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Wie wird das Anfangs- und wie das Endvermögen ermittelt?

Vermögen sind alle Gegenstände, Rechte, Wertpapiere etc, die einen wirtschaftlich messbaren Wert aufweisen. Nicht in den Zugewinnausgleich fallen alle Hausratsgegenstände sowie Rentenanwartschaften. Unter den Zugewinnausgleich fallen insbesondere folgende Vermögensgegenstände:

  • Abfindungen
  • Anwartschaftsrechte z.B. aus Lebensversicherungen, Eigentumsvorbehalt, Erbvertrag, Nacherbenrecht etc)
  • Arztpraxen
  • Außenstände
  • Bankguthaben
  • Bargeld
  • Bausparverträge
  • Darlehensforderungen
  • Direktversicherungen
  • Dauerschuldverhältnisse, wie z.B. Mietzahlungen
  • Eigentumswohnung
  • Gesellschaftsanteile
  • GmbH-Anteile
  • Grundstücke
  • Kraftfahrzeuge, sofern sie nicht Familienfahrzeug sind
  • Lebensversicherungen
  • Lotteriegewinne
  • Mietkaution
  • Nießbrauch
  • Rechtsanwaltskanzleien
  • Schmerzensgeldansprüche
  • Schmuck
  • Sparguthaben
  • Unterhaltsrückstände
  • Unternehmen
  • Unternehmensbeteiligungen
  • Wertpapiere

Schulden sind sodann vom Vermögen abzuziehen.

Die Berechnung des Zugewinns

Der Zugewinn jedes Ehegatten ergibt sich, indem man vom Endvermögen das Anfangsvermögen abzieht.

Anfangsvermögen ist das Vermögen, was jeder Ehegatte am Tage der standesamtlichen Trauung besitzt.

Wenn ein Ehegatte bei der Eheschließung überschuldet ist, so ist sein Anfangsbermögen seit der Reform im Jahre 2009 nicht mehr mit 0 €, sondern mit dem tatsächlichen negativen Geldbetrag anzusetzen.

Weiterhin wird dem Anfangsvermögen das Vermögen hinzugerechnet, was ein Ehegatten nach der Eheschließung erbt, im Hinblick auf ein künftiges Erbrecht erhält, geschenkt oder als Ausstattung bekommt.

Endvermögen ist das Vermögen, was jeder Ehegatte nach Abzug seiner Verbindlichkeiten am Tag der Zustellung des Scheidungsantrages besitzt.

Das Endvermögen wird nach der Reform von 2009 auch bei der Überschuldung stets negativ angesetzt und nicht lediglich auf 0 € bestimmt.

Praxisbeispiel:

Leonora Schmitt hatte zum Zeitpunkt ihrer Hochzeit mit Theo Schmitt 3.000 € Schulden. Während der Ehezeit bis zur Zustellung des Scheidungsantrages ihres Ehemannes gelang es ihr, diese nicht nur abzutragen, sondern auch in ein Guthaben von 7.000 € umzusetzen.

Das negative Anfangsvermögen von 3.000 € und das positive Endvermögen in Höhe von 7.000 € ergeben einen Zugewinn von 10.000 € seitens Leonora Schmitt.

Sollte Leonora Schmitt hingegen nur 2.000 € zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrages abgezahlt haben und immer noch Schulden in Höhe von 1.000 € haben, so hat sie zwar einen Zugewinn von 2.000 € durch den Abbau der Schulden erzielt, allerdings führt dies nun aber nicht zu einer Zahlungspflicht, denn nach wie vor bleibt gemäß § 1378 II BGB die Höhe derAusgleichsforderung durch den Wert des positiven Vermögens beschränkt. Der von Leonora Schmitt erwirtschaftete Zugewinn von 2.000 € spielt nur bei der Berechnung des Zugewinnausgleichs eine Rolle, wenn ihr Ehemann ebenfalls einen Zugewinn erzielt hat und über ein positives Endvermögen verfügt.

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