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Wie erkenne ich die Vaterschaft an?

Anerkennung der Vaterschaft

Ein Mann kann die Vaterschaft für ein Kind dadurch begründen, dass er die Vaterschaft anerkennt. Damit die Vaterschaftsanerkennung wirksam ist, muss

  • die Zustimmung der Mutter und – sofern die Mutter noch verheiratet ist – die Zustimmung des Ehemannes der Kindesmutter vorliege
  • die Vaterschaftsanerkennung und die Zustimmungen aller Beteiligten öffentlich beurkundet werden
  • die Anerkennung als Vater ins Geburtenbuch des Kindes an dessen Geburtsort beim Standesamt eingetragen werden

Die Zustimmung der Kindesmutter

Die Vaterschaft kann stets nur dann anerkannt werden, wenn die Mutter zustimmt. Stimmt sie nicht zu, kann die Vaterschaft nur durch ein Vaterschaftsfeststellungsverfahren begründet werden.

Die Zustimmung des Kindes

Für die Anerkennung eines volljährigen Kindes wird stets die Zustimmung des volljährigen Kindes benötigt. Beim minderjährigen Kind richtet sich die Frage, ob dieses zustimmen muss, nach dem Sorgerecht der Mutter:

  • Beim alleinigen Sorgerecht der Kindesmutter und bei gemeinsamen Sorgerecht mit dem Ehemann, der jedoch nicht Kindesvater ist, bedarf es keiner Zustimmung des minderjährigen Kindes.
  • Die Zustimmung des minderjährigen Kindes ist dann erforderlich, wenn das Kind von einem Vormund oder Pfleger vertreten wird.

Für ein Kind unter 14 Jahren kann nur der gesetzliche Vertreter zustimmen. Bei einem Alter des Kindes von 14 bis 17 Jahren bedarf es der eigenen Zustimmung des Kindes und der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters.

Die Zustimmung des in Scheidung lebenden Scheinvaters

Nachdem einer der Ehegatten die Scheidung eingereicht hat, wird zur Anerkennung der Vaterschaft die Zustimmung des Ehemannes der Kindesmutter benötigt. Die Vaterschaftsanerkennung kann schon vor der Geburt des Kindes erfolgen. Im Fall der Anerkennung ist auch der mit der Mutter nicht verheiratete Kindesvater in das Geburtenbuch einzutragen.

Praxisbeispiel:

Tanja Kunert und ihr Mann Christian Kunert sind seit sieben Jahren verheiratet. Christian arbeitet als Rechtsanwalt beinahe 15 Stunden täglich und hat somit kaum Zeit für seine Frau Tanja.

Tanja hat deswegen schon seit einem Jahr eine Affäre mit Dieter. Vor zwei Wochen hat Tanja erfahren, dass sie schwanger ist. Vater des zukünftigen Kindes kann nur Dieter sein. Als Christian von der Schwangerschaft und Dieter als potentiellem Vater erfährt, reicht er die Scheidung ein.

Damit Dieter die Vaterschaft anerkennen kann, muss Tanja als Kindesmutter zustimmen. Weiterhin muss auch die Zustimmung von Christian Kunert vorliegen, da er als Ehemann der Kindesmutter zunächst einmal als Vater des Kindes gilt.

Expertentipp:

Ein Mann, der die Vaterschaft für ein Kind anerkennt, sollte sich bewusst sein, dass er mit der Anerkennung verpflichtet ist, Unterhalt zu zahlen.

Der Unterhalt für die ersten drei Monate kann im Zweifel per einstweiliger Anordnung gegen ihn geltend gemacht werden.

Für die Mutter kann von dem Mann, der die Vaterschaft anerkannt hat, Unterhalt für den Zeitraum sechs Wochen vor bis acht Wochen nach der Geburt per einstweiliger Anordnung gefordert werden.

Daneben ist der anerkannte Vater verpflichtet, die zusätzlichen Kosten, die durch die Schwangerschaft und die Entbindung entstanden sind, zu zahlen.

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