Atmosphäre zwischen den Partnern konnte wieder auf ein Niveau gehoben werden, das erlaubte, Lösungen zu finden.

Was bedeutet Mediation?

Mediation als Vermittlungsversuch

Mediation ist ein anderes Wort für Streitschlichten oder Vermitteln zwischen Konfliktbeteiligten, das auch bei Trennung und Scheidung angewendet wird. Mediatoren sind unbeteiligte Dritte, die zwischen dem (Ehe-)Paar vermitteln. Dabei vermittelt der Mediator nicht im eigentlichen Sinne, sondern versucht mit den jeweiligen Paaren zuerst einmal eine Gesprächsbasis zu erarbeiten.

Ist die Gesprächsbasis gefunden, wird gemeinsam mit den Konfliktparteien eine dauerhafte Lösung für den Konflikt gesucht.

Mediation als außergerichtliche Alternative

Mediation ist ein außergerichtliches Konfliktbearbeitungsverfahren, in dem alle eigenverantwortlich und vor allem freiwillig nach Lösungsansätzen suchen. Bei Trennung und Scheidung kann sich die Mediation auf alle persönlichen und sachlichen Trennungs- und Scheidungsfolgen beziehen. Sie bezieht sich gegebenenfalls auch auf den Umgang mit den gemeinsamen Kindern.

Eine gute Lösung für beide Parten finden

Es geht bei der Mediation nicht darum, dass eine Partei recht bekommt und die andere nicht. Es sollen vielmehr beide Parteien gewinnen, es soll somit eine sogenannte win-win-Situation geschaffen werden. In vielen Fällen verhindert die Mediation Rechtsstreitigkeiten vor Gericht, in dem eine außergerichtliche Einigung herbeigeführt wird.

Welche Ausbildung müssen Mediatoren haben?

Das Selbstverständnis von Mediatoren

Mediatoren verstehen sich als Dritte, deren primäre Aufgabe es ist, dass die zerstrittenen Parteien wieder kommunizieren (lernen), wieder ins Gespräch kommen. Das angestrebte Gespräch sollte dann ausschließlich auf Fakten basiert sein und so weit wie möglich objektiv und ohne große Emotionen verlaufen.

Der Unterschied zwischen Streitschlichtung und Mediation

Im Unterschied zur Streitschlichtung, machen Mediatoren im Mediationsverfahren keine richtungsweisenden Anregungen zur Kompromisslösung sondern überlassen den Konfliktparteien, worüber sie sprechen und verhandeln und wie sie Ihren Konflikt lösen wollen.

Mediatoren haben unterschiedliche Schwerpunkte

Mediatoren finden sich besonders oft in folgenden Berufsfeldern: Juristen, Unternehmensberater, Psychologen, Theologen, Sozialwissenschaftler und Kommunikationswissenschaftler.

Bei einer Mediation im Bereich von Trennung und Scheidung handelt es sich vor allem um Juristen, Psychologen oder auch Sozialwissenschaftler.

Welche Voraussetzungen gibt es für eine erfolgreiche Mediation?

Freiwilligkeit und der Wunsch, eine Lösung zu finden

Eine Mediation kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Parteien ein wirkliches Interesse haben, den Konflikt gütlich und außergerichtlich beizulegen. Mediation beruht auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Es ist für die Parteien somit wichtig zu erkennen, dass es nicht um Rechthaberei geht, sondern um Einsicht. Nämlich die Einsicht, dass mittels eines konstruktiven Gesprächs beide Parteien eigentlich nur gewinnen können.

Ein Dritter, der beide Seiten verstehen kann

Darüber hinaus ist es notwendig, dass der Mediator für beide Standpunkte und Sichtweisen der Konfliktparteien dasselbe Verständnis aufbringt. Das Prinzip der sogenannten Allparteilichkeit bedeutet, dass der Mediator auf „beiden Seiten“ steht. Er wird somit gegebenenfalls versuchen, ein bestehendes Machtgefälle zwischen den Parteien auszugleichen.

Wie verläuft eine Mediation?

Die Entscheidung für oder gegen eine Mediation

Zuerst wird sich der Mediator die Fakten anhören und sich ein Bild machen. Er wird sich dann entscheiden, ob in dem individuellen Fall eine Mediation Sinn macht. Der Mediator wird ein Mediationsverfahren dann nicht durchführen, wenn er merkt, dass die Konfliktparteien zu sehr auf ihre Standpunkte und Sicht der Dinge beharren und es bereits im Vorfeld abzusehen ist, dass keiner der beiden Parteien gewillt ist, auf die andere Partei einen Schritt zuzugehen.

Falls er eine Möglichkeit erkennt, dass eine Einigung grundsätzlich machbar erscheint, wird der Mediator beiden Parteien das weitere Vorgehen, die weiteren Schritte skizzieren. Er wird Ihnen auch einen Kostenvoranschlag unterbreiten.

Das erste Gespräch

Sobald die finanziellen Fragen geklärt sind, findet in einem ersten Gespräch eine Erörterung der Sachlage statt. Danach wird der Mediator gemeinsam mit den Parteien nach Regelungen für den Konflikt suchen und überprüfen, welche Lösungen tatsächlich realistisch umgesetzt werden können. Dabei wird er beachten, dass die angestrebten Lösungen auch längerfristig das Aufflammen von neuen Konflikten verhindern.

In diesem Prozess der Lösungsfindung hinterfragt der Mediator Aussagen, regt zu anderen Sichtweisen an und gibt Anstöße, ohne dass er selbst Partei ergreift, verurteilt oder Vorschläge zur Konfliktbehebung unterbreitet.

Eine akzeptable Lösung ist gefunden

Wenn sich die Parteien auf einen von allen akzeptierbaren Lösungsvorschlag geeinigt haben, so wird dieser schriftlich festgehalten. Das ist notwendig, damit sichergestellt werden kann, dass die Parteien sich auch an die Vereinbarung halten.

Was kostet eine Mediation?

Honorar frei vereinbar

In der Regel wird für eine Mediation eine Honorarvereinbarung auf Stundenbasis abgeschlossen. Die Höhe ist individuell aushandelbar und nicht vorgegeben. Es kommt auf die individuelle Ausgestaltung des Konfliktfalles an. Die Stundensätze können bei einem Rechtsanwalt bei 120 Euro bis 180 Euro liegen, bei einer Mediation durch Angehörige psycho-sozialer Berufsgruppen erheblich darunter. Hier ist aber zu beachten, dass die Mediationsvereinbarung dann wieder gegebenenfalls durch einen Rechtsanwalt zu überprüfen ist.

Kosten abhängig von der Komplexität

Die Höhe der Kosten für eine Mediation ist somit abhängig von der Komplexität Ihrer Situation (Anzahl der vorgesehenen Stunden) sowie vom vereinbarten Stundensatz, der je nach Mediator und Fall variieren kann.

Sie sollten auf jeden Fall zu Beginn einer Mediation einen Mediationsvertrag schriftlich abschließen.

Kostenlose Anlaufstellen

Es gibt auch kostenlose Anlaufstellen, wie zum Beispiel bei Erziehungsberatungen oder beim Jugendamt, wenn es sich um einen Konflikt handelt zum Umgangs- und Sorgerecht von Kindern. Andere teilweise geförderte Beratungsstellen verlangen einen an den Einkommensverhältnissen der Beteiligten orientierten Beitrag.

Der nicht-monetäre Vorteil

Falls Sie es schaffen, durch eine Mediation eine außergerichtliche Streitbeilegung zu erzielen, dann haben Sie nicht nur sehr häufig einen finanziellen Vorteil, sondern auch einen moralischen Vorteil. Sie haben es geschafft aus einer zuerst einmal ausweglos erscheinenden Situation nun doch eine Lösung mit Hilfe eines Mediators zu erreichen. Das kann vor allem für die Zukunft wichtig und entscheidend sein.

Verhandeln statt Rosenkrieg

Wie Mediation bei Konflikten helfen kann

Gelassenheit ist trainierbar. Ärger und Stress sollte man so gering wie möglich halten. Und Stress entsteht auch durch Streit. Wer hatte nicht schon mal eine schwierige Auseinandersetzung mit Kollegen, Mitarbeitern, Nachbarn oder in der Familie? Wenn ein Streit eskaliert, endet er häufig vor Gericht. Das muss nicht sein. Es gibt andere Wege, einen Streit zu lösen: die Mediation.

Interessen und Bedürfnisse werden offen gelegt

Im Rahmen der Mediation wird mit Hilfe eines unabhängigen Dritten herausgearbeitet, welche Motive hinter den einzelnen Positionen stehen und welche Interessen und Bedürfnisse wiederum hinter den Motiven stehen. Wenn diese Interessen und Bedürfnisse von beiden Seiten offen gelegt werden, entsteht in den meisten Fällen Verständnis für die Interessen des Anderen.

Und genauso kann dann eine Einigung zum Vorteil beider Parteien gefunden werden. In der Mediation wird verhandelt, nicht wie vor Gericht behauptet und bewiesen. Es finden Gespräche zwischen den Parteien, meistens in einer ungezwungenen formlosen Atmosphäre statt. Vor Gericht stellen Richter Fragen — in der Mediation können Dinge direkt, ohne dass jemand die Angemessenheit der Fragen prüft, hinterfragt werden. So kommen Tatsachen auf den Tisch, die Sie vor Gericht niemals erfahren würden.

Trotzdem ist die Mediation ein sehr vertrauliches Verfahren, im Gegensatz zu öffentlichen Gerichtverfahren. Die Mediatoren verpflichten sich zur Geheimhaltung.

Mediation spart Zeit

Es gibt weitere Vorteile: Ein Gerichtsprozess dauert oft einige Monate, meistens zieht er sich über Jahre hin, weil schon zwischen den einzelnen Terminen Monate liegen. Ein Mann, der um das Sorgerecht für seine Kinder kämpft, wartet zum Beispiel bis zu 4 Monate auf einen ersten Anhörungstermin. Ein Erbschaftsstreit wurde kürzlich nach 5 Jahren Ressourcen verschlingenden Hin und Her beendet. Bei einer Mediation kann der Konflikt in 6 Wochen gelöst sein.

Auch die Beziehung zwischen den Streitparteien wird meistens durch den Gang zum Gericht nicht besser. Im Gegenteil, der „Krieg“ verhärtet die Fronten und ein friedliches Miteinander ist danach eher selten möglich. In der Mediation ist es häufig so, dass dadurch, dass das Verständnis für die Interessen der Gegenpartei geweckt wird, nicht nur der Streit an sich einfacher zu lösen ist, sondern auch das Verhältnis der beiden untereinander besser wird. Außerdem kostet ein Mediationsverfahren sehr viel weniger als ein gerichtliches Verfahren.

Beziehung zwischen den Beteiligten wird verbessert

Statistisch gesehen wird jede dritte Ehe in Deutschland geschieden. Es gibt jährlich 170.000 Kinder und Jugendliche, die von der Trennung ihrer Eltern betroffen sind. Mediation in Sorge- und Umgangsrechtsstreitigkeiten verbessert die Beziehung der Eltern zueinander und zu ihren Kindern dadurch, dass die Eltern die Konflikte miteinander, statt gegeneinander lösen. Sie unterstützt Eltern und Kinder bei der Regelung familiärer Konflikte, weil wieder geredet wird.

Leute, die reden, denen kann geholfen werden. Häufig reden Eltern, die um ihre Kinder kämpfen, aber nicht mehr miteinander. Man agiert nicht mehr, sondern man reagiert. Die Ursache dafür ist der Stress, unter denen die Streitenden stehen. Das wäre völlig unnötig, würde man an Stelle des Streites eine konstruktive Auseinandersetzung stellen.

Fazit ist: Mediation ist mehr als eine Methode, um Konflikte zu lösen. Sie ist zu einer Haltung im Umgang mit zwischenmenschlichen Spannungssituationen geworden.

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