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Unterhaltsansprüche für volljährige Kinder nach Ausbildungsstand

Je nachdem, in welcher Ausbildungsphase sich das volljährige Kind befindet, unterscheiden sich die Voraussetzungen für die Zahlung von Unterhalt an das Kind.

Schüler

Volljährige Schüler haben dann einen Unterhaltsanspruch, solange sie sich in der allgemeinen Schulbildung befinden (Hauptschule, Realschule, Gymnasium).

Lehrlinge

Auch volljährige Kinder, die sich in der Lehre befinden, haben grundsätzlich einen Anspruch auf Unterhalt. Allerdings muss sich ein volljähriges Kind eigenes Einkommen auf seinen Unterhalt anrechnen lassen, so dass sich der Unterhaltsanspruch um die Höhe des Lehrlingsgehalts vermindert.

Bricht ein Lehrling seine Lehre ab, weil es nicht seinen Fähigkeiten entspricht, so hat das noch keinen Einfluss auf den Unterhaltsanspruch. Soweit er sich danach weiter um eine Ausbildung bemüht und eine andere Lehre oder Ausbildung beginnt, entfällt der Unterhaltsanspruch in der Regel nicht.

Grundwehr-, Zivil- und Ersatzdienstleistende

Während der Ableistung des Grundwehr-, des Zivildienstes oder eines freiwilligen sozialen Jahres haben volljährige Kinder in der Regel keinen Anspruch auf Unterhalt. Die vom Staat bezogenen Leistungen reichen für den angemessenen Unterhalt aus. Wenn anschließend die Ausbildung fortgesetzt wird, lebt der Unterhaltsanspruch wieder auf.

Studenten

Auch Studenten haben in der Regel einen Anspruch auf Unterhalt. So lange es sich um ein Erststudium handelt, müssen die Eltern Unterhalt bis zum Abschluss zahlen. Voraussetzung ist allerdings, dass ein Student das Studium zielstrebig verfolgt.Ein Studienabbruch oder ein Studienwechsel ohne Einverständnis der Eltern kann den Unterhaltsanspruch entfallen lassen. Ein Studienwechsel hat dann für das Kind harte Konsequenzen, wenn er relativ spät erfolgt. Eine Orientierungsphase und ein damit verbundener Studienwechsel in den ersten drei Semestern sind dagegen unschädlich. Sofern ein Student nach der Schule und vor dem Studium eine Lehre gemacht hat, müssen die Eltern auch das Studium finanzieren, wenn zwischen Schule, Lehre und Studium ein enger fachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht.

Expertentipp:

Sie sind als Eltern in der Regel nicht verpflichtet, eine Zweitausbildung Ihres Kindes zu finanzieren.

Ausnahmen bestehen dann, wenn Sie als Elternpaar das Ausbildungsverhalten Ihres Kindes selbst erheblich beeinflusst haben.

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