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Wie kann ich als Vater gerichtlich festgestellt werden?

Gerichtliche Feststellung der Vaterschaft

Wenn keine Vaterschaft aufgrund Ehe oder durch Anerkennung besteht, kann die Vaterschaft gerichtlich festgestellt werden.

Grundsätzlich gilt die Vermutung, dass derjenige der Vater ist, der der Kindesmutter in der Empfängniszeit (300. Tag vor der Geburt bis zum 181. Tag vor der Geburt des Kindes) beigewohnt, also intim mit ihr verkehrt hat.

Vermutung gegen die Vaterschaft

Diese Vermutung gilt nur dann nicht, wenn die Vaterschaft offenbar unmöglich ist oder wenn schwerwiegende Zweifel an der Vaterschaft bestehen.

Um diese Vermutung zu widerlegen, kann die Vaterschaft im Wege eines Vaterschaftsfeststellungsverfahrens geltend gemacht werden. Auch wenn einer der bisher geltenden Eltern die Zustimmung zur Vaterschaftsanerkennung nicht erteilt, kann die Vaterschaft gerichtlich festgestellt werden.

Wer kann eine Vaterschaftsklage führen?

Bei einer Vaterschaftsfeststellungsklage können folgende Personen das Verfahren führen:

  • das Kind gegen den Vater
  • die Mutter gegen den Vater
  • der Vater gegen das Kind

Wenn die Vaterschaft durch das Gericht festgestellt worden ist, gilt der festgestellte Vater allein als Vater des Kindes. Hierzu muss das Feststellungsurteil jedoch erst rechtskräftig werden. Es muss also zunächst abgewartet werden, bis keine Rechtsmittel mehr gegen das Feststellungsurteil eingelegt werden können.

Vor Rechtskraft der Feststellung spielt es für die Vaterschaft keine Rolle, wer der biologische Vater des Kindes ist; selbst dann nicht, wenn offensichtlich ist, wer der biologische Vater ist.

Expertentipp:

Wenn das Kind mit der geschiedene Mutter und deren neuen Lebensgefährten zusammenlebt, aber das Kind während der bestehenden Ehe geboren wurde, gilt das Kind so lange als Kind des mittlerweile geschiedenen Ehemannes, bis die Vaterschaft des anderen Mannes rechtskräftig festgestellt wurde. Bis dahin ist der geschiedene Ehemann, der nicht der leibliche Vater des Kindes ist, der Vater. Dieses hat zur Folge, dass er so lange auch Kindesunterhalt zahlen muss.

Schon vor der rechtskräftigen Feststellung kann der Unterhalt für Mutter und Kind per einstweiliger Anordnung geltend gemacht werden. Wenn sich nachher herausstellt, dass der auf Vaterschaftsfeststellung verklagte Mann doch nicht der Vater des Kindes ist, muss die Mutter diesem den Unterhalt, den sie bekommen hat, zurückzahlen.

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