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Wie viel muss dem Unterhalt zahlenden Ehegatten übrig bleiben?

Auch wenn ein Ehegatte zur Zahlung von nachehelichen Unterhalt an den anderen Ehegatten verpflichtet ist, so muss ihm selbst so viel übrig bleiben, dass er selbst seine eigenen Lebenshaltungskosten finanzieren kann. Den Betrag, den jemand für sich selbst benötigt, nennt man Selbstbehalt.

Bedürfnisse und Kosten

Nun hat jeder Mensch unterschiedliche Bedürfnisse und auch unterschiedlich hohe Kosten. Da die unterschiedlich hohen Bedürfnisse aber nicht dazu führen, dass für den bedürftigen Ehegatten nichts mehr übrig bleibt, hat der Gesetzgeber pauschale Beträge festgelegt, die Auskunft darüber geben, was einem getrennt lebenden Ehegatten für seinen unentbehrlichen Lebensbedarf tatsächlich bleiben muss.

 ErwerbstätigeArbeitslose
bei minderjährigen Kindern1.080 EUR880 EUR
bei volljährigen Kindern1.300 EUR1.300 EUR
bei getrennt lebenden Ehegatten1.200 EUR1.200 EUR
bei geschiedenen Ehegatten1.200 EUR1.200 EUR
bei nichtehelicher Mutter1.200 EUR1.200 EUR
bei Eltern1.800 EUR1.800 EUR

Der Selbstbehalt ist dem Unterhalt zahlenden Ehegatten grundsätzlich zu belassen. Er muss also nur den Unterhalt zahlen, der über seinem Selbstbehalt liegt.

Praxisbeispiel:

Stefan Gebhardt verdient 1.700 EUR netto und muss für seine beiden minderjährigen Kinder Julian und Theo, welche 3 und 7 Jahre alt sind, Unterhalt bezahlen. Das Einkommen von Herrn Gebhardt ist gemäß der Düsseldorfer Tabelle in die zweite Stufe einzuordnen. Für seine Söhne müsste er 251 EUR (345 EUR - 94 EUR hälftiges Kindergeld) und 301 EUR (395 EUR - 94 EUR hälftiges Kindergeld), also insgesamt 551 EUR Unterhalt zahlen. Bei minderjährigen Kindern liegt der Selbstbehalt der Unterhaltsverpflichteten bei 1.080 EUR. Das Einkommen abzüglich des Kinderunterhalts beläuft sich auf 1.149 EUR, so dass sein Einkommen noch über den Selbstbehalt liegt.

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