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Unterhaltsvorschuss

Was ist ein Unterhaltsvorschuss und wie kann ich den Vorschuss erhalten?

Anspruch auf Gewährung eines Unterhaltsvorschusses

Der Unterhaltsvorschuss ergibt sich aus dem Unterhaltsvorschussgesetz. Er ist eine staatliche Sozialleistung für Kinder unter 12 Jahre.

Unterhaltsvorschuss gewähren die kommunalen Jugendämter. Konkret bewilligen den Unterhaltsvorschuss die Unterhaltsvorschusskassen, also spezielle Stellen.

Anspruch auf Zahlung eines Unterhaltsvorschusses haben alleinerziehende Elternteile, wenn der andere Elternteil gar keinen Unterhalt zahlt oder die Unterhaltszahlungen unterhalb der Grenze des Mindestunterhalts liegen.

Dauer und Höhe der Zahlungen

Die Dauer der laufenden Zahlungen beträgt maximal 72 Monate. Zwischenzeitliche Unterbrechungen sind möglich. So können die Zahlungen zum Beispiel eingestellt werden, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil vorübergehend ausreichend Unterhalt bezahlt. Verringern sich die Zahlungen, können Sie erneut Unterhaltsvorschuss gewährt bekommen.

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses berechnet sich nach den Regelsätzen der Regelbetragsverordnung. Das an den erziehenden Elternteil gezahlte Kindergeld wird dabei zur Hälfte angerechnet.

Verweigert der unterhaltspflichtige Elternteil bewusst und absichtlich die Zahlungen, kann das Jugendamt Ersatz für gezahlte Leistungen verlangen.

Der Anspruch auf Zahlung des Unterhaltsvorschusses endet, wenn der alleinerziehende Elternteil wieder anderweitig heiratet oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingeht.

Gut zu wissen:

Mit Beschluss vom 14. Oktober 2016 hat nun die Bundesregierung zu Gunsten der alleinerziehenden Elternteile entschieden, dass die Unterhaltszahlung vom Jugendamt ab dem 01. Januar 2017 länger bezahlt wird. Ab 2017 wird die Altersgrenze für den Unterhaltsvorschuss von 12 auf 18 Jahre angehoben und die Bezugsdauergrenze von 72 Monaten entfällt komplett. Diese Änderung ist sehr begrüßenswert. Auf diese Weise wird alleinerziehenden Elternteilen nicht lediglich für höchstens sechs Jahre, sondern durchgängig bis zum 18. Lebensjahr des Kindes finanzielle Unterstützung seitens des Staates gewährt, wenn der Ex-Partner seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt. Auf diese Weise wird Alleinerziehenden und ihren Kindern sowohl eine finanzielle als auch eine emotionale Last genommen. Für die unterhaltspflichtigen, nicht zahlenden Ex-Partner wird sich die Situation dafür entsprechend verschärfen. Der Staat hat dann ein gesteigertes Interesse daran, sich die anstelle des Unterhaltspflichtigen geleisteten Unterhaltszahlungen auch von diesem wieder zurückzuholen.

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