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Unterschiede beim Unterhalt für minderjährige und volljährige Kinder

Unterhalt für minderjährige Kinder

Beim Unterhalt für minderjährige Kinder gelten gegenüber dem Unterhalt für volljährige Kinder folgende Besonderheiten:

  • Die Eltern haften verschärft für den Unterhalt von minderjährigen Kindern. Da sich die Kinder nicht allein unterhalten können, müssen die Eltern alle verfügbaren Mittel bis zu ihrer Grenze von 950 € für Erwerbstätige und 770 € für Arbeitslose einsetzen.
  • Die verschärfte Haftung gilt auch für alle volljährigen Kinder bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, wenn die Kinder weiter im Haushalt der Eltern wohnen und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden (sogenannte privilegierte volljährige Kinder).
  • Derjenige Elternteil, der ein gemeinsames minderjähriges Kind betreut, erfüllt durch die Betreuung seine Unterhaltsverpflichtung und muss daneben keinen Unterhalt zahlen. Bei volljährigen Kindern müssen beide Eltern Unterhalt zahlen
  • Der Unterhaltsanspruch eines minderjährigen oder eines privilegierten volljährigen Kindes ist jedem Unterhaltsanspruch gegenüber vorrangig, auch gegenüber dem Unterhaltsanspruch eines volljährigen Kindes.
  • Der Unterhaltsanspruch eines minderjährigen Kindes endet am Ende des Monats vor Eintritt der Volljährigkeit.

Unterhalt für volljährige Kinder

Bei volljährigen Kindern ist folgendes zu beachten:

  • Ab Eintritt der Volljährigkeit muss ein Kind in keiner Weise mehr von seinen Eltern betreut werden. Dieses hat zur Folge, dass auch der bisher betreuende Elternteil anteilig Unterhalt an sein Kind zahlen muss.
  • Im Gegensatz zum Unterhalt für minderjährige Kinder kann der Unterhalt für volljährige Kinder verwirkt werden.
  • Unterhalt für minderjährige und volljährige Kinder ist identisch. Dieses hat zur Folge, dass der Unterhaltstitel aus der Zeit der Minderjährigkeit auch beim Eintritt der Volljährigkeit fortgilt. Mit Eintritt der Volljährigkeit muss der Unterhalt also selbst vom Kind gefordert werden; es kann sich nicht mehr durch den betreuenden Elternteil vertreten lassen.

Expertentipp:

Wird Ihr Kind während eines laufenden Verfahrens volljährig und sind Sie bisher als betreuender Elternteil als Kläger oder Beklagter aufgetreten, so muss nun Ihr Kind in dem Verfahren als Kläger bzw. Beklagter für seinen Unterhaltsanspruch auftreten. Der Wechsel der Verfahrensbeteiligten geschieht nicht automatisch, sondern Sie müssen ihn beim Gericht beantragen.

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