Online-Scheidung: Bloß kein Stress

 
 

Tatsache ist: Nicht die Scheidung selbst ist online, sondern ausschließlich der Kontakt zwischen Mandant und Anwalt vollziehen sich online. Vieles ist auch schneller. Der Scheidungsantrag kann Montagabend online gestellt werden und ist mittwochs schon beim Gericht. Termine ausmachen, persönliche Antrittsbesuche beim Anwalt, für die sich Arbeitnehmer vielleicht sogar noch einen Tag Urlaub nehmen müssen – all das fällt weg bzw. geschieht bei einer Online-Scheidung via E-Mail oder Telefon.

Die wichtigsten Formulare - Kostenvoranschlag bzw. Scheidungsantrag - können online ausfüllt werden. Ganz in Ruhe, vorm PC.
Sie bekommen meistens noch am selben Tag, spätestens aber am darauf folgenden Tag den unverbindlichen Kostenvoranschlag per E-Mail zugesandt. Bei Nachfragen kontaktieren Sie einfach Ihren Anwalt via digitale Medien. Unkomplizierter geht es nicht.

Die Entscheidung, eine Scheidung online durchführen zu lassen, bleibt bei Ihnen. Niemand tritt Ihnen auf die Füße und verlangt: „Du musst!“. Sie müssen gar nichts.

Nein falsch!

Sie müssen doch. Und zwar für den eigentlichen Scheidungstermin bei Gericht erscheinen. Aber nur, wenn Sie sich für die Online-Scheidung entscheiden. Spätestens vor Gericht treffen Sie erstmals auf Ihren Online-Scheidungs-Anwalt. Der hat bereits alles für Sie vorbereitet, Sie müssen nur noch abnicken.

Bis es zur tatsächlichen Scheidung kommt, kann es aber dauern. Im Durchschnitt 4-6 Monate. Für Eheleute, die eine einfache, schnelle Scheidung wünschen und sich über nichts streiten, ist die Online-Scheidung die bequemste Wahl. Wenn Ehegatten aber verbittert über Unterhalt streiten oder um das Sorgerecht für die Kinder kämpfen, dann ist der Scheidungsweg eine Zerreißprobe. Egal, ob Sie die Scheidung online oder persönlich beim Anwalt angezettelt haben.

Natürlich kann man dagegenhalten, dass bei Verständnisschwierigkeiten, zum Beispiel als Ausländer, Missverständnisse auftreten können. Hier wäre ein persönliches Gespräch mit einem Anwalt nicht verkehrt. Wer möchte!
Ansonsten geht es online. Schließlich unterscheidet sich die eigentliche Arbeit des Anwalts bei der Online-Scheidung nicht von der sonstigen Vorgehensweise.

3 Schritte

1. Schritt 

Sie füllen einen Scheidungsantrag online aus. Es wird ein Antrag auf Ehescheidung an das Familiengericht übermittelt.

2. Schritt

Das Familiengericht versendet einen Fragebogen zum Versorgungsausgleich (Rentenausgleich) an die Beteiligten (das sind Sie und Ihr Ex-Partner) und fordert die Gegenseite (Ihren Ex-Partner) zur Stellungnahme auf.

3. Schritt

Nach Klärung der Rentendaten bestimmt das Familiengericht einen Termin, zu dem die Beteiligten (Sie, Ihr Ex-Partner und Anwälte) erscheinen müssen.

Billig gibt’s nicht, aber fair

Billiger ist die Online-Scheidung nicht wirklich, denn die Gebühren sind gesetzlich geregelt. Die Anwaltskosten richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) (insbesondere nach der Gebührentabelle gemäß § 13 Abs. 2 RVG); die restlichen Kosten werden nach dem Einkommen der Eheleute und nach der Anzahl der Kinder berechnet. Grob kann man in etwa mit einem halben Monatsgehalt beider Eheleute rechnen – im Schnitt 1.400 bis 2.000 €. Jeder zusätzliche Streitpunkt (Sorgerecht für die Kinder, Versorgungsausgleich, Zugewinnausgleich, Regelung des Umgangsrechts, Unterhalt) löst zusätzliche Kosten aus. Wer Hartz 4 bezieht, bekommt die Scheidung umsonst bzw. kann Verfahrenskostenhilfe beantragen.

Generell gilt: Man kann ein Scheidungsverfahren preiswert oder auch sehr teuer durchführen. Das kommt auf den Anwalt an. Egal, ob online bestellt oder persönlich aufgesucht. Scheidung kostet. Aber online ersparen Sie sich zumindest Nerven und Zeit. Nicht zu vergessen die Geld-Zurück-Garantie. Überzeugt?

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