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Scheidungskosten: Anwaltskosten bei Scheidung und weitere Kosten

Sie machen sich Gedanken, was eine Scheidung kostet, wie hoch die Anwaltskosten bei einer Scheidung sind und wie die Kosten berechnet werden. Auch fragen Sie sich, wie Sie Scheidungskosten einsparen können? Dann sind Sie hier auf Scheidung.de genau richtig. Die Berechnung der Kosten, die in einem Scheidungs­verfahren anfallen, ist sehr undurchsichtig und oft schwer zu verstehen. Die gute Nachricht: Wir machen Ihnen das Thema Scheidungskosten transparent und erklären alle Details.

 

Das Wichtigste für Sie:

  • Bei einer Scheidung fallen Gerichtskosten und Anwaltskosten an.
  • Als Berechnungs­grundlage dient der sogenannte Verfahrenswert (auch "Streit­wert" oder "Gegen­stands­wert" genannt). Er ist nur eine Berechnungs­größe und muss nicht bezahlt werden!
  • Wenn Sie es schaffen, "nicht um jedes Hemd" zu streiten, können Sie hier bis zu 60% der Scheidungs­kosten sparen. Sie sollten deshalb die so­ge­nann­ten Scheidungs­folgen­sachen im Ein­ver­neh­men regeln.
  • Fordern Sie einen Kostenvoranschlag an und lassen Sie sich gut beraten.

Was kostet eine Scheidung? - Gerichtsgebühren und Anwaltskosten

Bei einer Scheidung fallen Gerichts- und Anwalts­kosten an. Die Höhe dieser Kosten richtet sich nach dem so­genann­ten Verfahrens­wert, welcher bis vor der großen Familien­rechts-Reform 2009 als Streit­wert be­zeich­net wurde. Weil es sich aber gerade bei ein­vernehm­lichen Scheidungen nicht um einen Rechts­streit, sondern um ein ein­vernehm­liches Scheidungs­verfahren handelt, in dessen Rahmen bereits alle mög­lichen Streitig­keiten zwi­schen den Eheleuten ge­klärt worden sind, ist der Be­griff Ver­fahrens­wert ein­deutig besser gewählt.

Bei einer Ehe­scheidung be­rech­net sich der Ver­fahrens­wert aus dem Netto­einkom­men beider Ehe­gat­ten, multi­pli­ziert mal 3 Monate.

Praxisbeispiel:

Sie und Ihr Ehemann verdienen 2.900 Euro netto pro Monat zusammen, so dass der Ver­fahrens­wert für Ihr Scheidungs­verfahren 8.700 Euro (2.900 Euro x 3) betrüge.

Nur ein festgelegter Bruch­teil des Verfahrens­werts ist zu zahlen.

Bitte beachten Sie dabei, dass sowohl das Gericht als auch der Rechts­anwalt nicht etwa den Ver­fahrens­wert erhalten, sondern ledig­lich einen exakt fest­gesetz­ten Bruch­teil des Ver­fahrens­werts. Das bedeutet, die Gerichts- und Anwaltskosten werden nicht will­kür­lich erhoben.

Gut zu wissen:

„Die Kosten bei einem Scheidungs­ver­fahren hängen von vielen ver­schie­denen Fak­toren ab. Viele Anwälte möchten an Ihrer Scheidung verdienen. Dieselbe Scheidung kann bei einem Anwalt X das Dop­pelte und noch mehr kosten als beim Anwalt Z. Die Anwaltskosten sind also sehr variabel. Seien Sie deshalb vorsichtig und ver­glei­chen Sie insbesondere die Anwaltskosten – am besten natür­lich über ein wir­klich un­abhäng­iges Scheidungs­portal ;)“

Scheidungskosten Scheidung.de

Die Gebühren

Die Gerichts­kosten bestimmen sich ausschließlich nach dem Gerichts­kosten­gesetz, die Anwaltskosten richten sich nach dem Rechts­anwalts­vergütungs­gesetz. Aufgrund des Verfahrens­werts können in der jeweiligen Tabelle der beiden Gesetze zum einen die Gerichts­kosten und zum anderen die Anwaltskosten abgelesen werden. Es gelten unter­schied­liche Sätze für West- und Ost­deutsch­land.

Wenig streiten, viel Geld sparen

Außerdem spielt es eine große Rolle, in welchem Umfang die Scheidungs­anwälte für Sie tätig werden müssen. Je mehr Sie selbst regeln, desto weniger muss der Rechtsanwalt tätig werden. Also sollten Sie versuchen, Ihr Scheidungsverfahren so einvernehmlich wie möglich zu gestalten.

Generell stehen immer zwei Posten auf der Rechnung des Familien­anwalts: Ein­reichen des Scheidungs­antrags beim Anwalt und das Stellen des Scheidungs­antrags in der Gerichts­verhandlung.

Expertentipp:

Einen drit­ten Pos­ten kön­nen Sie sich in der Regel — zumindest bei einer ein­vernehm­lichen Scheidung – sparen: die An­wesen­heit des An­walts bei der An­hörung der Ehe­leute im Scheidungs­ver­fahren. Hier­für besteht kein Anwalts­zwang. Sie sparen also die Anwaltskosten. In der Regel ist für eine ein­vernehm­liche Scheidung ohne­hin nur ein Gerichts­termin erforder­lich, so dass keine weiteren Kosten für eine ein­vernehm­liche Scheidung anfal­len.

Wenn Sie möch­ten, können sie Ihren Gratis-Kosten­voran­schlag jetzt gleich oder später an­fordern, um einen Über­blick über die Kosten zu er­halten, die bei Ihrer Scheidung anfal­len würden. Das ist für Sie natür­lich kosten­los und un­verbind­lich.

Praxisbeispiele

Scheidungskosten Praxisbeispiel Nr.1

Kosten als Einzelverdiener

Bei diesem Preis­bei­spiel zahlen Sie die Anwaltskosten in 13 Raten à 49,- Euro und eine Ab­schluss­rate in Höhe von 33,78 Euro.

Wenn ge­wünscht, können auch die Ge­richts­kosten bequem in Raten beglichen werden.

Bei Gewäh­rung von raten­freier Verfahrens­kosten­hilfe (VKH) ist Ihre Scheidung natürlich kostenlos für Sie. Selbst­verständ­lich führen unsere be­auftrag­ten Rechts­an­wälte Ihre Scheidung in allen Fällen so günstig und schnell wie möglich durch! Die Rechts­an­wälte halten sich an das in Deutsch­land gel­tende Rechts­anwalts­vergütungs­ge­setz.

Sie können wie folgt die Kosten be­glei­chen:

Gerichtskosten1216,- Euro
Anwaltskosten
1. bis 12 Rateje 49,- Euro= 588,00 Euro
Abschlussrate= 33,78 Euro
Sie bezahlen nur= 837,78 Euro

1) Erst bei Zahlung der Gerichts­kosten fängt das Gericht zu ar­beiten an.

Voraus­setzungen für diesen Preis sind:

  • Ein Ehegatte hat ein Netto­ein­kommen von 1.500 €, der andere Ehe­gatte ver­sorgt den Haus­halt oder ist ALG. II Empfänger.
  • Es han­delt sich um eine ein­ver­nehm­liche Scheidung. Wir be­antra­gen zudem eine Re­du­zierung des Streit­wertes um 30%.
  • Die Ehe­gatten haben ein ge­mein­sames, minder­jähri­ges Kind. Hier­für werden 250 € ab­gezo­gen.
  • Ein Ver­sorgungs­aus­gleich wird nicht durch­geführt.

Wichtiger Hinweis für Sie:

Auch in allen anderen Fällen werden unsere Kooperat­ions­anwälte Ihre Scheidung so günstig und so schnell wie möglich durch­führen!

Scheidungskosten Praxisbeispiel Nr.2

Kosten als Doppel­verdiener

Die Gerichts­kosten sind in der Kosten­ordnung, die Anwaltskosten im Rechts­anwalts­vergütungs­gesetz (RVG) festgelegt und werden vom Gericht fest­gesetzt. Die Höhe aller Kosten und Ge­bühren im recht­lichen Bereich richten sich grund­sätzlich nach dem Verfahrens­wert.

Berech­nung des Verfahrens­werts

Der Verfahrens­wert (auch "Streit­wert" oder "Gegen­stands­wert" ge­nannt) eines Scheidungs­verfahrens er­rechnet sich aus dem in den letzten drei Monaten vor Einrei­chung des Scheidungs­antra­ges erzielten Netto­ein­kom­mens beider Ehe­gatten. Für jedes unterhalts­berechtigte Kind ist ein Betrag von 250 € abzu­ziehen.

Zum Netto­einkommen zählen auch Ein­künfte aus Kapital­vermögen, Ver­miet­ung oder Verpach­tung sowie ein­malige Zahl­ungen des Arbeit­gebers wie z.B. 13. Monats­gehalt, Steuer­rückerstat­tungen, Urlaubs- und Weihnachts­geld etc.

Anna Olbricht und Ferdinand Olbricht wollen sich scheiden lassen. Anna Olbricht hat in den letzten Monaten monat­lich 1.100 € netto verdient. Ferdinand Olbricht verdiente in den letzten drei Monaten monatlich 2.000 € netto. Weitere Einkünfte haben die beiden Ehe­partner nicht. Kinder sind aus der Ehe nicht her­vor­ge­gangen.

Gehalt Anna Olbrichtmonatlich netto 1.100 Euro
Gehalt Ferdinand Olbrichtmonatlich netto 2.000 Euro
In den letzten drei Monaten3 x 1.100 Euro= 3.300 Euro
In den letzten drei Monaten3 x 2.000 Euro= 6.000 Euro
Gesamtes Gehalt der letzten drei Monate = 9.300 Euro

Dieser Betrag von 9.300 Euro netto stellt den Verfahrens­wert des Scheidungs­verfahrens dar, nach dem sich die Anwaltskosten, die Notar­kosten und die Gerichts­kosten bemes­sen. Der Verfahr­enswert beträgt mindes­tens 2.000 Euro und höchs­tens 1 Mil­lion Euro.

Dieser Ver­fahrens­wert gilt je­doch nur für die Scheidung selbst. Für jede weitere An­gelegen­heit, die vor Ge­richt oder außer­gericht­lich geregelt wird, gibt es einen ei­genen Ver­fahrens­wert und damit eigene Ge­bühren und Kosten.

Expertentipp:

Bei einer Ehe­schei­dung ist es sinn­voll - wenn noch andere Dinge zu regeln sind - diese vor Gericht ge­mein­sam gel­tend zu machen. In diesem Fall bilden alle vor dem Ge­richt zu regeln­den An­gelegen­heiten einen Ver­bund. Die Ver­fahrens­werte der Angelegen­heiten, die im Ver­bund gel­tend gemacht werden, sind wesent­lich geringer, als wenn die Angelegen­heiten nachher separat gel­tend gemacht werden.

Da die Gebühren, je höher sie sind, nicht linear an­steigen, muss bei im Verbund gel­tend gemachten Angelegen­heiten weniger Geld an Rechts­anwalt, Notar und Gericht gezahlt werden, als wenn diese Angelegen­heiten getrennt von der Scheidung vor Gericht ver­handelt werden.

Falls Ihnen vor Bean­tragung der Scheidung oder während das Scheidungs­verfahren läuft, auffällt, dass eine Sache durch das Gericht mit Ihrem Ehe­gatten geklärt werden muss, so sollten Sie kurz­fristig dies Ihrem Rechts­anwalt mit­teilen, damit dieser einen weiteren Antrag bei Gericht ein­reichen kann.

Scheidungskosten Praxisbeispiel Nr.3

Kosten bei Streit

Jutta Schreiber und Norbert Schreiber wollen sich scheiden lassen. Norbert Schreiber hat über seinen Rechts­anwalt bereits einen Scheidungs­antrag stellen lassen.

Norbert verdient monatlich 2.000 Euro netto, Jutta verdient 1.500 Euro netto. Kurz vor dem Scheidungs­termin zerstreitet sich Jutta mit Norbert über die einzige gemeinsame Tochter Anna, weil Norbert einer wichtigen Therapie von Anna nicht zustimmt.

Für das Gerichts­verfahren zur Ehe­scheidung ent­stehen folgende Kosten:

Zusammengerechnetes Nettoeinkommen beider Ehegatten der letzten drei Monate9.750,00 Euro
Gerichtskosten438,00 Euro
Anwaltskosten für einen Anwalt
1,3 Verfahrensgebühr725,40 Euro
1,2 Terminsgebühr669,60 Euro
Auslagen20,00 Euro
Umsatzsteuer 19 %268,85 Euro
Gesamt1.683,85 Euro

Diese Kosten gelten nur für die Ehescheidung

Wenn Jutta Schreiber das Sorge­recht für Ihre Toch­ter geltend machen will, ist es be­züg­lich der Kosten sinn­voll, wenn sie das Sorge­rechts­ver­fahren zu­sammen mit der Ehe­scheidung geltend macht. Falls Jutta Schreiber wartet, bis die Ehe­schei­dung voll­zogen wurde, so werden die Kosten für das separate Sorge­rechts­ver­fah­ren teurer.

Verfahrenswert – Was ist das?

Wie wird der Ver­fahrens­wert berechnet? Ist der Ver­fahrens­wert gleich­zu­setzen mit den Scheidungs­kosten?

Der Verfahrens­wert ist ein in Geld bemes­sener Wert des Streit­gegen­standes, also bei­spiels­weise Ihrer Scheidung, nach dem sich die Be­rechnung der Gerichts­kosten und der Anwaltskosten richtet. Der Verfahrens­wert wird auch Gegen­stands­wert oder Streit­wert genannt.

Die Anwaltskosten werden wie folgt berechnet:

  • Der Verfahrens­wert wird er­rechnet aufgrund mehrerer Punkte/Para­meter, die weiter unten im Text be­schrie­ben werden.
  • Ist der Betrag des Verfahrens­werts ermit­telt, wird der Betrag für die Anwaltskosten in einer offi­ziel­len Tabel­le abgelesen.

Gut zu wissen:

Der Verfahrens­wert ist also NICHT iden­tisch mit den Gerichts­kosten. Wenn der Ver­fahrens­wert zum Bei­spiel 3.000 Euro be­trägt, so müs­sen Sie nicht 3.000 Euro be­zahlen. Wir schauen in die offi­zielle Ta­bel­le der Rechts­anwalts­gebühren­ordnung. Dort steht, dass bei einem Streit­wert von 3.000 Euro die Anwalts­kosten 571,30 Euro und die Gerichts­kosten 362 Euro be­tragen.

Verfahrenswert kurz dargestellt

Für Ihre Scheidung wird der Verfahrens­wert nach Ihren Ein­kommens­ver­hält­nis­sen und Ver­mögens­verhält­nis­sen be­rechnet. Zu­erst werden die Netto­ein­kommen beider Partner ad­diert und dann multi­pli­ziert mit Drei. Danach werden Ihre Dar­lehens­ra­ten für ge­mein­same Schul­den und Ihre Unter­halts­pflich­ten ab­gez­ogen. Einige Gerichte ziehen vom Ver­fahrens­wert noch pro Kind pauschal 250 Euro ab.

Praxisbeispiel:

Wenn Sie und Ihr Ehe­gatte zu­sam­men 2.500 Euro im Monat ver­die­nen, so beträgt der Ver­fahrens­wert 7.500 Euro. Die Anwaltskosten würden nur ein Bruch­teil des Ver­fahrens­werts betragen.

Expertentipp:

Sollte Ihr drei­faches Netto­ein­kommen zu­sam­men ge­ringer als 3.000 Euro sein, be­trägt der Ver­fahrens­wert trotz­dem 3.000 Euro. Es ist ge­setzl­ich fest­ge­legt, dass die günstigste Scheidung einen Ver­fahren­swert von 4.000 Euro hat, worin das ge­mein­same Netto­ein­kom­men der Ehe­gat­ten mindes­tens mit 3.000 Euro und der Ver­sorgungs­aus­gleich (Aus­gleich der Renten­anwart­schaften) mit 1.000 Euro ent­halten sind.

Wenn Sie weitere Angelegen­heiten inner­halb Ihrer Scheidung durch einen Anwalt regeln wollen oder müssen, so erhöht sich der Ver­fahrens­wert wie folgt:

  • Besuchs­recht: 800 Euro
  • Ehe­wohnung: 12 x die Monats­miete
  • Haus­rat: Wert des Haus­rats
  • Sorge­recht: 800 Euro
  • Unter­halt: 12 x der Unter­halts­betrag
  • Zugewinn­aus­gleich: die Höhe des ge­forder­ten Be­trages.

Scheidungskosten einsparen – Wie geht das?

Bei Scheidung.de erfahren Sie, wie Sie Ihre Kosten minimieren können. Das gilt für einvernehmliche Scheidungen und auch für streitige Scheidungen.

Bei Einvernehmen beider Parteien

Es wird nur ein Anwalt beauftragt. Somit muss auch nur ein Anwalt bezahlt werden!

Wenn Streitigkeiten vorliegen

Sie können einen Mediator einschalten und eine Trennungsvereinbarung aufsetzen:

Sie können auch alle Scheidungsfolgen vorher in einem Ehevertrag festlegen:

Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen

Die Kosten für ein Scheidungsverfahren sind auch weiterhin in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen absetzbar. Prozesskosten werden seit der Änderung des Einkommensteuergesetzes ab 2013 nicht mehr steuerlich berücksichtigt. Im Frühjahr 2016 entschied das FG Köln, dass Rechtsanwaltskosten und Gerichtsgebühren eines Scheidungsverfahrens keine Prozesskosten seien, und ließ den steuerlichen Abzug im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen weiter zu. Das Urteil ist hier einsehbar (Finanzgericht Köln).

Expertentipp

Wenn Sie in einem Scheidungsverfahren sind, dann unbedingt in Ihrer Steuererklärung die Anwalts- und Gerichtskosten geltend machen. Falls Ihr Finanzamt das nicht so sehen sollte, unbedingt Einspruch einlegen auf der Grundlage dieses Urteils. Wir empfehlen Ihnen, Rücksprache mit Ihrem Steuerberater zu nehmen.

Fazit: Sie können viel einsparen bei Ihrer Scheidung

Eine Scheidung kostet zwar immer Geld. Dennoch liegt es auch an Ihnen, ob Sie 2 teure Anwälte benötigen oder ob Sie sich einen Anwalt sparen können, weil Sie die zu regelnden Angelegenheiten bereits im Vorfeld besprochen und bestenfalls notariell in einem Ehevertrag festgehalten haben. Die Kostenermittlung und die möglichen Abzüge sind deutschlandweit leider nicht einheitlich. Deswegen gibt es viele Spielräume, die Sie nutzen sollten.

Eine kleine Checkliste zum Thema Scheidung und Kosten finden Sie hier:

Verfahrenskostenhilfe (VKH) - Wann bekomme ich die?

Wenn Sie im Moment ein geringes Einkommen oder hohe abzuzahlende Schulden haben, dann können Sie Verfahrenskostenhilfe (abgekürzt VKH) in Anspruch nehmen. Verfahrenskostenhilfe hieß früher Prozesskostenhilfe. Es gibt zwei Arten der VKH: Der Staat kann Ihnen die Verfahrenskostenhilfe als ein nicht zurückzuzahlender Zuschuss gewähren, womit für Sie die Scheidung komplett kostenlos wäre. Der Staat kann aber auch die vorgestreckten Kosten später als zinsfreie Ratenzahlung von Ihnen zurückverlangen, wenn Sie dazu finanziell in der Lage wären. Bitte beachten Sie, dass die Aussicht auf Bewilligung des Antrages bei Gericht von mehreren Faktoren abhängt (Bedürftigkeit, Erfolgsaussicht, Antragstellung).

Innerhalb von vier Jahren nach Ende des Verfahrens kann das Familiengericht von Ihnen die übernommenen Kosten per Ratenzahlung oder - wenn Sie die finanziellen Mittel dazu wieder hätten - auch auf ein Mal zurückfordern. Nach Ablauf der vier Jahre wäre Ihre Scheidung auf jeden Fall kostenlos.

Falls Ihr ehemaliger Ehepartner seinen Anteil an den Gerichtskosten nicht aufbringen kann, so kann auch er während des Scheidungsverfahrens einen eigenen VKH-Antrag stellen.

Gut zu wissen:

Zu beachten ist aber, dass das VKH-Bewilligungsverfahren bei Ehescheidungen in etwa zwei bis drei Monate dauert. Sie würden dann bei einem VKH-Antrag erst später geschieden werden.

Kann ich mich kostenlos scheiden lassen?

Um zu erfahren, ob Sie VKH bewilligt bekommen würden, müssten Sie einfach den Gratis-Kostenvoranschlag anfordern und Scheidung.de würde kostenfrei überprüfen, ob Sie VKH bekommen könnten oder nicht.

Einen guten Überblick über das Thema Verfahrenskostenhilfe haben wir Ihnen in einer kleinen Checkliste zusammengefasst.

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