Kinderpsychologie

Auch wenn Trennung und Scheidung mittlerweile nicht mehr zur ungewöhnlichen Lebenserfahrung gehören und für beide Partner durchaus die einzige richtige Lösung sein kann, so ist dies trotzdem für alle Beteiligten ein einschneidendes Ereignis. Insbesondere Kinder erleben die Trennung und Scheidung ihrer Eltern mit Angst und Unsicherheit.

Kinder müssen wissen, was geschieht

Sie sollen erfahren, warum Mutter und Vater nicht mehr zusammenleben können oder wollen. Es ist ausreichend, wenn die Gründe auf eine einfache, altersmäßige Weise erklärt werden.

Für Kinder gilt ganz allgemein: Je weniger Trennung und Scheidung, desto besser. Bedenken Sie bitte, dass Sie Eltern Ihrer Kinder bleiben, auch wenn Sie nicht mehr zusammenleben.

(Mit freundlicher Genehmigung von "Eltern im Netz" einer Seite des Zentrums Bayern Familie und Soziales Bayerisches Landesjugendamt, München)

Wie reagieren Kinder auf die Trennung der Eltern?

Kinder können nur schwer akzeptieren, wenn ein Elternteil auszieht und die Familie verlässt. Ihr Sicherheitsbedürfnis wird zutiefst erschüttert. Für sie bedeutet der Auszug und die Trennung von einem Elternteil einen schweren Verlust, ja, für manche sogar ein Trauma. Doch kein Kind reagiert wie das andere. Und kein Kind bewältigt die Trennung seiner Eltern wie das andere. Dennoch gibt es alterstypische Reaktionen, die man bei fast allen Kindern beobachten kann.

Sehr kleine Kinder verhalten sich häufig aggressiv und ängstlich, lassen die Mutter oder den Vater kaum noch aus den Augen. Jetzt ist Papa schon weggegangen, wer weiß, ob die Mama nicht auch noch weggeht? Häufig wird wieder eingenässt oder nach dem Schnuller verlangt - Verhaltensweisen, die zeigen sollen, dass doch alles wieder so wie früher sein sollte.

Kinder im Kindergartenalter zeigen ähnliche Verhaltensweisen, doch offenbaren sie jetzt ihre Gefühle stärker. Da sie sich in diesem Alter als Mittelpunkt ihrer kleinen Welt erleben, glauben sie häufig, an der Trennung der Eltern selbst schuld zu sein.

Schulkinder zeigen bereits Verständnis für die Trennungssituation

Schulkinder bringen bereits durchaus Verständnis für die elterlichen Probleme auf, doch die Trennung der Eltern macht sie traurig, wütend und hilflos. Als Eltern dürfen Sie sich nicht wundern, wenn in der Schule die Leistungen nachlassen oder Schwierigkeiten im Umgang mit den Freunden auftreten.

Ältere Schulkinder sorgen sich häufig sehr um ihre Eltern und übernehmen die Verantwortung für Dinge, für die sie eigentlich noch zu jung sind. Jugendliche zeigen sich sehr widersprüchlich. Zum einen zeigen sie sich sehr einfühlsam den Beziehungsproblemen der Eltern gegenüber und bieten sich vielleicht sogar als Gesprächspartner an, andererseits zeigen sie mit deutlicher Wildheit und auch Wut ihre grenzenlose Enttäuschung über das Auseinandergehen der Eltern und den damit verbundenen Verlust ihrer vorher intakten Familie.

Jugendliche müssen differenzieren

Ältere Jugendliche fühlen sich oft durch die Trennung der Eltern gezwungen, schneller erwachsen werden zu müssen. Überstürzte und konfliktreiche Ablösungsversuche werden unternommen, doch vielen Jugendlichen gelingt in dieser Situation die notwendige Ablösung von der Familie nicht.

Wann und wie soll ich es meinem Kind sagen?

Geheimniskrämerei ängstigt Ihr Kind bedeutend mehr als eine ehrliche und offene Sprache. Erklären Sie ihm, was sich zukünftig ändern wird, aber betonen Sie ganz besonders, was an Gewohntem bleiben wird, so wie bisher.

Viele Gespräche werden notwendig sein, in denen auch Ihr Kind Ihnen sagen sollte, wie es ihm geht, was es braucht, sich wünscht, aber auch, wovor es sich ängstigt.

Wut, Trauer und Schuldgefühle

Es wird für Sie ganz bestimmt nicht einfach sein, die Trauer und Wut Ihres Kindes über die Trennung seiner Eltern mit etwaigen Schuldzuweisungen auszuhalten, aber auch mit den eigenen Schuldgefühlen fertig zu werden. Sagen Sie Ihrem Kind ausdrücklich, dass es an der Trennung nicht schuld ist, sondern der Grund allein bei Papa und Mama liegt.

Gespräche mit Ihrem Kind sind von großer Bedeutung

Sie zeigen ihm: "Ich nehme mir Zeit für dich, du bist mir unendlich wichtig, ich bin für dich da!"

Scheidungskinder haben häufig das Gefühl, allem hilflos ausgeliefert zu sein und zu wenig beachtet zu werden. Diesem Gefühl wird durch intensive Gespräche entgegengewirkt.

Wie können Sie Ihrem Kind am besten helfen?

Sehen Sie die unter Umständen problematischen Reaktionen Ihres Kindes nicht als Störung an, sondern als das starke Bemühen, mit einer sehr schwierigen und veränderten Situation fertig zu werden. Lassen Sie Ihrem Kind (und auch sich selbst) Zeit mit der Verarbeitung der Wunden, die die Trennung hervorgerufen hat. Und bemühen Sie sich möglichst einfühlsam, auf seine kindlichen Bedürfnisse einzugehen.

Kann eine Mediation auch Kindern helfen?

Die Bereitschaft zum Gespräch nimmt ab, das gegenseitige Misstrauen wächst, Missverständnisse häufen sich. Schnell werden gemeinsame Kinder als Faustpfand eingesetzt. Der ursprüngliche Paarkonflikt gerät zum Streit ums Kind und endet letztendlich als Kampf vor dem Gericht. Manche Eltern entschließen sich deshalb bei einer Trennung und Scheidung für eine Mediation, auch Vermittlung genannt - eine besondere Form von Beratung.

Mit Blick in die Zukunft wollen sie die unmittelbaren Folgen der Trennung und Scheidung wie z. B. Sorgerecht, Umgang, Unterhalt gemeinsam klären. Dabei vermittelt ein neutraler „Dritter“, der Mediator, bei beiden Partnern und unterstützt sie bei der Klärung der wesentlichen Konfliktpunkte.

Wie kann ein Mediator helfen?

Gemeinsam entwickeln sie einen Plan, wie beide Eltern nach der Scheidung am besten zum Wohl ihrer Kinder zusammenarbeiten können. Dies setzt natürlich voraus, dass jeder den Willen aufbringt und in der Lage ist, gemeinsam mit dem Ex-Partner eigene Lösungen zu entwickeln. Dies ist sicherlich nicht leicht, aber vielen Paaren gelingt es. Erfahrungsgemäß dauert eine vollständige Mediation drei bis sechs Sitzungen von jeweils einer bis eineinhalb Stunden.

Die Abstände zwischen den Sitzungen sollten nicht kürzer als eine Woche, aber auch nicht länger als vier Wochen sein. In mehreren Stufen werden die wichtigsten familiären Fragen und Probleme geklärt und gelöst. Gemeinsam getroffene Vereinbarungen werden als Arbeitsergebnisse der Eltern schriftlich festgehalten. Eventuell werden sie notariell beurkundet und/oder in das gerichtliche Scheidungsverfahren eingebracht.

Jugendämter und freie Beratungsstellen

Mediation gibt es in Deutschland noch nicht als Regelleistung, doch Sie können sich informieren, ob in Ihrem Jugendamt oder in einer freien Beratungsstelle Mediation angeboten wird. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, sich einen niedergelassenen, selbstständigen Mediator zu suchen. Hier wird jedoch für jede Mediationssitzung ein bestimmtes Honorar verlangt.

Wichtige Hinweise und Anregungen, wenn Sie sich trennen oder scheiden lassen

Bemühen Sie sich, Ihrem Kind möglichst viel gefühlsmäßige Unterstützung zu geben und vor allem für eine verlässliche, tägliche Routine zu sorgen. Kinder brauchen das Gefühl von Beständigkeit.

Zu viele Veränderungen überfordern gerade in dieser Situation Ihr Kind. Auch wenn es noch so schwer fällt, verzichten Sie bei Ihrem Kind auf Kritik am anderen Elternteil. Für eine gesunde Entwicklung ist es notwendig, dass Kinder beide Elternteile achten können.

Keine Entscheidungen erzwingen

Versuchen Sie nicht, sich Ihrem Kind als den „besseren“ Elternteil darzustellen. Zwingen Sie es nicht, für Sie und gegen den anderen Elternteil Partei zu ergreifen. Falls es durch die Trennung und Scheidung zu finanziellen Schwierigkeiten kommen sollte, verschweigen Sie dies Ihrem Kind nicht. Erklären Sie ihm die neue Situation.

Versetzen Sie sich in die Lage des Kindes

Versuchen Sie, sich in die Lage Ihres Kindes hineinzuversetzen und die ganze Situation einmal mit seinen Augen zu betrachten. Vielleicht verstehen Sie nun, warum es gerade jetzt Ihre gesamte Zuwendung und Aufmerksamkeit benötigt.

Wie Kinder langfristig mit der Trennung und Scheidung ihrer Eltern fertig werden, ist weniger von der Tatsache der Trennung selbst abhängig, sondern hauptsächlich von den Bedingungen vor und nach der Trennung.

Im Bergischen Land hilft Ihnen der "Elternverein Bergisches Land" in allen Fragen rund um dieses schwierige Thema.

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