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Wie werden Kinder nach der Trennung und Scheidung steuerlich berücksichtigt?

Kinder werden generell steuerlich entweder über das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag berücksichtigt. Berücksichtigt werden für die steuerliche Veranlagung grundsätzlich alle Kinder, die der Steuerpflichtige mit in seinen Haushalt aufgenommen hat und zu einem nicht unerheblichen Teil auf seine Kosten unterhält.

Minderjährige Kinder werden stets berücksichtigt. Volljährige Kinder werden dann berücksichtigt, wennn:

  • Sie noch nicht 21 Jahre alt und bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend gemeldet sind.
  • Sie noch nicht 27 Jahre alt und sich in der Berufsausbildung bzw. in der Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befinden, keinen Ausbildungsplatz finden oder ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr ableisten.
  • Sie wegen körperlich, geistiger oder seelische Behinderung nicht in der Lage sind, sich selbst zu unterhalten.

Volljährige Kinder werden in der Regel dann nicht berücksichtigt, wenn sie eigene Einkünfte über 7.188 Euro pro Kalenderjahr haben.

Kindergeld oder Kinderfreibetrag können alternativ gefordert werden. Während des laufenden Kalenderjahres wird immer nur das Kindergeld als monatliche Steuervergünstigung geleistet.

Der Kinderfreibetrag

Die auf der Lohnsteuerkarte eingetragene Zahl der Kinder wirken sich ausschließlich auf die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag aus.

Bei der Veranlagung zur Einkommenssteuer, die monatlich stattfindet, ist für jedes Kind beginnend mit dem Ältesten zu berechnen, ob die einkommenssteuerliche Entlastung durch Abzug des Kinderfreibeträge niedriger oder höher ist als das gewährte Kindergeld.

Ist die steuerliche Entlastung aus dem Kinderfreibetrag niedriger als das Kindergeld, wird der Kinderfreibetrag für die Festsetzung der Einkommenssteuer endgültig nicht berücksichtigt. Es bleibt dann beim geleisteten Kindergeld. Dieses braucht in keinem Fall zurückgezahlt werden.

Ist die steuerliche Entlastung aus dem Kinderfreibetrag höher als der Kindergeldanspruch, werden die Kinderfreibeträge auch bei der Berechnung der Einkommenssteuer berücksichtigt.

Die Kinderfreibeträge vermindern das zu versteuernde Einkommen und damit die zu zahlende Einkommenssteuer. In diesem Fall ist das bereits bezahlte Kindergeld zu verrechnen. Solange die Eltern gemeinsam zur Einkommenssteuer veranlagt werden, wird auch die das gesamte Einkommen betreffenden Zuschlagsteuern, wie Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag, unter Berücksichtigung der vollen Kinderzahl berechnet.

Wenn die Eltern über ein Jahr getrennt leben oder bereits geschieden worden sind, sind sie nicht nur in eine andere Steuerklasse einzuordnen, sondern müssen sich auch die Anzahl der Kinder hälftig teilen. Hierdurch fällt die Einkommensminderung weit geringer aus, als vor der Trennung bzw. Scheidung.

Das Kindergeld

Das Kindergeld ist ein Einkommen. Es kann bei der Familienkasse der Arbeitsagentur beantragt werden. Voraussetzung für das Kindergeld ist, dass der Steuerpflichtige seinen Hauptwohnsitz, also seinen gewöhnlichen Aufenthalt, in Deutschland hat.

Das Kindergeld beträgt für das erste bis zweite Kind je 190 Euro, für das 3. Kind 196 Euro und ab dem vierten Kind je 221 Euro. Solange die Eltern zusammenleben, erhalten sie gemeinsam das Kindergeld für Ihre Kinder.

Wenn sich die Eheleute trennen oder scheiden lassen, wird das Kindergeld anteilig auf beide Eltern verteilt. Je nachdem, wie viel der nicht die Kinder betreuende Elternteil verdient und an Einkommen zahlt, wird ihm die Hälfte oder weniger des Kindesgeldes angerechnet.

Freibetrag für Alleinerziehende nach § 24 b EStG

Als Ersatz für den früher existierenden Haushaltsfreibetrag hat der Gesetzgeber nun den Freibetrag für Alleinerziehende in Höhe eines Betrages von 1.308 € jährlich eingeführt. Dieser Betrag wird von der Summe der Einkünfte abgezogen. Dieser Freibetrag führt zur Lohnsteuerklasse II.

Dieser Freibetrag kann in die Lohnsteuerkarte eingetragen werden. Der Freibetrag für Alleinerziehende wird nur gewährt, wenn ein Elternteil allein mit dem Kind in einer gemeinsamen Wohnung lebt. Leben noch andere Personen dort, ist die Gewährung des Freibetrages in der Regel nicht möglich.

Der Ausbildungsfreibetrag

Kosten für die Berufsausbildung des volljährigen Kindes, welches auswärtig untergebracht ist, dürfen auf Antrag mit einem Freibetrag vom Gesamteinkommen abgezogen werden.

Der Ausbildungsfreibetrag beträgt 924 € pro Kind und Jahr. Er ist grundsätzlich den Eltern je hälftig anzurechnen.

Kinderbetreuungskosten

Kinderbetreuungskosten sind neben den Freibeträgen berücksichtigungsfähig. Voraussetzung ist allerdings, dass das Kind im Haushalt des Steuerpflichtigen lebt und noch nicht 14 Jahre alt ist. Weiterhin muss der Steuerpflichtige einer Erwerbstätigkeit nachgehen, eine Ausbildung absolvieren oder behindert oder krank sein.

Berücksichtigungsfähig sind konkrete Aufwendungen für Kinderbetreuung, die jährlich 1.548 Euro übersteigen. Für getrenntlebende Elternteile gilt die Hälfte, also 774 Euro.

Kinderzulage nach Eigenheimzulagegesetz (Wohnungsförderung)

Kinder spielen auch eine Rolle bei der Wohnungsförderung. Der Förderzeitraum umfasst das Jahr der Fertigstellung oder Anschaffung und sieben Folgejahre. Die Zulage wird in Form einer Grundförderung und einer Kinderzulage für jedes berücksichtigungsfähige Kind gewährt. Die Kinderzulage ist Jahr für Jahr von der Grundförderung abhängig.

Zur Zulage berechtigen nur Kinder, für die der Steuerpflichtige oder sein Ehegatte im jeweiligen Jahr Kindergeld oder Kinderfreibetrag erhalten hat und die in Deutschland in seinem Haushalt leben.

Die Zulage beträgt pro Kind und Jahr 800 Euro als fester Jahresbetrag, auch wenn Kindergeld und Kinderfreibetrag nur für einen Teil des Jahres gewährt werden. Ausbauten und Erweiterungen werden allerdings seit 2004 nicht mehr gefördert.

Kindesunterhalt als außergewöhnliche Belastung

Kindesunterhalt kann auf Antrag als außergewöhnliche Belastung zur Steuerentlastung gemäß § 33 a Abs. 1 EStG führen. Voraussetzung ist, dass weder der Steuerpflichtige noch eine andere Person Anspruch auf einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld haben.

Grund ist der, dass ein Kind nicht mehrfach durch Kinderfreibetrag, Kindergeld und außergewöhnliche Belastungen zur Steuerentlastung führen darf. Praktisch relevant ist die Absetzung des Kindesunterhalts als außergewöhnliche Belastung bei im Ausland lebenden Kindern. Der Jahreshöchstbetrag im Jahr 2004 betrug 7.680 Euro.

Privatschuldkosten

Für ein Kind, welches Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag hat, dürfen 30 % der Kosten für bestimmte stattlich genehmigte oder landesrechtlich erlaubte Ersatzschulen (Privatschulen) oder allgemeinbildende Ergänzungsschulen als Sonderausgaben gemäß § 10 Abs. 1 Satz 9 EStG abgezogen werden.

Nicht abziehbar sind die Kosten für Beherbergung, Betreuung und Verpflegung, Schulgeldzahlungen für ausländische Schulen. Die Oberfinanzdirektionen haben Listen für die in Betracht kommenden Schulen.

Besondere Pauschbeträge für behinderte Kinder

Ein behindertes Kind darf außergewöhnliche Belastungen, die ihm unmittelbar durch seine Behinderung entstehen wahlweise und ohne Nachweis des Aufwandes durch einen Behinderten-Pauschbetrag jährlich geltend machen. Die Höhe richtet sich nach dem dauernden Grad der Behinderung.

Behinderung von %und %Pauschbetrag
2530310 Euro
3540430 Euro
4550570 Euro
5560720 Euro
6570890 Euro
75801060 Euro
85901230 Euro
951001420 Euro
HilfloseBlinde3700 Euro

Weiterhin kann ein Kind, dem bestimmte laufende Hinterbliebenenbezüge (nach Bundesversorgungsgesetz und der gesetzlichen Unfallversicherung) bewilligt worden sind, steuerlich einen Hinterbliebenen-Pauschbetrag in Höhe von 370 Euro im Jahr geltend machen.

Diese Pauschbeträge des Kindes kann sich der Steuerpflichtige auf Antrag übertragen lassen, wenn sie das Kind nicht selbst in Anspruch nimmt. Der Pauschbetrag ist grundsätzlich hälftig zwischen den Eltern aufzuteilen. Eine andere Aufteilung ist auf gemeinsamen Antrag hin möglich.

Belastungen aus der Pflege für ein dauernd hilfsloses Kind können mit einem jährlichen Pauschbetrag von 924 Euro abgerechnet werden, wenn dafür keine Einnahmen fließen. Zu den Einnahmen zählt nicht das Pflegegeld, das Eltern für die Pflege des Kindes bekommen.

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