Düsseldorfer Tabelle 2018: Tabelle für Kindesunterhalt ab 1.1.2018

Trennen sich Ehepartner, streiten sie sich am häufigsten um den Kindesunterhalt. Der Unterhalt prägt das nacheheliche Leben beider Partner und der gemeinsamen Kinder, meist über Jahre hinaus. Ein Urteil oder ein Vergleich befrieden die Streitigkeiten oft nur für eine gewisse Zeit. Ändern sich die Verhältnisse, muss der Unterhalt neu berechnet werden. In vielen Fällen streiten die Parteien bis auf die Stellen hinter dem Komma.

Das Unterhaltsrecht ist nur in Grundzügen gesetzlich geregelt und wird im Detail durch Richterrecht gestaltet. Ein Werkzeug, um Unterhaltsansprüche für Kinder zu berechnen, ist die Düsseldorfer Tabelle. Die Unterhaltsberechnung für Ehepartner folgt anderen Regeln. Wenn Sie den Kindesunterhalt anhand der Düsseldorfer Tabelle berechnen möchten, müssen Sie die Struktur kennen.

Das Wichtigste

  • Die Düsseldorfer Tabelle soll die Berechnung von Unterhaltsansprüchen ermöglichen und nachvollziehbar gestalten.
  • Die Düsseldorfer Tabelle ist nach den Vorgaben des Gesetzes bezüglich Unterhaltsanspruch und Unterhaltshöhe aufgebaut.
  • Die Berechnung des Unterhaltes vollzieht sich gemäß der Düsseldorfer Tabelle in mehreren Stufen:
    • Bestimmung des bereinigten Nettoeinkommens.
    • Bestimmung der Altersstufe.
    • Einbeziehung des Kindergeldes.
    • Bestimmung des Selbstbehalts.

Änderungen zum 1. Januar 2018

Einkommensstufen 1 und 10 werden angehoben: Ab 1.1.2018 beträgt das Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils in der untersten Einkommensstufe bis 1.900 €. Zuvor bis 31.12.2017 lag die Grenze bei 1.500 €. Damit werden die Einkommensgruppen seit 2008 erstmals angehoben. Die Düsseldorfer Tabelle startet damit mit einem Nettoeinkommen von „bis 1.900 € (vorher: 1.500 €) und endet mit „bis 5.500 € (vorher: 5.100 €). Die Einkommensstufen 2 bis 9 bleiben unverändert.

Düsseldorfer Tabelle in einem Schaubild dargestellt

Schaubild:
Düsseldorfer Tabelle in einem Schaubild dargestellt

Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass derjenige, der mehr als 1.500 € monatlich netto verdient, vergleichsweise weniger Kindesunterhalt zahlen muss, als zuvor. Verdiente er vorher zum Beispiel 1.750 € netto, lag er bereits in der Einkommensstufe 2 und zahlte entsprechend mehr Kindesunterhalt, jetzt liegt er in der Einkommensstufe 1 und zahlt entsprechend weniger. Umgekehrt erhalten Kinder, deren Elternteil 1.500 € bis 1.900 € netto verdienen, weniger Unterhalt als zuvor.

Unterhaltszahlbeträge werden überwiegend angehoben: Die Anhebung der untersten Einkommensstufe wird ansatzweise dadurch entschärft, dass die Zahlbeträge für den Unterhalt erhöht wurden. Ein Kind der Altersstufe bis 5. Lebensjahr erhielt zuvor bis 31.12.2017 = 342 € Unterhalt, ab 1.1.2018 erhält es 348 €, in der 2. Altersstufe bis 12 Jahre 399 € statt bisher 393 € und in der 3. Altersstufe bis 18. Lebensjahr 467 € statt bisher 460 €. Damit müssen auch diejenigen unterhaltspflichtigen Elternteile, die weniger als 1.500 € netto monatlich verdienen, ab 1.1.2018 zwischen 6 - 7 Euro monatlich mehr Kindesunterhalt zahlen. Auch die Zahlbeträge der höheren Einkommensstufen wurden in Abhängigkeit vom Lebensalter des Kindes erhöht. Die Unterhaltsbeträge der 4. Altersstufe ab 18 Jahren bleiben hingegen unverändert auf dem Niveau vom 1.1.2017.

Erneute Anhebung der Mindestunterhaltssätze ab 1.1.2019: Ab 2019 werden die Unterhaltssätze für Kinder bis 5 Jahre auf 354 €, bis 11 Jahre auf 406 € und bis 18 Jahre auf 476 € angehoben.

Unterhaltszahlbeträge werden teils auch abgesenkt: Teils sinken die Zahlbeträge aber auch. So hatte ein Kind in der untersten Altersstufe bis 5. Lebensjahr bei Nettoeinkommen bis 3.500 € bislang Anspruch auf 438 €. Ab Januar 2018 sinkt der Betrag auf 418 € ab. Dies führt dazu, dass ein unterhaltspflichtiger Elternteil bei einem Nettoeinkommen bis 2.300 € mit 6 € Euro vergleichsweise mehr zahlen muss, als derjenige, der bis 3.500 € verdient.

Ausbildungsmehrbedarf erhöht sich: Der Mehrbedarf für ein in der Berufsausbildung stehendes Kind, das im Haushalt eines Elternteils lebt, erhöht sich von 90 auf 100 €. Somit ist die Ausbildungsvergütung, die auf den Kindesunterhalt anzurechnen ist, vor der Anrechnung um 100 € monatlich zu kürzen.

Erhöhung der Bedarfskontrollbeträge: Der Bedarfskontrollbetrag bezweckt eine ausgewogene Verteilung des Einkommens zwischen unterhaltspflichtigem Elternteil und unterhaltsberechtigten Personen. Er ist nicht identisch mit dem Eigenbedarf. Auch die Bedarfskontrollbeträge steigen an. Lediglich in der ersten Einkommensstufe entspricht der Bedarfskontrollbetrag noch dem notwendigen Selbstbehalt (880 €/1.080 €). Er wird aber in der 2. Einkommensstufe von ursprünglich 1.180 € auf nunmehr 1.300 € oder in der 9. Altersstufe von 1.880 € auf nunmehr 2.000 € erhöht.

Kindesunterhalt für Nettoeinkommen über 5.501 €: Bis 31.12.2017 wurde der Kindesunterhalt bei Nettoeinkommen über 5.101 € im Einzelfall vereinbart. Ab Januar 2018 liegt die Grenze bei 5.101 €.

Im Übrigen bleibt die Düsseldorfer Tabelle unverändert. Nach wie vor ist auch die Hälfte des Kindergeldes auf den Tabellenunterhaltsbetrag anzurechnen.

Was ist die Düsseldorfer Tabelle?

Kostenvoranschlag anfordern Die Düsseldorfer Tabelle soll die Berechnung von Unterhaltsansprüchen ermöglichen und nachvollziehbar gestalten. Jeder Familienrichter braucht eine Grundlage, um im Einzelfall den Unterhaltsanspruch zu berechnen. Dabei müssen die Gerichte einheitlich entscheiden. Andernfalls erschiene jedes Urteil willkürlich.

Aus diesem Grund hatte ursprünglich das Landgericht Düsseldorf als Berufungsinstanz für Urteile der Amtsgerichte im Jahre 1962 Richtwerte zur Berechnung von Unterhaltsansprüchen festgelegt. Da seit 1977 die Oberlandesgerichte für Berufungen in Familiensachen zuständig sind, wird seitdem die Düsseldorfer Tabelle vom Oberlandesgericht Düsseldorf veröffentlicht. Die Unterhaltstabelle beruht auf der Abstimmung zwischen allen 24 deutschen Oberlandesgerichten und der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e.V.

Zur Berechnung von Unterhaltsansprüchen ist stets die aktuelle Version der Düsseldorfer Tabelle zu verwenden. Nur die aktuelle Düsseldorfer Tabelle enthält die geltenden Unterhaltsbeträge.

Zur Berechnung von Unterhaltsansprüchen ist stets die aktuelle Version der Düsseldorfer Tabelle zu verwenden. Nur die aktuelle Düsseldorfer Tabelle enthält die geltenden Unterhaltsbeträge.

Die Unterhaltstabelle wird regelmäßig, zuletzt zum 1.1.2017 und erneut zum 1.1.2018 aktualisiert. Sie ist nur eine Richtlinie zur Unterhaltsberechnung. Sie ist kein Gesetz. Da sie die Berechnung von Unterhalt wesentlich erleichtert, wird sie von den Familiengerichten einheitlich angewandt. Zugleich bietet sie unterhaltsberechtigten und unterhaltsverpflichteten Personen eine Orientierungshilfe zur Berechnung der Unterhaltshöhe.

Die Tabelle gilt in ganz Deutschland in Verbindung mit den Unterhaltsleitlinien des jeweiligen Oberlandesgerichts des Bezirks, in dem der Unterhaltsrechtsstreit ausgetragen wird. Diese Leitlinien stellen ebenfalls keine Rechtsnormen dar, sondern spiegeln nur die ständige Praxis des jeweiligen Oberlandesgerichts wieder, um die Rechtsprechung in dessen Bezirk kalkulierbar zu machen.

Für welche Personen ist die Düsseldorfer Tabelle anwendbar?

Das Gesetz geht von folgenden aus:

  1. § 1601 BGB bestimmt: „Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren.“ (Konsequenz: Elternteile sind also ihren Kindern unterhaltspflichtig).
  2. Zugleich bestimmt § 1602 I BGB: „Unterhaltsberechtigt ist nur, wer außerstande ist, sich selbst zu unterhalten." (Konsequenz: Minderjährige Kinder sind somit stets unterhaltsbedürftig).
  3. In § 1603 BGB heißt es: Unterhaltspflichtig ist nicht, wer bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen außerstande ist, ohne Gefährdung seines angemessenen Unterhalts Unterhalt zu gewähren.“ (Konsequenz: Der Unterhaltspflichtige hat Anspruch auf einen Selbstbehalt. Seine Unterhaltspflicht setzt seine Leistungsfähigkeit voraus).

Aus diesen gesetzlichen Vorgaben zimmert das Gesetz den Unterhaltsanspruch. Unterhaltsberechtigt sind danach insbesondere:

Es gibt bei der Unterhaltsberechnung mit der Düsseldorfer Tabelle keinen Unterschied zwischen ehelichen und nichtehelichen Kindern. Auch adoptierte Kinder sind gleichberechtigt.

Es gibt bei der Unterhaltsberechnung mit der Düsseldorfer Tabelle keinen Unterschied zwischen ehelichen und nichtehelichen Kindern. Auch adoptierte Kinder sind gleichberechtigt.

  • Minderjährige schulpflichtige Kinder bis zur Vollendung des 17. Lebensjahres,
  • Volljährige Kinder zwischen 18 und 21 Jahren, die sich in der Schulausbildung befinden und im Haushalt eines Elternteils leben. Diese Kinder sind als „volljährige privilegierte Kinder“ minderjährigen unverheirateten Kindern gleichgestellt.
  • Ältere Kinder über 21 Jahre bleiben unterhaltsberechtigt, solange sie bedürftig sind, insbesondere sich in einer Berufsausbildung oder im Studium befinden. Ansonsten bestimmt sich der Unterhaltsanspruch nach allgemeinen Grundsätzen der §§ 1601 ff BGB. Maßgebend ist, dass sie für ihren Lebensunterhalt grundsätzlich eigenverantwortlich sind und Eltern nur unterhaltspflichtig sind, wenn echte und nicht verschuldete Bedürftigkeit besteht.

Wer leistet welche Art von Unterhalt?

Getrennt lebende Eltern sind beide unterhaltspflichtig. Der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, leistet Betreuungsunterhalt, stellt also Kost und Logis. Der andere Elternteil leistet Barunterhalt in Geld.

Expertentipp:

Der Barunterhalt kann nicht gekürzt werden, wenn der andere Elternteil Absprachen missachtet (z.B. Umgangsrecht verweigert) oder wenn der unterhaltspflichtige Elternteil das Kind über das übliche Maß hinaus betreut. Beim Kindesunterhalt geht es um das Wohl des Kindes.

Düsseldorfer Tabelle (Stand 1. Januar 2018)

  Nettoeinkommen des Barunter­haltspflichtigen Altersstufen in Jahren % Bedarfs­kontrollbetrag
    0 - 5 6 - 11 12 - 17 ab 18    
1. 1.900 348 399 467 527 100 880/ 1.180
2. 1.901 - 2.300 366 419 491 554 105 1.300
3. 2.301 - 2.700 383 439 514 580 110 1.400
4. 2.701 - 3.100 401 459 538 607 115 1.500
5. 3.101 - 3.500 418 479 561 633 120 1.600
6. 3.501 - 3.900 446 511 598 675 128 1.700
7. 3.901 - 4.300 474 543 636 717 136 1.800
8. 4.301 - 4.700 502 575 673 759 144 1.900
9. 4.701 - 5.100 529 607 710 802 152 2.000
10. 5.101 - 5.500 557 639 748 844 160 2.100

Ab Einkommen von 5.501 EUR netto wird der Unterhaltsanspruch in Abhängigkeit vom Einzelfall ermittelt.

Der Mindestunterhalt soll zum 1.1.2019 erneut angehoben werden. Der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder in der ersten Altersstufe (0-5 Jahre) beträgt dann 354 EUR, in der zweiten Altersstufe (6-11 Jahre) 406 EUR und in der dritten Altersstufe (12-17 Jahre) 476 EUR.

Expertentipp:

Um die Unterhaltshöhe auszurechnen, empfiehlt sich ein Unterhaltsrechner. Da aber auch ein solcher Rechner Kenntnisse des Unterhaltsrechts voraussetzt, bleibt im Zweifel nur der Gang zum Rechtsanwalt. Nur der unterhaltserfahrene Anwalt kann aufzeigen, welche Ansprüche bestehen und wo Ansatzpunkte bestehen, weitergehende Ansprüche geltend zu machen.

Wie lässt sich der Unterhaltsanspruch aus der Düsseldorfer Tabelle ableiten?

Die in der Tabelle ausgewiesenen Beträge sind nicht immer identisch mit dem Betrag, den das unterhaltsberechtigte Kind als Unterhalt verlangen kann. Die Berechnung vollzieht sich in mehreren Stufen.

1. Schritt: Bereinigtes Nettoeinkommen feststellen

Ausgangspunkt zur Unterhaltsberechnung ist das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen. Es ergibt sich aus den Gehaltsabrechnungen des Arbeitgebers. Selbstständige müssen die Steuererklärungen oder Steuerbescheide der letzten drei Jahre vorlegen sowie die Gewinn- und Verlustrechnungen oder Bilanzen der letzten drei Jahre.

  • Das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen ist nicht mit dem Gehalt oder Einkommen des Unterhaltsberechtigten identisch. Maßgebend ist vielmehr das bereinigte Nettoeinkommen. Dieses ergibt sich daraus, dass der Unterhaltspflichtige berufsbedingte Aufwendungen abziehen darf und teilweise auch ehebedingte Verbindlichkeiten berücksichtigt werden. Auf der Grundlage des sich ergebenden bereinigten Nettoeinkommens erfolgt die Einstufung des Unterhaltspflichtigen in eine der Einkommensstufen 1 bis 10.
  • Um den Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle berechnen zu können, ist entscheidend, wie viel der zahlungspflichtige Elternteil netto an Einkommen hat.

    Um den Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle berechnen zu können, ist entscheidend, wie viel der zahlungspflichtige Elternteil netto an Einkommen hat.

  • Berufsbedingte Aufwendungen sind von privaten Lebenshaltungskosten abzugrenzen. Zum Ansatz kommen 5% des Nettoeinkommens, mindestens 50 € und höchstens 150 €/Monat. Die Pauschale deckt Arbeitsaufwendungen und Fahrtkosten ab. Erwerbslosen oder Rentnern steht die Pauschale nicht zu. Höhere Aufwendungen sind konkret nachzuweisen.
  • Wichtig ist zu wissen, dass die Tabelle für zwei unterhaltsberechtigte Personen ausgelegt ist (also z.B. 2 minderjährige Kinder oder ein gemeinsames Kind und der geschiedene Ehegatte). Gibt es mehr oder weniger als zwei Unterhaltsberechtigte, wird der Unterhaltspflichtige in eine niedrigere oder höhere Einkommensstufe eingestuft. Ist nur ein Kind vorhanden, wird der Unterhaltspflichtige in die nächsthöhere Einkommensstufe eingeordnet. Sind drei Kinder vorhanden, erfolgt die Einstufung eine Einkommensstufe niedriger.
  • Die Einkommensstufen enden bei 5.500 €. Höhere Einkommen erfordern eine Einzelfallprüfung.

Expertentipp:

Der Kindesunterhalt wird mit steigendem Einkommen nicht immer weiter erhöht. Es gibt keinen Anspruch des Kindes auf Beteiligung am Luxus, sondern nur auf Finanzierung eines am früheren Lebensstil angepassten Lebensbedarfs. Diesem Lebensstil wird mit dem höchsten Tabellenbetrag ausreichend Rechnung getragen. Die Tabellenbeträge decken die Kosten für Ernährung, Kleidung und Wohnung, Ferien, kulturelle und sportliche Betätigungen, Schulausbildung und Unterrichtsmaterialien sowie ein Taschengeld ab. Ein darüber hinausgehender besonderer Unterhaltsbedarf bedarf einer detaillierten Begründung (BGH FamRZ 2000, 358; OLG Brandenburg Beschl.v.24.11.2011, 9 UF 70/11: Sehhilfe wegen Fehlsichtigkeit ist im Tabellenunterhalt nicht berücksichtigt).

2. Schritt: Bestimmung der Altersstufe

Die Tabelle bestimmt drei Altersstufen (hier besteht der Unterhaltsanspruch immer) und eine Bedarfsgruppe für Volljährige (Unterhalt nur unter bestimmten Voraussetzungen):

  • Erste Altersstufe: 0. bis vollendetes 5. Lebensjahr
  • Zweite Altersstufe: 6. bis vollendetes 11. Lebensjahr
  • Dritter Altersstufe 12. bis vollendetes 17. Lebensjahr
  • Personen ab 18 Jahren

Der Unterhalt nach der nächsten Altersstufe ist jeweils ab dem Anfang des Monats zu zahlen, in dem das Kind das 6., 12. oder 18. Lebensjahr vollendet (§ 1612a III BGB). Je nach der Einstufung in eine Einkommensstufe und dem Alter der unterhaltsberechtigten Person ergibt sich der betreffende Unterhaltsbetrag in Euro.

Praxisbeispiel:

Bereinigtes Nettoeinkommen: 2.000 €
Alter des Kindes: 14 Jahre
Barunterhaltsanspruch laut Tabelle: 491 € (siehe noch Anrechnung Kindergeld)

Sonderfall: Volljährige Kinder

Der Unterhalt eines volljährigen Studenten, der nicht bei einem Elternteil wohnt, beträgt unverändert 735 €. Der Betrag enthält 300 € für die Unterkunft inklusive Nebenkosten und Heizung. Soweit der Student nicht familienkrankenversichert ist, sind Kranken- und Pflegeversicherung sowie Studiengebühren gesondert zu zahlen.

Sonderfall: Auszubildende

Befindet sich ein unterhaltsberechtigtes Kind in der Berufsausbildung und wohnt bei einem Elternteil, wird die Ausbildungsvergütung auf den Unterhaltsbetrag angerechnet. Vorab ist die Ausbildungsvergütung ab 1.1.2018 um 100 € zu kürzen.

3. Schritt: Kindergeld einbeziehen

Bei volljährigen Kindern wird gemäß der Düsseldorfer Tabelle das Kindergeld in voller Höhe angerechnet. Es zählt als eigenes Einkommen des Kindes.

Bei volljährigen Kindern wird gemäß der Düsseldorfer Tabelle das Kindergeld in voller Höhe angerechnet. Es zählt als eigenes Einkommen des Kindes.

Bei Trennung der Eltern ist nur der betreuende Elternteil kindergeldberechtigt. Das Kindergeld wird daher zur Hälfte auf den Unterhaltsbetrag angerechnet und vermindert den Barbedarf des Kindes (§ 1612b BGB). Bei volljährigen Kindern kommt der gesamte Kindergeldbetrag zur Anrechnung. Das Kindergeld beträgt (Stand 1. Januar 2018):

  • 194 € für das erste und zweite Kind (bis 2017: 192€)
  • 200 € für das dritte Kind (bis 2017: 198 €)
  • 225 € ab dem vierten Kind (bis 2017: 223 €)

Praxisbeispiel:

Beträgt der Unterhaltsbetrag 348 €, ist das Kindergeld für das erste Kind in Höhe von 194 € zur Hälfte mit 97 € anzurechnen. Es ergibt sich ein Unterhaltsbetrag von noch 251 €. Sie können alle Zahlbeträge aus der sogenannten Tabelle Zahlbeträge oder auch Kindergeldanrechnungstabelle direkt ablesen, und müssen nicht mehr unnötig alles noch selbst ausrechnen.

4. Schritt: Selbstbehalt und Bedarfskontrollbetrag prüfen

Der Selbstbehalt beträgt:

  • gegenüber minderjährigen ledigen Kindern,
  • gegenüber volljährigen ledigen, im Haushalt eines Elternteils lebenden und sich in der Schulausbildung befindlichen Kindern bis Vollendung des 21. Lebensjahres (privilegierte Kinder):
    • bei nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen: 880 €/Monat
    • bei erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen: 1.080 €/Monat
    • bei volljährigen Kindern: 1.300 €
Der Unterhaltspflichtige hat gemäß der Düsseldorfer Tabelle <b>Anspruch auf einen Selbstbehalt (Eigenbedarf)</b>. Nur wenn seine Existenz gewährleistet ist, kann der Unterhaltsberechtigte erwarten, dass er ihn unterhält.

Der Unterhaltspflichtige hat gemäß der Düsseldorfer Tabelle Anspruch auf einen Selbstbehalt (Eigenbedarf). Nur wenn seine Existenz gewährleistet ist, kann der Unterhaltsberechtigte erwarten, dass er ihn unterhält.

Die Selbstbehalte beinhalten 380 € Unterkunftskosten (inkl. Nebenkosten und Heizung). Bei volljährigen Kindern sind es 480 €. Nachgewiesene und angemessene höhere Wohnkosten erhöhen den Selbstbehalt.

Der Bedarfskontrollbetrag soll hingegen gewährleisten, dass der unterhaltspflichtige Elternteil nicht schlechter gestellt ist als der Unterhaltsberechtigte und somit die verfügbaren Gelder gleichmäßig verteilt werden. Verbleibt dem Unterhaltspflichtigen nach Abzug der zu zahlenden Unterhaltsbeträge weniger als der Bedarfskontrollbetrag, wird er in die nächst niedrigere Einkommensstufe eingestuft und muss entsprechend weniger Kindesunterhalt bezahlen. Der in der Tabelle ausgewiesene Bedarfskontrollbetrag ist nur in der Einkommensstufe 1 bis 1.900 € Einkommen mit dem Selbstbehalt identisch. Ab der Stufe 2 sind die Bedarfskontrollbeträge höher.

Praxisbeispiel:

Ein unterhaltspflichtiger Vater verdient monatlich 2.500 € und liegt damit in Einkommensstufe 3. Zahlt er für seine beiden Kinder Unterhalt und würde somit weniger als den Bedarfskontrollbetrag in seiner Einkommensstufe von 1.400 € für seinen Lebensunterhalt übrig behalten, würde sich der Kindesunterhalt nach der nächst niedrigen Einkommensstufe berechnen (in diesem Fall als nach der Einkommensstufe 2). Würde er dann für drei Kinder Unterhalt zahlen müssen, läge er noch niedriger, so dass ihm wenigstens sein Selbstbehalt von 1.080 € verbleiben müsste.

Sinn ist es, das Einkommen ausgewogen zwischen den unterhaltspflichtigen und unterhaltsberechtigten Parteien zu verteilen. Bei Unterschreitung des Bedarfskontrollbetrages ist die nächstniedrigere Einkommensgruppe maßgebend.

Problem: Mangelberechnung

Gibt es mehrere unterhaltsberechtigte Personen, kommt es häufig vor, dass das Einkommen des Unterhaltspflichtigen unter Einbeziehung seines Selbstbehalts nicht ausreicht, um alle Unterhaltsansprüche vollumfänglich zu bedienen. In einem solchen Mangelfall werden Unterhaltsansprüche nach einer Rangfolge befriedigt (§ 1609 BGB). Gleichrangige Ansprüche sind im Verhältnis ihrer jeweiligen Tabellenbeträge gleichmäßig zu befriedigen.

Vorrangig kommen minderjährige Kinder und Kinder zwischen 18 und 21 Jahren, die sich in der Schulausbildung befinden und im Haushalt eines Elternteils leben (sog. volljährige privilegierte Kinder) zum Zuge. Ihre Unterhaltsansprüche sind vorrangig gegenüber denen des anderen Ehepartners zu bedienen (einfacher Mangelfall). Der im Rang nachfolgende Ehepartner erhält das, was übrig bleibt oder geht leer aus. Kann der Unterhaltspflichtige noch nicht einmal den Mindestunterhalt leisten, liegt ein absoluter Mangelfall vor.

Expertentipp:

Geht der Unterhaltspflichtige eine neue Beziehung ein, aus der ein gemeinsames Kind hervorgeht, hat dieses Kind keinen Vorrang gegenüber den Kindern aus der früheren Beziehung. Der Unterhaltsbetrag, den der Unterhaltspflichtige leisten kann, wird anteilig auf alle Kinder verteilt.

Sonderfall: Sonderbedarf

Der Bedarf eines Kindes ist mit dem Betreuungsunterhalt und dem Barunterhalt abgegolten. Weitergehende Unterhaltsansprüche können sich ergeben als:

  • Sonderbedarf nach §1613 Abs. II BGB = außergewöhnlich hohe Kosten, die nicht regelmäßig und meist unvorhersehbar anfallen (kieferorthopädische Behandlung).
  • Mehrbedarf nach § 1610 Abs. II BGB = regelmäßig laufende Mehraufwendungen im Interesse des Kindes (Kindergartenbeiträge)

Beispielfälle zur Unterhaltsberechnung

Variante A:

Die Eheleute Meier trennen sich. Herr Meier hat ein bereinigtes Nettoeinkommen von 2.350 €/Monat. Frau Meier betreut die 10 und 14 Jahre alten Kinder und erhält das Kindergeld. Nach der vierten Einkommensstufe der Tabelle zahlt er für das 10-jährige Kind 439 € abzüglich Hälfte Kindergeld 97 € = 342 € Unterhalt. Der Unterhaltsanspruch für das 14-jährige Kind beträgt 514 € abzüglich Hälfte Kindergeld 97 € = 417 €. Herrn Meier verbleiben 1.591 €. Er liegt damit um 511 € über seinem Selbstbehalt und um 191 € über dem Bedarfskontrollbetrag von 1.400 €.

Variante B:

Nach der Trennung wird ein drittes Kind geboren. Herr Meier ist der Vater. Da die Unterhaltstabelle von standardmäßig zwei unterhaltsberechtigten Personen ausgeht und nunmehr drei unterhaltsberechtigte Personen zu versorgen sind, ist Herr Meyer in die 2. Einkommensstufe (1.901 - 2300 €) herabzustufen. Der Unterhaltsbedarf berechnet sich wie folgt:

Ist das Einkommen so hoch, dass es in der Düsseldorfer Tabelle nicht mehr berücksichtigt wird, muss das Kind einen höheren Lebensbedarf konkret darlegen.

Ist das Einkommen so hoch, dass es in der Düsseldorfer Tabelle nicht mehr berücksichtigt wird, muss das Kind einen höheren Lebensbedarf konkret darlegen.

  • Kind 1: 1 Jahr: 366 € minus 97 € Kindergeld = 269 €
  • Kind 2: 10 Jahre: 419 € minus 97 € Kindergeld = 322€
  • Kind 3: 14 Jahre: 491 € minus 100 € Kindergeld = 391 €

Herrn Meier verbleiben 1.368 €. Er liegt damit um 288 € über seinem Selbstbehalt von 1.080 € und um 68 € über dem Bedarfskontrollbetrag der Einkommensstufe 2 = 1.300 €.

Autor:  Radaktion

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