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Trennung & Scheidung im Home-Office

 
 

Befindet sich Ihre Ehe im „Lock-down“? Arbeiten Sie neuerdings im Home-Office, könnte Ihre ständige Präsenz zu Hause Ihre Ehe auf den Prüfstand stellen. War Ihre eheliche Beziehung ohnehin bereits gefährdet, könnte der coronabedingte Lock-down dazu führen oder bereits dazu geführt haben, dass Sie vor der Trennung und Scheidung stehen. Familienrechtsanwälte scheinen derzeit jedenfalls einen deutlichen Anstieg scheidungswilliger Mandanten zu verzeichnen. Andererseits könnte die Krise auch eine Chance darstellen, mit der Sie Ihre Beziehung neu beleben könnten.

Was sagt die Statistik?

Zuverlässige statistische Zahlen gibt es derzeit nicht. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey soll sich die Zahl der Scheidungen in Deutschland wegen der Corona-Beschränkungen voraussichtlich um das Fünffache erhöhen. 2,2 % der etwa 2500 befragten Personen hätten bis Ende Mai 2020 beschlossen, sich scheiden zu lassen. In einem vergleichbaren Zeitraum 2019 hatten sich nur 0,42 Prozent aller verheirateten Paare zu diesem Schritt entschlossen. So gab es im Jahr 2019 149.100 Scheidungen. Auch die Paartherapeuten verzeichnen erhebliche Anstiege, was insoweit Probleme verursacht hat, als Therapeuten wegen der Pandemie lange Zeit nicht arbeiten durften und beratungswillige Paare keinen Ansprechpartner fanden.

Anfangs war die Entwicklung in China auffällig geworden, wo nach dem Lock-down die Zahl der Scheidungen sprunghaft angestiegen war. Ähnliche Beobachtungen gibt es aus Kanada, wo Anwälte einen Anstieg von bis zu 40 % erwarten sowie aus Belgien, wo fast 15 % mehr Scheidungsmandate zu verzeichnen sind.

Ob und inwieweit sich diese Prognose wirklich bewahrheitet, wird sich wohl frühestens 2021 statistisch erfassen lassen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Ehepaare im Regelfall das Trennungsjahr vollziehen müssen und daher den eigentlichen Scheidungsantrag erst etwa Mitte 2021 bei den Familiengerichten einreichen können. Bis die Scheidung dann rechtskräftig ist, vergeht nochmals einige Zeit, so dass aussagefähige Zahlen wohl erst nach 2022 in die Auswertungen des Statistischen Bundesamtes einfließen werden.

Ist die Arbeit im Home-Office ein Scheidungsgrund?

Arbeiten Sie wegen der Corona-Probleme zu Hause im Home-Office, könnte Ihr Lebensalltag Herausforderungen heraufbeschworen haben, auf die weder Sie noch Ihr Ehepartner noch Ihre Kinder vorbereitet waren. Zwangsläufig mussten oder müssen Sie mehr Zeit miteinander verbringen und können sich nicht so ohne weiteres dauerhaft für acht Stunden in Ihr Büro zurückziehen oder die Zeit außerhalb Ihrer Wohnung verbringen.

Eigentlich könnte man meinen, dass Ehepartner die Situation als Chance begreifen könnten. Endlich hätten Sie wieder mehr Zeit füreinander. Da der ständige Druck durch die täglichen Herausforderungen am Arbeitsplatz und die Beaufsichtigung durch Vorgesetzte fehlt, könnten Sie eigentlich viel entspannter an Ihre Arbeit herangehen. Sie könnten teils arbeiten, wenn Sie Zeit und Laune haben, pausieren, wenn Ihnen danach ist und Ihre Zeit einfach so einteilen, wie es Ihnen passt. Sie könnten die Zeit nutzen, miteinander Dinge zu besprechen, für die vorher kaum Zeit war oder vieles gemeinsam erledigen. Stattdessen scheint es oft so zu sein, dass die Situation nicht als Chance, sondern eher als eine kaum zu bewältigende Belastung empfunden wird.

Schwierig wird die Situation dort, wo die Wohnverhältnisse beengt sind und wo kein eigenständiger Arbeitsplatz zur Verfügung steht und Sie Ihre Arbeit praktisch am Küchentisch erledigen müssen. Die ständige Präsenz Ihrer Ehepartnerin bzw. Ihres Ehepartners und Ihrer Kinder beeinträchtigt sicherlich Ihre Fähigkeit, sich auf Ihre Arbeit zu konzentrieren und angemessene Ergebnisse abzuliefern. Bitten Sie um Ruhe, fühlen sich andere Familienmitglieder womöglich eingeengt. Dass sich daraus Konflikte entwickeln, liegt auf der Hand. Alles, was bislang Ihren Lebensalltag und die Abläufe in Ihrer Familie geprägt hat, spielt kaum noch eine Rolle. Alle müssen sich irgendwie aufeinander einstellen. Gelingt es nicht, Spielregeln zu definieren, nach denen jedes Familienmitglied handeln und leben kann, erscheinen Streitigkeiten unausweichlich.

Hinzu kommt oft, dass Partner verlernt haben, so miteinander umzugehen und so miteinander zu kommunizieren, dass sie möglicherweise alltägliche Probleme im gegenseitigen Einvernehmen zielorientiert und konstruktiv lösen könnten. Hat es bereits früher in Ihrer Ehe gekriselt, könnten sich die Probleme jetzt erst richtig offenbaren. Jeder fühlt sich irgendwie genervt. Oft gibt ein Wort das andere und schon bricht ein Streit vom Zaun. Oft hört man, dass die Krise die traditionelle Rollenverteilung in der Ehe verfestigt habe. Männer hätten sich mit dem Argument, arbeiten zu müssen, zurückgezogen und die Frauen mit den Kindern und der Hausarbeit alleingelassen.

Insoweit lässt sich feststellen, dass der Lock-down und das damit verbundene Arbeiten im Home-Office oft wie ein Brandbeschleuniger gewirkt und Entscheidungen befördert habe, die ein Ehepartner bis dahin immer wieder vor sich hergeschoben habe. Vorher waren die Probleme wahrscheinlich weniger offensichtlich, da die Ehepartner und die Familie insgesamt durch Freizeitaktivitäten und die Zusammenkunft mit Bekannten und Freunden anderweitig beschäftigt waren.

Hatten Sie vorher Ihr Familienleben auf das Wochenende beschränkt und haben infolge Ihrer Tätigkeit im Home-Office nunmehr tagtäglich Ihr Familienleben vor Augen, stehen Sie vor echten Herausforderungen. Sie sind gezwungen, sich umzustellen, sich anzupassen und auch die Bedürfnisse Ihrer Familienmitglieder zu respektieren. Kommen dann noch finanzielle Probleme dazu, weil Sie nur noch Kurzarbeitergeld beziehen oder als Selbständiger zu geringe Einnahmen haben oder es kaum noch geringfügige Beschäftigungsverhältnisse gibt, wird alles noch schwieriger.

Was könnten Sie tun?

Wenn Sie Ihre Arbeit im Home-Office als Herausforderung betrachten und Ihrer Ehe eine Chance geben wollen, müssen Sie Lösungen finden, wie Sie Arbeit und Familie unter einen Hut bringen. Vielleicht besteht die Möglichkeit, im Dachgeschoss oder im Keller einen Raum als Arbeitsplatz herzurichten, so dass Sie sich zurückziehen und Ihre Arbeit in Ruhe erledigen können. Ansonsten sollten Sie mit Ihrem Ehepartner und Ihren Kindern absprechen, dass Sie zu Hause arbeiten und das Geld verdienen müssen. Dies geht nur, wenn Sie die dafür notwendige Ruhe finden. Vielleicht arbeiten Sie spät, wenn Ihre Kinder im Bett liegen.

Soweit auch Ihr Ehepartner im Home-Office arbeitet, müssen Sie sich absprechen, wer welche Aufgaben erledigt. Keinesfalls sollte es so sein, dass Sie Prioritäten beanspruchen und erwarten, dass der Ehepartner Ihnen insoweit bedingungslos Zugeständnisse macht. Je mehr und je detaillierter Sie sich absprechen und auf die Befindlichkeiten des anderen eingehen, desto besser sind Ihre Chancen, dass Ihre Ehe über die Runden kommt.

Welche Aussichten sollten Sie beherzigen?

Ob die Trennung und die Scheidung wirklich alle Ihre Probleme löst, müssen Sie selbst herausfinden. Sie sollten ebenfalls einbeziehen, dass sich Ihre Probleme vielleicht noch vergrößern, wenn Sie Ihre eheliche Lebensgemeinschaft auflösen. Sie müssen alle mit Ihrer Trennung und Scheidung verbundenen Scheidungsfolgen regeln, sprich Hausrat aufteilen, über die Nutzung der ehelichen Wohnung entscheiden, Trennungsunterhalt und Kindesunterhalt zahlen, im Fall der Scheidung über Zugewinnausgleich verhandeln und infolge des Versorgungsausgleichs Abstriche an Ihrer Altersversorgung hinnehmen. Viele Paare, die sich trennen und scheiden lassen, stellen es nach der Trennung fest, auf was sie sich einlassen. Dann könnte sich Ihre Trennung und Scheidung als eine Art Scheinriese erweisen, der immer kleiner wird, je näher man ihm kommt.

Alles in allem

Die Corona-Krise ist eine Herausforderung, auf die kaum jemand vorbereitet war. Sehen Sie in der Krise eine Handhabe, Ihre Trennung und Scheidung zu rechtfertigen, war Ihre Ehe wahrscheinlich schon brüchig. Betrachten Sie Ihren Ehepartner aber als Partner oder als Partnerin, die in guten Zeiten wie in schlechten Zeiten zusammenhalten, könnten Sie Ihre Arbeit im Home-Office auch als Chance verstehen und Ihren Lebensalltag sowie Ihre Lebensgemeinschaft darauf ausrichten. Werfen Sie also nicht gleich die Flinte ins Korn. Nicht umsonst heißt es, dass jede Krise auch einen Neuanfang in sich trägt.

 

 

 

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