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Scheidung

Welche Varianten der Scheidung gibt es?

Die Scheidung ohne Anwalt

Ohne Anwalt geht es nicht. Beim Familiengericht besteht Anwaltszwang. Zumindest müssen Sie sich dann, wenn Sie selbst den Scheidungsantrag stellen, anwaltlich vertreten lassen. Nur ein Rechtsanwalt kann den Scheidungsantrag beim Familiengericht einreichen. Sie selber können dort keine Anträge stellen und nicht selbst verhandeln. Mit unserem Angebot der Online-Scheidung kommen Sie am schnellsten zum Ziel.

Grund ist, dass Familiensachen und insbesondere eine Ehescheidung oft sehr emotional geführt wird. Damit das Gericht eine vertretbare Entscheidung treffen kann, ist es Aufgabe des Rechtsanwalts, diejenigen Fakten vorzutragen, nach denen das Scheidungsverfahren abläuft. Vor allem ist es Aufgabe des Rechtsanwalts, emotionale Aspekte so weit als möglich herauszufiltern und den Scheidungsantrag auf die Fakten zu reduzieren, die wirklich entscheidungserheblich sind.

Persönliche und emotionale Aspekte sind allenfalls dann relevant, wenn sie im direkten Zusammenhang mit solchen Fakten stehen. Könnte ein scheidungswilliger Ehegatte selbst die Scheidung beantragen, würden die Familiengerichte mit Schriftsätzen überflutet werden und wären kaum in der Lage, eine in der Sache und zeitlich angemessene Entscheidung herbeizuführen. Da Sie aber regelmäßig schnell geschieden werden wollen, liegt es auch in Ihrem Interesse, dass der Rechtsanwalt nur das vorträgt, was juristisch entscheidungserheblich ist.

Die einvernehmliche Scheidung ohne Streit

Im Idealfall einigen Sie sich einvernehmlich über Ihre Ehescheidung und die damit verbundenen Scheidungsfolgen. Einvernehmlich bedeutet in diesem Fall, dass ein Ehegatte den Scheidungsantrag beim Gericht stellt und der andere Ehegatte seine Zustimmung erklärt. In diesem Fall muss er sich jedoch darauf beschränken, Ihrem Scheidungsantrag zuzustimmen. Einerseits verzichtet er auf einen eigenen Rechtsanwalt, kann andererseits aber selbst keine Anträge beim Familiengericht stellen.

In diesem Fall genügt es, wenn Sie selbst anwaltlich vertreten sind und den Scheidungsantrag über Ihren Rechtsanwalt einreichen. Die einvernehmliche Ehescheidung führt zu einer spürbaren Kostenersparnis und vermeidet, dass Sie über Ihre wahrscheinlich ohnehin bestehende emotionale Belastung hinaus noch zusätzlich nervlich und zeitlich belastet werden.

Im Scheidungsantrag brauchen Sie lediglich die Scheidung zu beantragen und Angaben zu machen, ob Sie sich über das Sorgerecht und Umgangsrecht sowie die Unterhaltspflicht gegenüber Ihren minderjährigen Kindern geeinigt haben. Ferner wird die Erklärung gefordert, ob der Ehegattenunterhalt und die Rechtsverhältnisse an der Ehewohnung und am Hausrat geregelt sind. Besteht hierEinvernehmen oder kein Bedürfnis an einer Regelung, wird das Familiengericht relativ schnell die Ehescheidung aussprechen. Unser Angebot der Online-Scheidung ist dafür genau der richtige Weg.

Die „normale“ Scheidung

Die Scheidung, bei der lediglich die Scheidung beantragt wird und sonst keine Scheidungsfolgen zu regeln sind, ist die Ausnahme. Im Regelfall sind immer noch einige Punkte zu regeln. Es handelt sich dann um sogenannte Scheidungsfolgen oder Scheidungsfolgesachen.

Sie können beantragen, eine Scheidungsfolge, zum Beispiel den nachehelichen Unterhalt oder den Zugewinnausgleich, im Zusammenhang mit dem Scheidungsantrag zu regeln. Das Familiengericht wird dann die Ehescheidung im „Verbund“ mit der Scheidungsfolgensache entscheiden. Im Ausnahmefall, wenn eine Scheidungsfolge streitig oder in der Sache schwierig zu beurteilen ist, kann das Familiengericht die Ehescheidung aussprechen und die Scheidungsfolgesache abtrennen und gesondert entscheiden.

Unabhängig davon können Sie auch nach der Ehescheidung eine Scheidungsfolgesache beim Gericht anhängig machen und eine Entscheidung beantragen. Ein nachträgliches Verfahren ist jedoch kostenintensiver als wenn es gleich im Verbund mit der Scheidung mit entschieden wird.

Soweit noch einige Punkte zu regeln sind, empfiehlt es sich, eine einvernehmliche Regelung herbeizuführen und diese Regelung bei einem Notar Ihrer Wahl beurkunden zu lassen. Die notarielle Regelung gewährleistet, dass die Vereinbarung Bestand hat und von keinem Ehepartner im Nachhinein bezweifelt oder grundlos angefochten werden kann. Soweit Sie individuellen Beratungsbedarf haben, können Sie sich gerne telefonisch bei uns melden. Der Notar darf Sie nämlich nur objektiv beraten und muss auch die Interessen Ihres Ehegatten einbeziehen. Wenn Sie Ihre Ehescheidung online beantragen, können Sie problemlos auf unseren Rat zurückgreifen.

Alternativ können Sie statt der notariellen Beurkundung die Vereinbarung auch im Termin zur öffentlichen Verhandlung, in dem Ihre Scheidung verhandelt wird, zu Protokoll des Familiengerichts erklären. Dieser Weg ist kostengünstiger als die notarielle Beurkundung, beinhaltet aber das Risiko, dass sich ein Ehepartner bis dahin eine andere Meinung bildet und nicht mehr zu dem steht, was vorher abgesprochen wurde. Damit öffnet sich die Tür zum Streit, den Sie eigentlich vermeiden wollten.

Die Rosenkrieg-Scheidung

Erinnern Sie sich an Michael Douglas und Kathleen Turner? In dem Hollywood-Film „Rosenkrieg“ führten sie vor, was abläuft, wenn sich scheidungswillige Paare trennen, aber keiner dem anderen die Trennung tatsächlich gönnt. Sie bekriegen sich bis aufs Messer, wohl wissend, dass sie sich selbst damit schaden. Es geht nur darum, dem anderen weh zu tun und das eigene Gefühl der Rache zu befriedigen.

Eine einvernehmliche Ehescheidung sieht jedenfalls anders aus. Rosenkrieg-Scheidungen laufen meist über viele Jahre. Sie gestalten sich wie Grabenkämpfe im Krieg, bei denen jeder vermeintliche Fortschritt teuer erkauft wird und letztlich keiner gewinnen kann. Scheidungen dieser Qualität führen dazu, dass nicht mehr nur die reine Ehescheidung zur Debatte steht, sondern auch alle denkbaren Scheidungsfolgesachen, wie Ehegattenunterhalt, Zugewinnausgleich und vor allem das Sorge- und Umgangsrecht für die gemeinsamen Kinder, zum Schauplatz unnützer emotionaler Auseinandersetzungen werden.

Dabei geht es nicht nur darum, dass jede einzelne Scheidungsfolgesache Gerichtsgebühren und Anwaltsgebühren verursacht. Vielmehr erfordert jede Folgesache, dass sich die Ehepartner fortlaufend mit dem ganzen Ärger beschäftigen, Beratungstermine wahrnehmen und vor Gericht erscheinen sowie in Sorgerechtsverfahren vielleicht Gutachter wie das Jugendamt einbezogen werden müssen. Dass solche Wege nervenaufreibend verlaufen, versteht sich von selbst. Auch für einen Familienrichter ist es ungemein schwierig, im Dickicht der gegenseitigen Sachvorträge und Vorwürfe das herauszufiltern, was für seine Entscheidung erheblich ist. Er wird nicht bereit sein, sich in solche Grabenkämpfe hineinziehen zu lassen.

Ehescheidungen, die von beiden Anwälten über Jahre hart geführt werden, haben keinen Sieger. Die Ex-Paare müssen die horrenden Rechnungen der Anwälte bezahlen.

Ehescheidungen, die von beiden Anwälten über Jahre hart geführt werden, haben keinen Sieger. Die Ex-Paare müssen die horrenden Rechnungen der Anwälte bezahlen.

Wenn Sie hingegen eine neue Lebensperspektive aufbauen möchten, sollten Sie Ihre Kraft und Ihr Geld dort investieren, wo es Ihnen Nutzen bringt. Beide Partner müssen wissen und eingestehen, dass ein Scheidungsverfahren ein gegenseitiges Nehmen und Geben ist und ein Ehepartner nicht nur nehmen und der andere nur geben soll. Nur wer Kompromisse schließt, kann darauf hoffen, dass die Trennung und Scheidung nicht jegliche Zukunft verbaut.

Alternativen zur Scheidung

Getrenntleben ohne Scheidung

Laut Statistik wurden in Deutschland 2013 169.800 Ehen geschieden. Tendenz mindestens gleichbleibend. Sie sind also kein Einzelfall. Es ist davon auszugehen, dass etwa 36 % der jedes Jahr geschlossenen Ehen im Laufe der nächsten 25 Jahre geschieden werden.

Scheuen Sie ein Scheidungsverfahren, können Sie natürlich auch ohne Ehescheidung getrennt leben. Allerdings kann Ihr Ehegatte die Scheidung erzwingen, wenn Sie seit drei Jahren getrennt gelebt haben. Beantragt er dann die Scheidung, wird kraft Gesetzes unwiderlegbar vermutet, dass Ihre Ehe gescheitert ist. Der Familienrichter muss dann die Scheidung auch gegen Ihren Willen aussprechen.

Getrenntleben ohne Scheidung dürfte die Ausnahme sein. Mindestens müssen Sie die durch Ihre Trennung aufkommenden Trennungsfolgen irgendwie regeln.

Dazu gehört beispielsweise, dass Sie Ihren gemeinsamen Hausrat aufteilen, abklären, wer die bislang gemeinsam genutzte Ehewohnung fortan nutzt oder wer künftig während der Ehe entstandene Verbindlichkeiten bedient.

Im Regelfall empfiehlt es sich, klare Verhältnisse zu schaffen und das formal bestehende Band der Ehe aufzulösen. Solange beide Ehepartner mit der Situation problemlos umgehen können, gibt es keine Probleme. Aber: Solange die Ehe formal fortbesteht, bleibt Ihr Ehepartner als Ihr gesetzlicher Erbe erbberechtigt. Sie verzichten außerdem auf den Zugewinnausgleich und können zur Regelung Ihrer Rentenansprüche keinen Versorgungsausgleich geltend machen. Sie sind also gut beraten, zumindest nach Ablauf einer gewissen „Probezeit“, die Scheidung einzureichen. Wenn Sie sich einig sind und die Scheidung einvernehmlich erfolgt, ist das Verfahren zügig und kostengünstig zu realisieren.

Ehevertrag

Im Idealfall, der aus in der Natur der Sache liegenden Gründen eher der Ausnahmefall ist, haben Sie bereits vor Ihrer Ehe einen Ehevertrag abgeschlossen. Sie können natürlich auch jederzeit während der Ehe einen solchen Ehevertrag abschließen. Vereinbaren Sie anlässlich Ihrer Trennung einen Ehevertrag spricht man konsequenterweise von einer Trennungsfolgen- oder Scheidungsfolgenvereinbarung.

In Eheverträgen vor oder während der Ehe geht es meist darum, den gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft auszuschließen und Gütertrennung zu vereinbaren.

In Eheverträgen geht es meist darum, den gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft auszuschließen und Gütertrennung zu vereinbaren.

In Eheverträgen vor oder während der Ehe geht es meist darum, den gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft auszuschließen und Gütertrennung zu vereinbaren. Vor allem, wenn ein Partner selbstständig ist, empfiehlt sich Gütertrennung. Auch können Sie den Zugewinnausgleich sowie den Versorgungsausgleich ausschließen. Vereinbarungen dieser Art dürfen aber keinen Partner unangemessen benachteiligen.

Unangemessen nachteilige Regelungen kann der Familienrichter für nichtig erklären.

Stehen Trennung und insbesondere Scheidung an, stehen folgende Scheidungsfolgesachen zur Debatte:

  • Trennungsunterhalt
  • Nachehelicher Ehegattenunterhalt
  • Kindesunterhalt
  • Zugewinnausgleich
  • Versorgungsausgleich
  • Verteilung des gemeinsamen Hausrats
  • Zuteilung der Ehewohnung
  • Sorgerecht für die Kinder
  • Umgangsrecht des nicht betreuenden Elternteils mit den Kindern

Soweit Sie zum Versorgungsausgleich keine Regelung treffen, ist das Familiengericht von Amts wegen verpflichtet, den Versorgungsausgleich durchzuführen. Mit dem Versorgungsausgleich werden die zukünftigen Rentenansprüche geregelt, die beide Partner während der Ehe angesammelt haben. War ein Ehepartner nicht erwerbstätig und hat insbesondere die Kinder betreut, wird er an den Rentenanwartschaften des berufstätigen Ehepartners beteiligt. Jeder Ehegatte erhält dann ein eigenes Rentenkonto und damit einen Anspruch gegen den jeweiligen Versorgungsträger. Besitzen Sie noch kein Rentenkonto, wird automatisch eines für Sie eingerichtet.

Paartherapie und Eheberatung

Nicht immer ist die Trennung oder Scheidung der Weisheit letzter Schluss. Oft besteht das Problem darin, dass sich Ehepartner nach wie vor verbunden fühlen, aber nicht mehr in der Lage sind, vernünftig miteinander umzugehen und zu sprechen.

Vieles bleibt unausgesprochen. Um diesen gordischen Knoten zu durchschlagen, hilft oft eine Paartherapie oder Eheberatung.

Scheidung.de arbeitet kooperativ mit kompetenten Paartherapeuten und Eheberatern.

Mediation bei Scheidung

Mediation ist nicht unbedingt Eheberatung, kann diese aber natürlich auch beinhalten. Mediation ist ein Mittel der friedlichen Konfliktlösung. Dabei geht es darum, mithilfe einer neutralen dritten Person (Mediator), Konflikte zu regeln und Entscheidungen herbeizuführen. Sie und Ihr Partner bestimmen, über welche Themen Sie sprechen möchten und welche Probleme Sie regeln wollen.

Der Mediator hat weniger die Rolle eines Beraters. Vielmehr obliegt es ihm, die Art und Weise der Gesprächsführung zu regeln und es beiden Partnern zu ermöglichen, miteinander unter seiner Aufsicht zu reden. Er wird denjenigen, der die Regeln der Gesprächsführung missachtet, zur Ordnung rufen. Er wird ausloten, wo Konflikte lösbar erscheinen und wo Kompromisse möglich sind. Das Ziel der Mediation besteht darin, eine Einigung über einen streitigen Sachverhalt herbeizuführen, der im Fall der Ehescheidung Teil einer Scheidungsfolgenvereinbarung sein kann.

Im Ergebnis soll die Mediation zu einer Vereinbarung führen, die schriftlich und rechtsverbindlich festgehalten wird. Sie können die Vereinbarung auch notariell beurkunden. Die Kosten einer Mediation werden meist nach Stundenhonoraren berechnet.

Auch müssen Sie damit rechnen, dass das Familiengericht im Scheidungsverfahren anordnet, dass Sie allein oder gemeinsam mit Ihrem Ehegatten an einem Informationsgespräch über Mediation oder einer anderen Möglichkeit der außergerichtlichen Konfliktbeilegung einer streitigen Scheidungsfolgesache teilnehmen und hierüber eine Bestätigung vorlegen müssen.

Den richtigen Anwalt finden. Wie soll das gehen?

Wie Sie wissen, können Sie Ihren Scheidungsantrag nur über einen Rechtsanwalt beim Gericht einreichen. Selbstverständlich erwarten Sie, dass Sie Ihrem Anwalt nicht nur vertrauen können, sondern dass er auch in Familienrechtsangelegenheiten eine kompetente Persönlichkeit ist. Um dies herauszufinden, haben Sie verschiedene Möglichkeiten.

Sie sollten sich jedenfalls nicht allein auf Mundpropaganda verlassen. Auch wenn Ihr Arbeitskollege mit einem Rechtsanwalt X gute Erfahrungen gemacht hat, bedeutet das noch lange nicht, dass er Sie in Ihrer Situation genauso gut vertritt. Auch die Angaben im örtlichen Telefonbuch geben noch keine Auskunft über die Kompetenz eines Anwalts. Hilfreich ist zumindest, wenn sich ein Anwalt als „Fachanwalt für Familienrecht“ ausgibt und damit bekundet, dass er im Familienrecht nachgewiesene theoretische und praktische Erfahrungen hat.

Gibt er an, das Familienrecht als Tätigkeitsschwerpunkt oder als Interessenschwerpunkt zu bearbeiten, bedeutet dies, dass er eher nur gelegentlich auf diesem Rechtsgebiet tätig ist.

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, bieten wir Ihnen neben unseren vielen Ratschlägen und Informationen auch an, den Kontakt zu einem Rechtsanwalt zu vermitteln. Wir arbeiten in vielen deutschen Städten mit ausgewiesenen Kennern des Familiengerichts zusammen. Wenn Sie sich auf unserer Website bei der „Expertensuche“ umsehen, finden Sie eine ganze Reihe von kompetenten Persönlichkeiten. Jeder Anwalt stellt sich persönlich mit einem Foto vor und beschreibt, mit welcher Kompetenz er das Familienrecht betreibt. Gleichwohl können Sie sich auch online mit dem zertifizierten Scheidungsservice von Scheidung.de scheiden lassen.

Voraussetzungen, Kosten und Ablauf

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Möchten Sie die Ehescheidung, müssen Sie nachweisen, dass Ihre Ehe gescheitert ist. Dazu müssen Sie vorab ein Jahr getrennt von Ihrem Ehegatten leben und damit das Trennungsjahr nachweislich vollzogen haben. Mit Ablauf des Trennungsjahres können Sie die Ehescheidung beantragen. Dazu müssen Sie einen Rechtsanwalt beauftragen, der den Scheidungsantrag für Sie beim Familiengericht einreicht. Zugleich müssen Sie die Gerichtsgebühren bezahlen. Ihre Zahlung ist Voraussetzung, dass das Gericht den Scheidungsantrag Ihrem Ehegatten förmlich zustellt und damit das Scheidungsverfahren in Gang setzt.

Sie werden geschieden, wenn Ihr Ehegatte der Ehescheidung zustimmt oder seinerseits gleichfalls die Scheidung beantragt. Widerspricht Ihr Ehegatte Ihrem Scheidungsantrag, können Sie erst nach Ablauf von drei Jahren geschieden werden. Dann vermutet das Gesetz unwiderlegbar, dass Ihre Ehe gescheitert ist und der Richter die Ehescheidung aussprechen muss.

Sofern Sie über die bloße Ehescheidung hinaus auch noch die Scheidungsfolgen regeln möchten, sollten Sie eine Scheidungsfolgenvereinbarung notariell beurkunden oder eine solche Vereinbarung anlässlich des mündlichen Scheidungstermins zu Protokoll des Familiengerichts erklären.

Ist die Scheidung mit einem Anwalt preisgünstiger?

Sie kommen bei der Ehescheidung mit einem einzigen Anwalt aus, wenn Sie lediglich die Scheidung beantragen und Ihr Ehepartner der Scheidung zustimmt und keine eigenen Anträge zur Sache stellt. Sie brauchen nur einen einzigen Anwalt zu bezahlen. Da Ihr Partner auf einen eigenen Anwalt verzichtet, ist es naheliegend, wenn Sie sich die Anwaltskosten teilen. Idealerweise starten Sie das Scheidungsverfahren mit der Online-Scheidung über Scheidung.de.

Online-Scheidung

Auch eine Online-Scheidung ist eine normale Ehescheidung. Sie erspart Ihnen nicht den Weg zum Familienrichter und befreit Sie nicht von Ihrer Verantwortung, die Sie als Ehegatte mit der Heirat übernommen haben. Möchten Sie möglichst schnell geschieden werden, ist die Online-Scheidung natürlich ein sehr guter Weg, zum Ziel zu kommen. Sie legen Ihrem Rechtsanwalt einfach alle notwendigen Unterlagen vor, die er benötigt, um das Scheidungsverfahren zum Erfolg zu führen.

Vorteile und Nachteile der Online-Scheidung
Vorteilhafte Aspekte

Der zeitliche Aspekt einer Online-Scheidung liegt auf der Hand. Vor allem, wenn Sie berufstätig sind, brauchen Sie keinen persönlichen Termin in der Anwaltskanzlei wahrzunehmen und ersparen sich jede Hetze nach Feierabend. Die Kommunikation kann rund um die Uhr telefonisch erfolgen. Auch spielt es keine Rolle, in welchem Ort der Anwalt seine Kanzlei hat.

Im ersten Schritt genügt es, wenn Sie Ihre persönlichen Daten mitteilen und die für den Scheidungsantrag notwendigen Unterlagen zu Hause einscannen und der Kanzlei übermitteln. Bleiben Fragen offen, können Sie sich telefonisch oder per E-Mail austauschen. Ihr Anwalt kann dann den Scheidungsantrag erstellen und an das Gericht verschicken. Ist Ihr Ehepartner mit der Ehescheidung einverstanden, braucht er selbst kein Rechtsanwalt zu beauftragen und spart Gebühren.

Nachteilige Aspekte

Es passt an dieser Stelle nicht so richtig, Aspekte als nachteilig darzustellen. Ein Scheidungsverfahren hat eben besondere Aspekte, aus denen sich gewisse Zwänge ergeben können. Kein Nachteil ist insoweit, dass Sie auch bei der Online-Scheidung das Trennungsjahr einhalten müssen. Ebenso wenig hat es etwas mit der Online-Scheidung zu tun, dass Sie im Regelfall persönlich im Scheidungstermin vor dem Familienrichter erscheinen müssen.

Da Sie zunächst nur fernmündlich kommunizieren, fehlt natürlich der direkte Vieraugenkontakt zum Anwalt. Geht es nur um die Scheidung und erfolgt die Scheidung einvernehmlich mit Ihrem Ehegatten, kommt es auf diesen persönlichen Kontakt zum Anwalt natürlich nicht an. Sofern Sie Beratungsbedarf haben und insbesondere sich wegen einer Scheidungsfolge können Sie sich aber telefonisch informieren und beraten lassen. Vielleicht ist es für Sie aber auch leichter, über Ihre scheidungsbedingten Probleme zu sprechen und Persönliches zu offenbaren, wenn Sie ein Vieraugengespräch führen.

Mehr Informationen erhalten Sie aus unserem Ratgeber Online-Scheidung.

Wie läuft eine Scheidung ab?

Nachdem Sie den Scheidungsantrag gestellt und die Gerichtsgebühren bezahlt haben, stellt das Gericht Ihren Scheidungsantrag Ihrem Ehepartner förmlich zu. Zugleich fordert Sie das Gericht im Regelfall beide auf, das Formular zur Durchführung des Versorgungsausgleichs auszufüllen und an das Gericht zurückzuschicken.

Im Übrigen kommt es darauf an, wie Ihr Ehepartner reagiert. Er kann Ihrem Scheidungsantrag zustimmen oder die Scheidungsvoraussetzungen bestreiten, einen eigenen Scheidungsantrag stellen oder die Regelung einer Scheidungsfolgesache (z.B. Zugewinnausgleich) beantragen.

Wenn das Gericht der Auffassung ist, dass es über Ihren Scheidungsantrag urteilen kann, wird es Termin zur mündlichen Anhörung bestimmen (Scheidungstermin).

Ablauf der Scheidung - Wie verläuft das Scheidungsverfahren? Vom Scheidungsantrag bis zur Zustellung der Scheidungsurkunde.

Ablauf der Scheidung - Wie verläuft das Scheidungsverfahren? Vom Scheidungsantrag bis zur Zustellung der Scheidungsurkunde.

So verläuft der Gerichtstermin beim Familiengericht

Wird ein Termin zur mündlichen Verhandlung (Scheidungstermin) bestimmt, müssen Sie im Regelfall im Scheidungstermin beide persönlich anwesend sein. Ein Scheidungstermin ohne Anwesenheit beider Ehepartner ist nur im Ausnahmefall möglich. Der Termin ist nicht öffentlich. Es sind keine Zuschauer zugelassen, so dass Ihre privaten Angelegenheiten nicht nach draußen getragen werden.

Der Familienrichter wird Sie beide fragen, seit wann Sie getrennt voneinander leben und ob Sie beide tatsächlich geschieden werden wollen. Die Frage nach Ihren Einkommensverhältnissen hat den Zweck, dass danach die Gerichts- und Anwaltsgebühren berechnet werden. Je mehr Sie beide netto verdienen, desto höher wird der Geschäftswert angesetzt.

Wird über Scheidungsfolgesachen verhandelt, verzögert sich der Ablauf, je nachdem, inwieweit Sie sich über Details streiten. Im Idealfall haben Sie bereits vorab eine Scheidungsfolgenvereinbarung getroffen oder erklären Ihre Absprachen zu Protokoll des Familiengerichts. Jeder von Ihnen kann bis zum Ende der mündlichen Verhandlung weitere Anträge stellen und beispielsweise beantragen, dass auch über das Sorgerecht für die Kinder oder den Ehegattenunterhalt entschieden werden soll. Sofern nicht sofort Einvernehmen erzielt wird, kann das Gericht allein die Ehescheidung aussprechen und den Scheidungsfolgenantrag abtrennen und in einem eigenständigen Verfahren gesondert verhandeln. Anträge kann wegen des Anwaltszwangs nur derjenige Ehegatte stellen, der anwaltlich vertreten ist.

Wann bin ich endgültig geschieden?

Ihre Ehescheidung wird durch Beschluss des Richters ausgesprochen. Erfolgt die Scheidung gegen den Willen Ihres Ehepartners, kann er Berufung einlegen, so dass das Scheidungsurteil in der nächsthöheren Instanz überprüft wird. Ist er mit der Scheidung einverstanden, kann er auf die Berufung als Rechtsmittel verzichten. Dann wird der Scheidungsbeschluss sofort wirksam und Sie sind endgültig getrennt und geschieden.

Trennt der Richter eine Scheidungsfolge ab und spricht die Scheidung isoliert aus, sind Sie dennoch endgültig geschieden, auch wenn noch über eine Scheidungsfolge in einem gesonderten Verfahren entschieden werden muss.

Wie lange dauert das Scheidungsverfahren?

Die Dauer des Scheidungstermin hängt davon ab, was und wie intensiv verhandelt wird. Sind Sie sich einig, geht alles in zehn Minuten über die Bühne. Sind Aspekte unklar oder streitig und wird darüber im Detail verhandelt, dauert die Verhandlung so lange bis Sie sich verständigen oder der Richter die Verhandlung beendet.

Wollen Sie beide geschieden werden, ist aber eine Scheidungsfolgensache streitig, kann der Richter die Ehescheidung aussprechen und die Folgesache in eine gesonderte Verhandlung verweisen. Jede Uneinigkeit verzögert die Entscheidung. Möchten Sie möglichst schnell geschieden werden, lautet die Empfehlung: Einigen Sie sich und seien Sie im Rahmen des Vertretbaren kompromissbereit.

Scheidungsfolgenvereinbarung – So können Sie das Verfahren verkürzen

Möchten Sie möglichst schnell geschieden werden, sind Sie gut beraten, sich auf eine Scheidungsfolgenvereinbarung zu verständigen. Sie regeln dann alle oder einzelne mit der Scheidung verbundenen Folgesachen, beispielsweise wer bestimmte Gegenstände des gemeinsamen Hausrats erhält, welcher Zugewinnausgleich gezahlt oder wie das Umgangsrecht mit dem Kind geregelt wird.

Eine solche Scheidungsfolgenvereinbarung können Sie allein in Absprache mit Ihrem Ehepartner treffen. Solche privaten Vereinbarungen tragen allerdings das Risiko in sich, dass sie letztlich nicht durchsetzbar sind, wenn Ihr Ehepartner es sich später anders überlegt. Mit anderen Worten: Absprachen dieser Art sind nicht vollstreckbar. Hat Ihnen Ihr Ehepartner 300 € Unterhalt versprochen, können Sie ihn zunächst allein aufgrund dieser zwanglosen Vereinbarung nicht dazu zwingen, Ihnen diesen Unterhalt tatsächlich abzuzahlen.

Möchten Sie dieses Risiko vermeiden, müssen Sie die Scheidungsfolgenvereinbarung bei einem Notar Ihrer Wahl beurkunden. Die Notargebühren richten sich nach dem Geschäftswert, also danach, welchen wirtschaftlichen Wert die zu vereinbarende Regelung hat. Alternativ besteht die Möglichkeit, dass Sie eine solche Scheidungsfolgenvereinbarung im mündlichen Verhandlungstermin dem Richter ins Protokoll diktieren. Der Richter wird prüfen, ob die Vereinbarung angemessen ist oder einen der Partner unangemessen benachteiligt. Er wird also nur angemessene Vereinbarungen akzeptieren und alles ablehnen, was nicht gerecht oder unfair erscheint.

Auf jeden Fall verkürzt jede Scheidungsfolgenvereinbarung das Scheidungsverfahren erheblich. Das Gericht braucht im Idealfall nur noch die Ehescheidung selbst auszusprechen und braucht nicht über irgendwelche Scheidungsfolgen zu verhandeln. Es dürfte klar sein, dass jede Unstimmigkeit und jeder Streit über eine Scheidungsfolge das Scheidungsverfahren verzögert.

Sonderfälle der Ehescheidung und Verfahrenskostenhilfe

Internationale Ehescheidung: Was muss ich bei einer Scheidung mit Auslandsbezug beachten?

Hat ein Ehegatte oder haben beide Ehegatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, regelt sich die Scheidung nach der „Rom-III-EU-Verordnung Nr. 1259/2010“. Diese Verordnung bestimmt, nach welchem Recht das Scheidungsverfahren abläuft. Am einfachsten ist es, wenn Sie sich darauf verständigen, dass Ihre Scheidung nach deutschem Recht abgewickelt werden soll. Das Gesetz erlaubt eine solche Vereinbarung.

Hat ein Ehegatte oder haben beide Ehegatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, regelt sich die Scheidung nach der „Rom-III-EU-Verordnung Nr. 1259/2010“.

Hat ein Ehegatte oder haben beide Ehegatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, regelt sich die Scheidung nach der „Rom-III-EU-Verordnung Nr. 1259/2010“.

Dann ist das deutsche Familiengericht zuständig und urteilt nach deutschem Recht. Allerdings müssen Sie eine solche Vereinbarung notariell beurkunden.

Ist eine Verständigung mit dem Ehepartner nicht möglich, gilt trotzdem vorrangig deutsches Recht, soweit Sie beide Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. Ist dies nicht der Fall, gilt das Recht des Staates, in dem einer der Partner seinen gewöhnlichen Aufenthalt (Wohnsitz) hat.

Ob in diesem Fall eine sogenannte „Scharia-Scheidung“, bei der die Scheidung vor einem geistlichen Scharia-Gericht ausgesprochen wurde, in Deutschland anerkannt wird, müssen die Gerichte noch abschließend klären.

Auf jeden Fall sollten Sie berücksichtigen, dass ein deutscher Richter nur das deutsche Recht kennt und seine Probleme damit hätte, wenn er die Scheidung in Deutschland nach ausländischem Recht abwickeln müsste. Insbesondere dann, wenn es um Scheidungsfolgesachen geht, sollte deutsches Recht maßgeblich sein, da jede andere Entscheidung nach ausländischem Recht unter Umständen im Widerspruch zum deutschen Recht steht und hier in Ihrem Lebensalltag Probleme aufwerfen könnte.

Härtefallscheidung

Möchten Sie geschieden werden, müssen Sie regelmäßig ein Jahr voneinander getrennt leben. Verweigert Ihr Ehepartner die Zustimmung zur Ehescheidung, können Sie frühestens nach drei Jahren Getrenntleben geschieden werden. Nur in Ausnahmefällen erlaubt das Gesetz eine „Härtefallscheidung“.

Voraussetzung dafür ist, dass eine, in der Person Ihres Ehepartners begründete, unzumutbare Situation für Sie besteht.

Es handelt sich dabei um Fälle, in denen ein Ehepartner physisch oder körperlich stark leidet und es eine echte Zumutung wäre, ihn auf die normalen Trennungsfristen zu verweisen. Typischer Fall ist, dass ein Ehepartner misshandelt wird. Kein Härtefall ist es, wenn der Partner die Unterhaltszahlung verweigert oder Sie wegen Ihrer Scheidungsabsichten unflätig beschimpft oder beleidigt. Vor allem der Wunsch, erneut zu heiraten, begründet keinen Härtefall.

Ehescheidung mit Verfahrenskostenhilfe

Sehen Sie sich nicht in der Lage, die Gerichtsgebühren und Anwaltsgebühren für das Scheidungsverfahren aus eigener Tasche zu zahlen, können Sie staatliche Verfahrenskostenhilfe beantragen. Voraussetzung ist, dass Sie die Kosten auch aus anderen Quellen nicht abdecken können (z.B. Zuschuss von Ihrem Ehepartner im Rahmen seiner Unterhaltspflicht).

Um den Antrag auf Verfahrenskostenhilfe zu stellen, müssen Sie das Formular „Erklärung über Ihre persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse“ ausfüllen und neben den Angaben zu Ihrer Person Ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse offen legen sowie die entsprechenden Nachweise führen.

Das Formular erhalten Sie vorab bereits von uns mit unserer Informationsmappe, ansonsten von Ihrem Anwalt.

Sie können den Antrag zusammen mit dem Scheidungsantrag bei Gericht einreichen und beantragen, den Scheidungsantrag nur dann zu bearbeiten und Ihrem Ehepartner zuzustellen, wenn Ihnen vorab Verfahrenskostenhilfe bewilligt wird. Soweit Sie ein gewisses Einkommen zur Verfügung haben, kann die Verfahrenskostenhilfe auch unter dem Vorbehalt bewilligt werden, dass Sie auf die vom Staat verauslagten Kosten Ratenzahlungen leisten und den verauslagten Betrag an den Staat zurückerstatten.

Folgen der Scheidung

Was geschieht mit der Ehewohnung?

Meist nötigt bereits die Trennung zu einer Entscheidung darüber, wer in der Ehewohnung bleibt und wer auszieht. Im Detail kommt es auf die Rechtsverhältnisse an der Wohnung an. Hier gibt es eine Vielzahl von Varianten.

Im Streitfall kann das Familiengericht spätestens mit der Ehescheidung die Ehewohnung einem Partner zukünftig und endgültig zur alleinigen Nutzung zuweisen. Es hat allerdings nicht das Recht, einem Partner das Eigentum an der Ehewohnung zu übertragen.

Sie dürfen also in der Wohnung auch dann bleiben, wenn Sie nur Miteigentümer oder Ihr Ehegatte alleiniger Eigentümer ist und der Auszug für Sie eine Härte darstellen würde, die nicht gerecht wäre und Sie wichtige Gründe vortragen können, dass ausgerechnet Sie in der Wohnung bleiben dürfen und nicht Ihr Ehegatte. Meist geht es um das Wohl der Kinder, die nicht aus ihrer gewohnten Umgebung und ihrem sozialen Gefüge herausgerissen werden sollen.

Sind beide Ehegatten Eigentümer, kann umgekehrt derjenige, der viel Geld in die Immobilie investiert hat, einen Ausgleich verlangen. Sie müssten dann eine übliche Miete oder eine Nutzungsentschädigung zahlen.

Die Ehewohnung kann im Streitfall vom Gericht Ihnen oder Ihrem Ex-Partner zur alleinigen Nutzung zugewiesen werden.

Die Ehewohnung kann im Streitfall vom Gericht Ihnen oder Ihrem Ex-Partner zur alleinigen Nutzung zugewiesen werden.

Wohnen Sie zur Miete, kann das Familiengericht anordnen, dass ein von beiden Ehegatten eingegangenes Mietverhältnis von einem Ehegatten fortgesetzt wird oder dass ein Ehegatte anstelle des anderen in das von diesem begründete Mietverhältnis eintritt. Der Vermieter muss diese Entscheidung akzeptieren. Er hat allenfalls ein Sonderkündigungsrecht, wenn in der Person des eintretenden Ehegatten ein wichtiger Grund vorliegt, der die Übernahme des Mietvertrages unzumutbar macht.

Wie teilen wir den Hausrat auf?

Wenn Sie sich trennen, können Sie verlangen, dass Ihr Ehegatte alles herausgibt, was Ihnen allein gehört. Gehören Ihnen Gegenstände gemeinsam, sind sie nach den Grundsätzen der „Billigkeit“, also möglichst gerecht und unter Berücksichtigung Ihrer beider persönlichen Verhältnisse und Ihres Bedarfs, zu verteilen. Gegenstände, die Sie während der Ehe im Rahmen eines „Geschäfts des täglichen Lebens“ angeschafft haben, gehören Ihnen beiden (Waschmaschine, Küche). Luxuriöse Gegenstände hingegen sind meist Alleineigentum desjenigen, der sie bezahlt und angeschafft hat.

Können Sie sich über den Hausrat nicht einigen, entscheidet auf Antrag das Familiengericht, wer was bekommt. Nach der Hausratsverordnung wird Ihr gemeinsamer Hausrat nach billigem Ermessen und den Umständen des Einzelfalls gerecht und zweckmäßig verteilt. Dabei ist das Kindeswohl zu berücksichtigen, so dass derjenige Ehegatte all diejenigen Gegenstände erhält, die er für die Führung seines Haushalts und die Betreuung der Kinder benötigt. Dabei werden auch Ihre Einkommens- und Vermögenswertes berücksichtigt, so dass derjenige, der sich mehr leisten kann, weniger erhält.

Wie regeln wir die Schulden?

Gemeinsame Schulden bleiben gemeinsame Schulden. Sie und Ihre Ehepartner bleiben gleichermaßen verpflichtet. Die Ehescheidung ändert daran nichts. Haben Sie beispielsweise Ihr Auto gemeinsam finanziert, müssen Sie sich irgendwie einigen,

wer es künftig nutzt und wer das Darlehen dafür abbezahlt. Ist eine Einigung unmöglich, bleibt nur, das Auto zu verkaufen und mit dem Verkaufserlös das Darlehen zu tilgen und den Rest anteilig aufzuteilen.

Was ist ein Versorgungsausgleich?

Beim Versorgungsausgleich geht es darum, dass ein Ehepartner oder beide in der Ehe Anwartschaften auf eine Versorgung wegen Alters oder verminderter Erwerbsfähigkeit begründet haben. Durch den Versorgungsausgleich soll ein Ausgleich der während der Ehe erworbenen Rentenanrechte herbeigeführt werden. Zweck ist, dass ein Ehepartner, der während der Ehe beispielsweise aufgrund der Erziehung der Kinder nicht erwerbstätig war und nur geringe Rentenanwartschaften erzielt hat, einen Ausgleich erhält und im Rentenalter eine Grundversorgung hat.

Um die Anwartschaftsrechte festzustellen, ist jeder Ehegatte im Scheidungsverfahren verpflichtet, einen Fragebogen zum Versorgungsausgleich auszufüllen und dort sämtliche Anrechte zu bezeichnen. Die Rentenversorgungsträger informieren dann das Gericht auf dessen Nachfrage, welche Rechte bestehen.

Sie haben die Möglichkeit, durch notarielle Vereinbarung oder eine Vereinbarung im Ehescheidungsverfahren abweichende Regelungen zu treffen. So kann der Versorgungsausgleich auch vollständig ausgeschlossen oder individuell werden. Voraussetzung ist jedoch, dass ein Ausschluss interessengerecht ist und keinen Partner unangemessen benachteiligt.

Was ist eine Zugewinngemeinschaft?

Als Ehepartner leben Sie meist im gesetzlichen Regelfall der Zugewinngemeinschaft, es sei denn, Sie haben notariell Gütertrennung oder Gütergemeinschaft vereinbart.

Bei der Ehescheidung wird der Zugewinn, den Sie und Ihr Ehegatte während der Ehe erzielt haben, aufgeteilt. Dazu werden beider Anfangsvermögen am Tag der Eheschließung und Endvermögen zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrags gegenübergestellt.

Alles, was Sie an Vermögenswerten mit in die Ehe eingebracht haben sowie alles, was Sie zum Alleineigentum erworben haben, gehört zu Ihrem Anfangsvermögen. Derjenige Ehepartner, der in der Ehe den größeren Zugewinn erzielt hat, muss die Hälfte abgeben. Hat Ihr Partner zeitlebens gearbeitet, während Sie die Kinder betreut haben, muss er die Hälfte dessen abgeben, was er während der Ehe an Vermögenswerten angesammelt hat.

Was passiert mit den Versicherungen?

Im Prinzip muss sich jeder Ehegatte nach der Ehescheidung eigenständig versichern. Sie sollten jeden Versicherungsvertrag und Ihren Versicherungsbedarf konkret prüfen. Achten Sie darauf, dass Ihr Ehegatte einen Versicherungsvertrag nicht einseitig kündigt, ohne Sie zu informieren. Im ungünstigsten Fall stehen Sie dann ohne Versicherungsschutz da.

Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie während der Ehe familienversichert waren. Familienversichert sind Ehepartner und Kinder insbesondere in der gesetzlichen Krankenversicherung, privaten Haftpflichtversicherung oder Rechtsschutzversicherung.

In der gesetzlichen Krankenversicherung besteht eine Versicherungspflicht. Ihre Kinder können jedoch in der Krankenversicherung eines Ehegatten familienversichert bleiben. Waren Sie bislang privat krankenversichert, ändert sich durch die Scheidung nichts, da der Versicherungsschutz unabhängig voneinander besteht. Wichtig ist, dass Sie zur Absicherung Ihrer wirtschaftlichen Existenz privat haftpflichtversichert sind. Besteht eine Lebensversicherung, prüfen Sie als Versicherungsnehmer, wer in der Police als Bezugsberechtigter eingetragen ist. Vielleicht möchten Sie nach der Ehescheidung eine andere Bezugsperson bestimmen.

Wann muss ich die Steuerklasse wechseln?

War Ihr Ehegatte bislang in Steuerklasse III und Sie in der Steuerklasse V eingestuft und möchten Sie nun arbeiten und eigenes Geld verdienen, müssen Sie (am besten bereits nach der Trennung) beim Finanzamt die Steuerklasse wechseln. Die Steuerklasse V beinhaltet nämlich die geringsten Freibeträge.

Lassen Sie sich in die für Sie günstigste Steuerklasse eintragen. Dabei gibt das Steuerrecht vor, dass beide Ehegatten in Steuerklasse I oder derjenige, bei dem die gemeinsamen Kinder verbleiben, in Steuerklasse II wechseln.

Kann ich Sozialleistungen erhalten?

Sofern Sie von Ihrem Ehegatten keinen Ehegattenunterhalt erhalten, können Sie als Mieter Wohngeld oder als Eigentümer Lastenzuschuss bei Ihrer Gemeinde beantragen. Erhalten Sie auch keinen Kindesunterhalt, beantragen Sie beim Jugendamt Unterhaltsvorschuss.

Sind Sie erwerbsfähig und ist Ihnen eine Arbeit zuzumuten, erhalten Sie Hartz IV-Leistungen (Arbeitslosengeld II) und wenn Sie nicht arbeiten können, Sozialgeld. Sind Sie älter als 65 Jahre oder voll erwerbsgemindert, gibt es Grundsicherung.

Wer bekommt das Sorgerecht für die Kinder?

Damit will der Gesetzgeber sicherstellen, dass das Schicksal des Kindes im Scheidungsverfahren ins Bewusstsein der Eltern rückt, auch wenn damit keine Entscheidung über das Sorgerecht verbunden sein muss. Mit einer Trennung und Scheidung ändert sich am gemeinsamen Sorgerecht beider Elternteile zunächst nichts.

Beide Elternteile bleiben sorgeberechtigt. Als betreuender Elternteil haben Sie jedoch das Recht, in Angelegenheiten des alltäglichen Lebens vorrangig Entscheidungen zu treffen, ohne dass Sie den Ehepartner vorher fragen müssen.

Beantragen Sie im Wege der Ehescheidung, Ihnen das Sorgerecht allein zu übertragen, wird das Sorgerechtsverfahren mit dem Scheidungsverfahren verbunden und im Regelfall im Verbund mit der Scheidung erledigt. Ist die Sorgerechtsfrage schwierig zu beurteilen, kann der Richter die Scheidung vorab aussprechen und das Sorgerecht gesondert verhandeln. Wird kein Antrag zum Sorgerecht gestellt, bleibt das gemeinsame Sorgerecht unverändert.

Wie ist der Umgang mit den Kindern geregelt?

Maßstab jeglichen Umgangs im Verhältnis Kind und Eltern ist das Wohl des Kindes. Das Gesetz bestimmt nachdrücklich, dass das Kind im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil hat. Umgekehrt ist auch jeder Elternteil verpflichtet, den Umgang mit seinem Kind zu pflegen. Zugleich haben beide Elternteile alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt. Auch Großeltern und Geschwister haben ein solches Umgangsrecht.

Auch der biologische (nicht rechtliche) Vater eines nichtehelichen Kindes hat ein Umgangsrecht, wenn der Umgang dem Kindeswohl dient und er danach strebt, eine soziale Beziehung zu seinem Kind aufzubauen.

Im Idealfall verständigen sich beide Elternteile, wie der nicht betreuende Elternteil den Umgang mit seinem Kind pflegt. Ist eine Einigung nicht möglich, entscheidet das Familiengericht auf Antrag eines Elternteils. Feste Vorgaben zum Umgangsrecht gibt es nicht. Vielfach kommt es auf das Alter des Kindes an. Je älter das Kind ist, desto eher ist es zu verantworten und auch interessengerecht, dass es den Umgang mit dem nicht betreuenden Elternteil verstärkt in Anspruch nimmt, insoweit auch dort längere Zeit übernachtet oder die Ferienzeit verbringt. Keinesfalls darf ein Kind als Druckmittel im Scheidungsverfahren missbraucht werden.

Aufenthaltsbestimmungsrecht

Es ist Recht und Aufgabe der Eltern, den Aufenthalt ihres minderjährigen Kindes zu bestimmen und festzulegen, wo es wohnt und lebt. Dieses Recht ist Teil Ihres elterlichen Sorgerechts. Trennen sich Ehepaare, streiten sie oft darüber, bei wem das Kind lebt, vor allem dann, wenn ein Ehepartner weit weg oder gar ins Ausland umziehen möchte.

Solange das gemeinsame Sorgerecht fortbesteht, braucht der nicht betreuende und nach wie vor mitsorgeberechtigte Elternteil dem Umzug nicht zuzustimmen. Kommt keine Einigung zustande, muss das Familiengericht entscheiden.

Insoweit kommt in Betracht, dass einem Elternteil das Aufenthaltsbestimmungsrecht ausschließlich übertragen wird. Maßstab ist auch hierbei das Kindeswohl, bei dem es vornehmlich darum geht, dass ein Kind aus seiner gewohnten Umgebung möglichst nicht herausgerissen werden sollte und gute Gründe bestehen müssen, um diesen Idealfall außer Kraft zu setzen.

Wie sieht das mit dem Kindergeld aus?

Das Kindergeld steht im Regelfall dem betreuenden Elternteil zu. Da auch der andere Elternteil, der Barunterhalt leistet, Anrecht auf das Kindergeld hat, wird ihm die Hälfte des Kindergeldes auf seine Barunterhaltsleistung eingerechnet.

Beim ersten Kind kommen damit die Hälfte von 190 Euro, also 95 Euro in Anrechnung.

Nach der Scheidung

Wann kann ich den Namen wechseln?

Führen Sie einen gemeinsamen Ehenamen, wird dieser nach der Ehescheidung zunächst fortgeführt. Möchten Sie dies nicht, bestehen folgende Möglichkeiten:

  • Sie können ab der Ehescheidung durch Erklärung gegenüber dem Standesamt Ihren Geburtsnamen annehmen oder
  • den Namen wieder annehmen, den Sie bis zur Bestimmung des Ehenamens geführt haben oder
  • Sie wählen einen Doppelnamen und stellen Ihren Geburtsnamen vor den Ehenamen oder fügen ihn an.
  • Kinder behalten den Namen, der gemeinsamer Ehename war. Heiraten Sie erneut, kann das Kind unter bestimmten Voraussetzungen auch den Namen annehmen, den Sie in Ihrer neuen Ehe führen.
Was ändert sich nach der Scheidung?

Krankenversicherung: Waren Sie bislang gesetzlich versichert, müssen Sie sich nun eigenständig versichern.

Steuerklasse: Sie wechseln in Steuerklasse I oder Steuerklasse II, wenn die Kinder in Ihrem Haushalt leben.

Unterhaltsänderungen: Haben Sie bislang Trennungsunterhalt von Ihrem Ehegatten bezogen, haben Sie nach der Ehescheidung Anspruch auf nachehelichen Ehegattenunterhalt. Die Voraussetzungen sind im Wesentlichen gleich, teils gibt es Unterschiede.

Versicherungen: Soweit Sie bislang familienversichert waren (z.B. in der Kranken-, Haftpflicht- oder Rechtsschutzversicherung) benötigen Sie einen eigenen Versicherungsvertrag.

Umgangsrecht: Am Umgangsrecht ändert sich im Verhältnis zur Trennung mit der Scheidung nichts. Im Idealfall verständigen Sie sich einvernehmlich, wie der nicht betreuende Elternteil mit dem Kind umgeht. Notfalls entscheidet auf Antrag das Familiengericht.