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Trennung mit Kind – Trennung wegen Kind

Für eine glückliche Beziehung stellen Kinder wohl den Höhepunkt und die Vollendung des Glückes dar. Sie sind das Ergebnis der Liebe zweier Menschen. Doch was einfach und unkompliziert klingt, wird nicht selten zur Feuerprobe für eine Beziehung. Mit einem Kind ändert sich alles von Grund auf und Eltern sehen sich neuen Herausforderungen gegenüber. Die Rollen der beiden Partner verändern sich und es besteht nicht mehr nur eine Zweisamkeit.

Viele Partner meistern die Aufgabe der Erziehung eines Kindes gemeinsam, doch in manchen Fällen leidet die Beziehung so unter der neuen Situation, dass eine Trennung mit Kind oder gerade eine Trennung wegen Kind der letzte Ausweg zu sein scheint.

Das Wichtigste zum Thema Trennung wegen Kind für Sie:

  • Manchmal ist der bestehende Kinderwunsch eines Partners eine schier unüberwindbare Hürde für eine Partnerschaft, wenn der andere Partner keine Kinder will.
  • Die Geburt eines Kindes stellt auch eine große Verantwortung für beide Partner sowie eine Feuerprobe für Beziehungen dar.
  • Ohne Kommunikation kann die Belastung durch die zusätzliche Verantwortung schnell zu viel werden und einem Partner über den Kopf wachsen.
  • Auch wenn beide Elternteile das Kind für gewöhnlich beide lieben, kann es dazu kommen, dass sich ein Partner vernachlässigt fühlt.
  • Die Sorge, den gemeinsamen Kinder nicht gerecht zu werden, die Streitereien zwischen Geschwistern und der Stress belasten oftmals eine Beziehung.
  • Eine neue Partnerschaft, wenn bereits ein Kind da ist, sollte langsam angegangen und gut vorbereitet werden.
  • Es ist wichtig, den Kindern genügend Zeit zu geben, sich an die neue Situation zu gewöhnen, da neue Partner von Kindern oft nur widerwillig angenommen werden.
  • Bei der Erziehung ist es wichtig, dass sich beide Elternteile einig sind und notfalls vorab Absprachen treffen. Uneinigkeit untergräbt die Autorität eines der beiden Elternteile.

Trennung wegen unerfülltem Kinderwunsch

Wenn der Partner fremdgegangen ist, hat das sehr oft eine sofortige Trennung zur Folge.

Grundverschiedene Wünsche und Vorstellungen in einer Partnerschaft können auf Dauer immer wieder zu Problemen und auch zu einer Trennung wegen Kind führen.

Es gibt für Paare viele Gründe für eine Trennung. Das kann der Verlust von Gefühlen für den anderen Partner sein oder der Partner verändert sich über die Jahre hinweg so sehr, dass die Beziehung darunter leidet. Manchmal sind auch unüberwindbare Differenzen der Grund vieler Menschen, die Beziehung zu beenden. Darunter zählen insbesondere verschiedene Zukunftsansichten. Vielleicht bevorzugt ein Partner das Leben in ländlicher Gegend, während der andere Partner in einer Großstadt dem beruflichen Erfolg hinterher eifern möchte. Manchmal ist aber auch der bestehende Kinderwunsch eines Partners eine schier unüberwindbare Hürde für eine Partnerschaft, insbesondere dann, wenn der andere Partner keine Kinder will.

Die Entscheidung, ein Kind zu bekommen, beeinflusst das ganze Leben beider Parteien einer Beziehung. Nicht immer besteht dann Einigkeit, was die Zukunftswünsche betrifft. Irgendwann einmal über Kinder nachzudenken, ist vollkommen normal und für viele Paare stellen Kinder eine neue Lebensaufgabe dar. Sie sind das Symbol des vollendeten Glückes. Was aber, wenn der Partner vollkommen andere Zukunftspläne hat, die keine Kinder mit einschließen?

Viele Menschen entscheiden sich, den beruflichen Erfolg zu suchen und stellen den Kinderwunsch hinten an. Manch einer fühlt sich auch der Herausforderung, für viele Jahre die Verantwortung für ein kleines Wesen zu übernehmen, nicht gewachsen. Problematisch für eine Beziehung wird es dann, wenn beide Seiten verschiedene Ansichten bezüglich der Zukunft haben. Denn hierfür gibt es keinen Kompromiss und keine Lösung, die beide Partner glücklich macht. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann dunkle Schatten auf eine Beziehung werfen. Der Partner, der in diesem Fall zurücksteckt, wird sich wachsender Unzufriedenheit gegenübersehen. Trotzdem sind diese Differenzen nicht immer gleich ein Grund zur Trennung.

Wichtig ist es, dass beide Partner offen über die Wünsche und Zukunftspläne reden. Wenn Sie sich ein Kind wünschen, Ihr Partner aber dagegen ist, dann stellen Sie sich selbst die Frage, was Ihnen wichtiger ist. Würden Sie, nur um sich den Wunsch eines Kindes zu erfüllen, die Beziehung aufgeben? Auf der anderen Seite sollte der Partner, der keine Kinder möchte, auch langfristig über diese Entscheidung nachdenken. Besteht die Möglichkeit, dass sich die Ansicht im Laufe der Jahre ändert? Kommt es nur jetzt im Moment nicht infrage, an Kinder zu denken, wohl aber in einigen Jahren? Oder sind es Zukunftsängste bzw. die Angst vor Verantwortung, die Sie von dieser wichtigen Entscheidung abhalten?

Beide Parteien müssen sich darüber im Klaren sein, welche Vorstellungen sie von der Zukunft haben und ob diese Ansichten miteinander vereinbar sind. Bei grundverschiedenen Zukunftsplänen, bei denen keiner der beiden Partner einlenken will, wird es auf Dauer immer wieder zu Problemen kommen und somit zu einer Zerreißprobe für die Beziehung werden.

Expertentipp:

Reden Sie offen und ehrlich mit Ihrem Partner über den bestehenden Kinderwunsch und haben Sie trotzdem ein offenes Ohr für die Ansichten des Partners. Sprechen Sie darüber, ob Kinder generell nicht infrage kommen oder der Kinderwunsch nur vorläufig hinter andere Wünsche und Ziele gestellt wurde.

Geburt des ersten Kindes

Die Geburt des ersten Kindes ist für viele Paare der glücklichste Moment im Leben. Endlich ist der Kinderwunsch in Erfüllung gegangen und das kleine Produkt der Liebe ist auf die Welt gekommen. So schön diese ersten Momente auch sind, die Geburt eines Kindes stellt auch eine große Verantwortung für beide Partner sowie eine Feuerprobe für die Beziehung dar.

Bei etwa 40 % der Trennungen mit minderjährigen Kindern finden diese im ersten Jahr nach der Geburt statt. Grund dafür ist nicht selten die Desillusionierung eines oder beider Partner. Noch während man die Zweisamkeit genoss, stellt man sich die Zukunft vor, allerdings ohne die Verantwortung und Aufgaben von Eltern vollends zu bedenken. Wer denkt schließlich schon vorher an schlaflose Nächte und schreiende Kinder, wenn man das Familienglück vor Augen hat?

Verantwortung und Umstellung durch das neue Familienmitglied

So schön die Geburt eines Kindes auch ist, das Leben der Eltern ändert sich mit diesem Tag von Grund auf. Plötzlich steht man auch am Wochenende nicht mehr ausgeschlafen auf, Besuche im Restaurant oder Spontanbesuch bei Freunden scheinen vollkommen unmöglich zu sein und Zweisamkeit ist ein Wort, das man scheinbar nur noch aus der Vergangenheit kennt. Die Umstellung des Lebens kostet nicht selten viel Kraft und Energie. Nach einem anstrengenden Tag mit wenig Schlaf kommt es vielleicht auch zu ungerechtfertigten Reaktionen. Der Partner ist genervt, müde und gereizt, was selbstverständlich nicht am Kind, sondern in vielen Fällen am Partner ausgelassen wird. Oftmals fühlen sich besonders die Mütter unverstanden, wenn der Partner von einem Arbeitstag nach Hause kommt und nicht versteht, wieso die Frau ausgelaugt und müde ist, obwohl sie doch den ganzen Tag zu Hause war. Andersherum ist es auch für Väter nicht einfach, nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht die Füße hochlegen zu können.

Ein Kind festigt eine Beziehung, andererseits stellt die Erziehung des Kindes auch eine große Herausforderung dar, der sich beide Elternteile stellen müssen. Um diese Hürde zu nehmen, ist vor allem Verständnis für den Partner sehr wichtig. Ohne Kommunikation kann die Belastung durch die zusätzliche Verantwortung schnell zu viel werden und einem Partner über den Kopf wachsen. Der Ausweg ist in diesen Fällen meist nur die Trennung mit Kind und besonders auch die Trennung wegen Kind.

Eine Trennung mit Kind sollte gut bedacht werden. Auch hier ist es wichtig, die Kommunikation mit dem Partner zu suchen und über eventuelle Sorgen und Ängste zu reden. Dennoch sollte ein Kind nicht der einzige Grund sein, in einer Beziehung zu bleiben und dabei unglücklich zu sein. Manchmal passiert es einfach, dass Partner sich auseinander leben oder eine Seite sich durch die Umstellung durch die Geburt eines Kindes so stark verändert, dass man keine oder kaum noch Gemeinsamkeiten mit dem Partner hat. Bemerkt man dann, dass keine Gefühle mehr mit im Spiel sind und das Kind bzw. die Angst vor dem Verlust des gesellschaftlichen Status der Grund ist, in der Beziehung zu bleiben, ist es keine Schande, eine Trennung in Erwägung zu ziehen.

Denn Kinder sind sehr feinfühlig und bemerken meist schon in jungen Jahren, wenn das Verhältnis zwischen Vater und Mutter nicht stimmt.

Eine Trennung ist nie leichtfertig vorzunehmen und solange noch Gefühle für den Partner vorhanden sind, ist es auch nicht unmöglich, mit der veränderten Lebenssituation zurechtzukommen. Neben Kommunikation mit dem Partner sowie Verständnis für den Partner kann auch eine Paartherapie helfen, um für alle Parteien eine zufriedenstellende Lösung zu finden.

Expertentipp:

Reden ist das A und O in einer Beziehung. Teilen Sie dem Partner mit, wenn Sie sich unverstanden oder überfordert fühlen und sprechen Sie über Ihre Sorgen und Ängste. Andererseits sollten beide Parteien dem anderen Partner mit Verständnis begegnen und auch akzeptieren, dass nicht jeder Tag mit einem Kleinkind durch die rosarote Brille zu sehen ist.

Die Liebe wird plötzlich aufgeteilt

Wenn ein Paar sich dazu entscheidet, ein Kind zu bekommen, dann geschieht dies meist nicht einfach so aus dem Bauch heraus. Die meisten Eltern führten schon vor dem Entschluss eine jahrelange Beziehung, lieben sich innig und sind sich sicher, dass sie die Zukunft miteinander verbringen und die Liebe mit der Geburt eines Kindes krönen wollen. Sie verbringen viel Zeit miteinander und genießen die gemeinsamen Stunden und Unternehmungen. Plötzlich ist ein kleines Wesen da, das man vom ersten Moment an mehr liebt als sich selbst, das man beschützen und nie wieder hergeben möchte.

Dass Eltern ihre Kinder lieben, ist vollkommen normal und wünschenswert. Doch auch wenn beide Elternteile das Kind für gewöhnlich beide lieben, kann es dazu kommen, dass sich ein Partner vernachlässigt fühlt.

Plötzlich gibt es nicht mehr nur Zweisamkeit. Es ist ein weiteres Familienmitglied da, das immense Aufmerksamkeit und Liebe benötigt. Auch wenn kaum ein Partner wirklich eifersüchtig auf das eigene Kind sein wird, ist es dennoch eine Umstellung, die geliebte Person mit jemandem teilen zu müssen. In den meisten Fällen ist es der Mann, der sich plötzlich daran gewöhnen muss, dass die Partnerin nicht mehr nur einzig und allein Augen für ihn hat. Auf einmal ist nach einem harten Arbeitstag keine traute und erholsame Zweisamkeit möglich. Die Mutter ist vielleicht gestresst oder das Baby entschließt sich pünktlich zum Feierabend des Vaters, dass es die Eltern gerne für 2 Stunden auf Trab halten möchte. Auch kann das Sexleben der Eltern sich verändern. Schlaflose und anstrengende Nächte rauben die Lust und nicht wenige Frauen haben direkt nach der Geburt erst einmal mit der Hormonumstellung zu kämpfen. Auf Dauer kann die fehlende Zweisamkeit eine starke Belastung für eine Beziehung werden.

Doch auch wenn auf einmal eine weitere Person im Haus ist, bedeutet das nicht, dass die Liebe zum Partner deshalb weniger wird. Dass man einem weiteren Menschen in sein Herz schließt, bedeutet auch nicht zwangsläufig, dass man den Menschen, der vorher den Platz eingenommen hat, verdrängt. Dennoch ist es wichtig, weiterhin Zeit füreinander zu haben. Oftmals ist es schwierig, dabei ein gesundes Gleichgewicht zu finden. Ist das Baby endlich zu Hause, möchte man ihm am liebsten all die Aufmerksamkeit schenken, zu der man fähig ist. Dabei sollte man jedoch den Partner nicht außen vor lassen. Auch nach der Geburt sind gemeinsame traute Stunden wichtig, um die Beziehung zu festigen. Wachsende Unzufriedenheit durch mangelnde Aufmerksamkeit wirkt sich auf Dauer negativ auf die Beziehung aus und kann zur Trennung wegen Kind führen.

Verspürt einer der Partner wachsende Unzufriedenheit, sollte das vorsichtig bei einem Gespräch angesprochen werden. Natürlich ist an dieser Stelle auch Verständnis notwendig, denn die Umstellung durch die Geburt eines Kindes ist für beide Seiten nicht immer einfach und die hohe Verantwortung gegenüber dem Neugeborenen kann oftmals einiges abverlangen. Trotzdem bedeutet das nicht, dass Sie als Partner nur zurückstecken sollten. Selbst nach einem anstrengenden Tag ist es noch möglich, Zweisamkeit zu genießen und zum Beispiel ein gemeinsames Entspannungsbad zu nehmen oder Arm in Arm einen Film anzuschauen.

Expertentipp:

Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche für das Kind da sein sollen und niemand wird es Ihnen verübeln, wenn Sie sich einen Tag in der Woche für ein paar Stunden nehmen, um gemeinsam etwas mit den Partner zu unternehmen. Gönnen Sie sich ruhig auch mal wieder einen gemeinsamen Abend mit Freunden oder einen romantischen Restaurantbesuch.

Die Geburt eines zweiten Kindes

Viele Menschen wünschen sich zwei oder mehr Kinder. Nachdem man bereits Übungen in Sachen Kindererziehung hat, steht einem weiteren Familienmitglied eigentlich nichts mehr im Wege. Schließlich steht im Keller noch der Kinderwagen. Auch die Kinderwiege wird für das erste Kind langsam zu klein und wäre perfekt für den Nachfolger geeignet. Außerdem freut sich das erste Kind schon auf sein Geschwisterchen. Die Kinder können miteinander spielen und werden zu einem untrennbaren Gespann.

Dieser und noch mehr Illusionen geben sich viele Elternpaare hin, wenn sie weitere Kinder planen. Doch nicht immer gibt es eine Garantie dazu, dass es mit einem zweiten Kind einfacher wird. Auch kann niemand voraussagen, ob es sich mit dem zweiten Kind genauso verhalten wird, wie mit dem ersten. Vielleicht hat der erste Sohnemann schon relativ früh die Nächte durchgeschlafen und war kaum einmal krank. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass es beim zweiten Kind genauso sein wird. Sie sollten vorab bedenken, dass ein zweites Kind auch zusätzliche Verantwortung bedeutet. Ebenso wenig gibt es eine Garantie dafür, dass sich die beiden Kinder verstehen. Trotz der Blutsbande gibt es einfach Geschwister, die nicht viel oder nur wenig miteinander anfangen können, die komplett verschiedenen Interessen nachgehen und andere Ansprüche an die Eltern stellen. Meist sind in diesem Fall Streitereien vorprogrammiert, die ebenfalls sehr an den Nerven der Eltern zerren können.

Ein weiteres Kind bedeutet auch für das erste Kind eine enorme Umstellung. Plötzlich ist es kein Einzelkind mehr und so sehr sich die Eltern auch bemühen, es ist noch eine weitere Person dazugekommen, die ebenso viel Aufmerksamkeit von den Eltern verdient hat, wie es selbst. In diesem Fall ist es ganz besonders wichtig, auch dem erstgeborenen Kind weiterhin genügend Aufmerksamkeit zu schenken und auch einmal alleine Zeit mit ihm zu verbringen.

Die Sorge, nicht beiden Kindern gerecht zu werden, die Streitereien zwischen den Geschwistern und der zusätzliche Stress belasten dann oftmals auch eine Beziehung. In schweren Fällen kann es dazu kommen, dass einem Partner alles über den Kopf wächst, die Zeit für Zweisamkeit gänzlich verloren gegangen scheint und der Traum der Familienidylle plötzlich gar nicht mehr so unwiderstehlich ist, wie anfangs geglaubt. In diesem Fall ist es wichtig, dass Eltern klare Regeln aufstellen, was die gemeinsame Erziehung der Kinder angeht, dass sie jedem Kind bestmöglich gerecht werden und dabei nicht den eigenen Partner aus den Augen verlieren.

Kinder aus einer früheren Beziehung

Heutzutage ist es keine Seltenheit mehr, dass sich Paare finden, bei denen eine oder gar beide Partner bereits Kinder aus früheren Beziehungen haben. Man verliebt sich neu, ist sich diesmal vollkommen sicher, dass es die große Liebe ist und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass auch die Kinder an dem neuen Glück beteiligt sind. Doch schnell kann die Vorstellung, dass das eigene Kind den neuen Partner einfach genauso lieben wird, zerstört werden. Für Kinder ist eine Trennung eine ebensolche Umstellung wie für Erwachsene. Plötzlich sind der Vater und die Mutter nicht mehr zusammen und wenden sich neuen Partnern zu. Diese Umstellung kann Kindern schwer zu schaffen machen, was sich nicht selten in Rebellion äußert. Sie suchen ein Ventil für ihren Unmut, wodurch der neue Partner zur Zielscheibe wird.

Diese Einstellung kann das neue Familienglück stark trüben. Neue Partner werden oftmals nur widerwillig von den Kindern akzeptiert. Kinder haben oftmals andere Ansichten, was die neue Liebe des Elternteils angeht und diese können nicht selten ungerecht dem neuen Familienmitglied gegenüber sein.

In Extremfällen kann die Abneigung der Kinder für den Partner des Elternteils sehr belastend für eine Beziehung werden. Das betreffende Elternteil ist hin und hergerissen zwischen dem eigenen Kind und der neuen Liebe.

Eine neue Partnerschaft, wenn bereits ein Kind da ist, sollte langsam angegangen und gut vorbereitet werden. Vor allem ist es wichtig, den Kindern genügend Zeit zu geben, sich an die neue Situation zu gewöhnen, ohne dem Kind gleich eine neue Mutter und einen neuen Vater zu präsentieren. Beide Partner sollten sich darüber im Klaren sein, dass es mitunter ein langer Weg zum trauten Familienglück werden kann. Das Kind muss den neuen Partner erst kennenlernen und mit der Zeit wird sich eine eventuelle Abneigung oftmals in Luft auflösen. Bei sehr schwierigen Situationen kann ein Therapeut oder ein sozialer Betreuer behilflich sein, die Situation zu meistern und die Familie zusammenzuführen.

Expertentipp:

Oftmals empfinden Kinder einen neuen Partner als Eindringling im gewohnten Zuhause. Lassen Sie die erste Begegnung auf neutralem Boden stattfinden. Vielleicht ein gemeinsamer Besuch im Zoo oder in der Eisdiele, damit sich beide Parteien vorsichtig kennenlernen können.

Unterschiedliche Erziehungsauffassung – Trennung wegen Kind

Bei Erziehungsfragen gibt es viele Meinungen, Ratgeber und dicke Bücher, die das Regalbrett zum einknicken bringen. Meist vertritt jeder Autor eine andere Meinung oder erteilt Ratschläge, die zwar allgemein gültig sind, sich aber nicht immer auf die individuelle Familiensituation anwenden lassen. Auch in einer Beziehung kann es in Sachen Erziehungsfragen schnell zu Unstimmigkeiten und Streit kommen, besonders dann, wenn sich die Elternteile nicht einig sind.

Aus einem gemeinsamen Familienessen kann schnell ein Desaster werden. Das Kind fragt, ob es vom Tisch aufstehen darf. Die Mutter sagt ja, denn schließlich hat es gut gegessen und der Teller ist leer. Der Vater sagt nein, denn schließlich ist das Abendessen noch nicht beendet.

Bei der Erziehung ist es wichtig, dass sich beide Elternteile einig sind und notfalls vorab Absprachen treffen. Kinder merken schnell, bei welchem Elternteil sie die besseren Chancen haben, etwas durchzusetzen. Dabei kann es schnell dazu kommen, dass die Elternteile gegeneinander ausgespielt werden. Auch sollte es nicht passieren, dass ein Elternteil dem Kind etwas erlaubt, was der Partner verboten hat, ohne vorher mit ihm darüber zu reden. Im schlimmsten Fall geschieht das sogar hinter dem Rücken des Partners. Das untergräbt nicht nur die Autorität des einen Elternteiles, es wirkt sich auch negativ auf die Einstellung der Kinder aus.

Der betroffene Partner fühlt sich daraufhin nicht ernstgenommen, er bekommt das Gefühl vermittelt, keine vollwertige Erziehungsperson zu sein und dass die eigene Meinung nichts zählt. Eltern sollten in diesem Fall zusammenhalten und notfalls Kompromisse treffen, wenn man sich nicht komplett einigen kann, denn Unstimmigkeiten sind nicht nur kontraproduktiv für die Erziehung, sie schädigen auch das Verhältnis der Partner untereinander.

Ein veraltetes Bild der Familienkonstellation

Früher war es ganz normal, dass der Mann das Geld nach Hause gebracht hat und die Frau sich währenddessen um Kinder und Haushalt kümmerte. Heutzutage gilt diese Familienkonstellation als veraltet. Die meisten Frauen stehen fest im Berufsleben und verdienen mitunter genauso viel und manchmal auch mehr als die Männer. Viele Frauen möchten auch nach der Geburt eines Kindes weiter dem beruflichen Erfolg nachgehen. In der heutigen Zeit ist es vollkommen normal, wenn Frauen frühzeitig wieder arbeiten gehen und vielleicht sogar der Mann das Erziehungsjahr in Anspruch nimmt und zu Hause bleibt, um sich um die Kinder zu kümmern.

Schwierig wird es, wenn diese Familienkonstellation nicht von beiden Seiten gewollt und nur zu Stande gekommen ist, weil es finanzielle Vorteile hat. Manchmal ist es besonders für den Mann schwer, anzuerkennen, wenn die Frau beruflich erfolgreich ist, während er sich um den Haushalt kümmert. Andersherum kann es auch für Frauen nach beruflichem Erfolg schwer sein, sich ganz auf das Dasein als Mutter und Hausfrau zu konzentrieren.

Dabei kann es schnell zu Unzufriedenheit und Minderwertigkeitsgefühlen kommen, die wiederum zur Zerreißprobe für eine Beziehung werden. Das Elternteil, das Zuhause ist, sollte den beruflichen Erfolg des Partners versuchen zu würdigen und anzuerkennen, andersherum muss auch der Partner, der der Arbeit nachgeht, anerkennen, dass Kindererziehung und Haushalt ebenfalls eine Belastung darstellt, die gewürdigt werden sollte.

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