Trennung und Scheidung wegen Haushalt

„Das bisschen Haushalt, ist doch kein Problem“, sang vor vielen Jahren Johanna von Koczian. Viele deutsche Paare werden jetzt ablehnend schnauben. Denn das bisschen Haushalt ist tatsächlich ein großes Streitthema in Beziehungen. Nur wenn beide dasselbe Ordnungsniveau haben, läuft alles problemlos ab. Ist einer der Beiden ordentlicher, fangen die Reibereien an. Zumindest dann, wenn der Ordentlichere sich über herumliegende Kleidung und ungespültes Geschirr aufregt. Oder eben, wenn der Partner sich über jeden Flusen aufregt. Die Diskussionen können dabei mild ablaufen, aber auch in regelrechten Streits enden und im äußersten Fall zu einer Trennung wegen Haushalt führen.

Praxisbeispiel:

Hilde und Anton sind ein Traumpaar. Sie sind schon seit 10 Jahren zusammen und machen nach außen hin einen sehr glücklichen Eindruck. Genau wie die Beziehung strahlt auch das gemeinsame Haus vor Sauberkeit. Doch sieht man genauer hin, wird schnell klar, dass es unter der Oberfläche brodelt. Seit einiger Zeit sind beide unglücklich mit der Beziehung. Hilde hat einen Putzfimmel. Sie erträgt es nicht, wenn Unordnung herrscht. Staub macht sie hysterisch. Anton hingegen ist das genaue Gegenteil. Er ist praktisch direkt aus dem Elternhaus mit Hilde zusammengezogen. Zuhause hat seine Mutter ihm noch hinterher geräumt, in der Beziehung hat dies Hilde übernommen. Was zu Beginn für beide kein großes Problem war, führte mit der Zeit zu immer größeren Auseinandersetzungen. Anton stört Hildes Nörgelei, Hilde erträgt Antons Gleichgültigkeit nicht. Mit den Jahren hat sich diese Situation immer weiter zugespitzt. Mittlerweile ist beiden klar, was bevorsteht: Entweder eine Paartherapie oder eine Trennung wegen Haushalt.

Das Wichtigste zum Thema Trennung und Scheidung wegen Haushalt für Sie:

  • Unsere Kindheit legt das Fundament für unseren späteren Sinn für Ordnung. Treffen zwei ganz unterschiedliche Menschen in einer Beziehung aufeinander, kann es zu einer Trennung wegen Haushalt kommen.
  • Noch vor gar nicht allzu langer Zeit waren Frauen für den Haushalt, Männer fürs Geldverdienen zuständig. Das hat sich verändert und sollte sich auch in modernen Beziehungen wiederspiegeln.
  • Wer einen Putzfimmel hat, riskiert eine Trennung wegen Haushalt, wenn keine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann.
  • Nicht nur übertriebenes Saubermachen kann eine Trennung und Scheidung wegen Haushalt herbeirufen. Auch übermäßiges Chaos belastet eine Partnerschaft.
  • Expertentipp:

    Der beste Weg um eine Trennung und Scheidung wegen Haushalt schon im Vorfeld zu verhindern, sind Putzpläne. Je besser diese auf Ihre Vorlieben abgestimmt sind, desto erfolgreicher ist die Durchführung.

  • Nicht immer ist eine Trennung und Scheidung wegen Haushalt tatsächlich auf den unterschiedlichen Ordnungssinn zurückzuführen. In vielen Fällen liegen vielschichtige Motive unter den Streitigkeiten begraben.

Unterschiedliche Ansichten führen zur Trennung wegen Haushalt

Jeder Mensch hat ein ganz spezielles Ordnungsempfinden. Manche fühlen sich in einem Rattenloch pudelwohl, andere brauchen fast schon hygienische Zustände. Schon in der Kindheit wird der Grundstein dafür gelegt. Die meisten Ratgeber zu diesem Thema empfehlen regelmäßig aufzuräumen. Wer das als Kind gelernt und verinnerlicht hat, wird als Erwachsener normalerweise keine Probleme haben. Ganz pauschal ist dies jedoch nicht zu sagen. So kommt es vor, dass Kinder in einem extrem ordentlichen Haushalt aufwachsen und später sozusagen aus einer Ablehnung heraus Ordnung hassen. Anders gestellt ist der Fall, wenn im Elternhaus Chaos herrschte. Solche Kinder schaffen sich oft Inseln der Ordnung, um Struktur zu schaffen.

Unabhängig vom Aufwachsen ist also vor allem das derzeitige Verhältnis zum Thema Ordnung. Wenn dies in einer Partnerschaft ausgeglichen ist, fallen viele Streitthemen weg. Lässt einer jedoch das Geschirr immer stehen und der andere muss dies immer abspülen, sorgt das für Unstimmigkeiten und am Ende zu einer Trennung wegen Haushalt. Denn es ist unfair. Findet hier kein Ausgleich statt, kann es kritisch werden. Die Nachricht hinter diesem Verhalten wird dann so gedeutet: Weshalb sollte ich aufräumen, wenn Du das machst? Und diese Botschaft ist schlichtweg respektlos.

Kein Wunder, dass diese ständigen Konflikte irgendwann zu einer Trennung oder gar Scheidung wegen Haushalt führen. Es kann nicht pauschal geurteilt werden, ob Frauen ordentlicher sind als Männer. Jedoch gibt es tendenziell Unterschiede zwischen Geschlechtern.

Die Rollenverteilung muss stimmen

Während es früher vornehmlich Frauensache war, den Haushalt rein zu halten, ist mit dem Einzug der Frau ins Berufsleben eher die Arbeitsteilung im Haushalt Thema. Männer müssen sich genauso ans Bügelbrett stellen oder die Waschmaschine ausräumen. Junge Männer sagen mittlerweile, dass sie dies sogar besser können als ihre Freundin. Heutzutage geht der Trend zu einer Aufteilung der Aufgaben im Haushalt. Aber noch nicht alle sind hier soweit. Noch aus dem Elternhaus gewohnt, faul sein zu können, nehmen diese in der Partnerschaft die Hausarbeit nicht ernst und schieben diese dem Partner unter. Gerade die ältere Generation tut sich hier schwer und Frauen leiden unter einer Doppelbelastung aus Beruf und Haushalt. Logischerweise sind Frauen gerade nach der Geburt eines Kindes zu Hause und übernehmen die Hausarbeit. Wer mehr Zeit zu Hause verbringt, kann auch mehr im Haushalt übernehmen. Doch sobald die Elternzeit vorbei ist und die Frau wieder zurück ins Berufsleben geht, sollte die Aufteilung wieder auf beide Seiten fallen. Dies ist sicherlich eine Zeit der Anpassung und Kompromissfindung. Vor allem wenn beide Vollzeit arbeiten und gar keine Zeit fürs Saubermachen haben. Vielleicht kommen hier zum ersten Mal Gedanken an eine Trennung wegen Haushalt auf. Vor allem, wenn die Partner ein innerliches Plus- und Minuskonto führen, in dem sie akribisch notieren, wer wann was geputzt oder eben nicht geputzt hat.

Trennung wegen Haushalt: Sind Sie zu penibel?

Penibel sein bedeutet, dass man genau ist. Übergenau, genauer gesagt. Es ist nie sauber genug, überall lauern bedrohliche Staubkörner. Ein Putzfimmel kann auch krankhafte Züge annehmen. Betroffene sind regelrecht besessen, räumen Kleidung und Bücher nach Farben geordnet ins Regal und flippen aus, wenn jemand die Schuhe im Haus anbehält.

Essensgäste stellen eine Bedrohung für das Wohlbefinden dar. Man spricht hier von einer Zwangsstörung, wie etwa bei Menschen, die sich zwanghaft die Hände waschen müssen. Kein Wunder, dass diese wahnsinnige Einstellung nicht auf besonders viel Gegenliebe stößt. Je nachdem wie extrem der Putzfimmel ist, kann ein Gang zum Therapeuten mehr als empfehlenswert sein. Nicht nur Familie und Freunde leiden unter der akribischen Reinlichkeit, sondern auch die Person selbst. Aber auch schon nicht ganz so ausgeprägte Spielarten können zu Problemen in der Partnerschaft führen. Meistens können beide Partner voneinander lernen und sich irgendwo in der Mitte treffen- es sei denn, Ihr Liebster ist das genaue Gegenteil: Ein regelrechter Chaot! Auch dann kann es zu einer Trennung wegen Haushalt kommen.

Trennung wegen Haushalt: Sind Sie zu chaotisch?

Während beim Putzfimmel alles glänzen muss, können Menschen mit eher unordentlichem Charakter dreckige Teller so lange stehen lassen, bis diese von alleine weglaufen. Gekocht und gegessen wird einfach um diese herum. Sie schütteln angewidert den Kopf? Für die angesprochene Personengruppe ist dies überhaupt kein Problem. Die Toleranzschwelle ist einfach wesentlich höher, was die Sauberkeit anbelangt. Entlang dieser Ausprägung gibt es viele Spielarten, genau wie beim Reinlichkeitsfimmel. Trifft eine ordentliche Person auf einen Chaosmenschen, kracht es häufig. Wer eine Trennung wegen Haushalt vermeiden will, sollte sich immer wieder vor Augen führen, dass der Partner nicht mit Absicht Chaos verbreitet.

Dies sollte jedoch keineswegs ein Freibrief sein. Ordnung halten in einem gemeinsamen Haushalt muss gerecht verteilt sein, sonst kommt es zu einer Trennung oder Scheidung wegen Haushalt.

Wie sehen mögliche Lösungswege aus?

Trennung wegen Haushalt vermeiden: So geht’s!

Wenn Sie mehr Ordnung in Ihre Beziehung bringen wollen, hilft vor allem eines: Absprachen und die Einhaltung dieser. Dabei muss nicht alles zur Hälfte geteilt werden. Viel sinnvoller ist es, wenn jeder das übernimmt, was am wenigsten Überwindung kostet. Hat Ihr Partner kein Problem damit, die Spülmaschine auszuräumen? Sie selbst bevorzugen es hingegen den Müll runterzubringen: Teilen Sie die Aufgaben so auf, dass möglichst wenig Reibungspunkte entstehen. Das erspart auch die Frage, wer in dieser Woche mit Bodenwischen dran ist. Planen Sie den Haushalt in Verantwortlichkeiten ein.

Das wird nicht immer zu 100% gelingen, aber es vermeidet Konflikte. Schludert die Gegenseite zu oft mit den Aufgaben, ist es wesentlich leichter darauf hinzuweisen. Zentral ist jedoch, dass die Ordnung nicht zum Hauptthema in der Beziehung wird. Können Sie sich partout nicht einigen, muss eben eine Reinigungskraft her. Das hat schon in manchen Beziehungen für Harmonie gesorgt. Doch was ist, wenn eine Trennung wegen Haushalt nur der vorgeschobene Grund ist? Vielleicht steckt hinter den Konflikten viel mehr als nur die herumliegenden Socken?

Ist Ordnung der Hauptgrund für eine Trennung wegen Haushalt?

Wer manisch putzt, kompensiert häufig eine wie auch immer geartete Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben. Wer alles liegen und stehen lässt, hat eventuell nicht die Kraft zum Aufräumen. Nicht umsonst heißt es, dass die Wohnung aufräumen gleichzeitig den Kopf freipustet. Wer in einer unglücklichen Partnerschaft steckt und denkt, dass eine Trennung oder Scheidung wegen Haushalt die einzige Lösung ist, liegt häufig falsch. Die Gründe für die Beziehungsprobleme sind meistens tiefer gelagert. Wenn Konflikte nicht besprochen werden, verlagern sich diese auf eine andere Ebene. Zum Beispiel auf das Thema Ordnung.

Es lohnt sich also, ganz genau nachzuforschen ob die Beziehung in einem ganz anderen Gebiet leidet. Wenn Sie sich festgefahren fühlen, kann eine Therapie dabei helfen, die Gründe für eine Trennung wegen Haushalt genauer aufzuarbeiten.

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