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Trennung und Scheidung wegen Krankheit

„Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens, in guten und in schlechten Zeiten, in Gesundheit und Krankheit. Bis dass der Tod uns scheidet.“

So lautet das kirchliche Ehegelöbnis. Doch ist dies immer so umzusetzen? Was, wenn einer der Ehepartner so schwer krank wird, dass man selbst daran zu zerbrechen scheint? Oder wenn die Liebe schon vor dem Eintritt einer schweren Krankheit des Ehepartners bröckelte?

Eine Krankheit, sei diese nun körperlich wie Krebserkrankungen oder Multiple Sklerose oder psychisch wie beispielsweise Depressionen, sind eine schwere Belastung für die Betroffenen. Aber auch für Angehörige und Partner.

In unserer Gesellschaft ist die Frage, ob es legitim ist, eine kranke Person zu verlassen, ein Tabuthema. Dabei ist es in der Praxis oft so, dass Ehen an einer schweren Erkrankung des Partners zerbrechen. Dabei geschieht dies oft nicht von heute auf morgen. Unten stehend finden Sie einige Gedanken zu dem Thema Trennung und Scheidung wegen Krankheit, die Ihnen vielleicht einige Anregungen geben und Trost spenden können, wenn Sie sich in einer solchen schwierigen Lage befinden.

Das Wichtigste über Trennung und Scheidung wegen Krankheit für Sie:

  • Die Erkrankung eines Partners ist eine erheblich Belastung für die betroffene Person, als auch für die Nahestehenden.
  • Gedanken über eine Trennung oder Scheidung sind normal, schließlich handelt es sich um eine Situation, die Ihr Leben maßgeblich beeinflussen kann.
  • Kinder können einerseits mit Krankheiten besser umgehen, andererseits können Krankheiten auch eine Gefahr für deren Wohlbefinden darstellen.
  • Die Schwere der Krankheit ist ein Faktor, den es zu bedenken gilt, wenn eine Trennung wegen Krankheit erwogen wird.
  • Die Frage, ob eine Trennung bzw. Scheidung wegen Krankheit notwendig ist, können nur Sie selbst beantworten. Niemand hat das Recht, Sie deswegen zu verurteilen.
  • Ein Leben mit Krankheit heißt nicht, dass Sie nicht glücklich sein können. Alles ist eine Frage der Organisation und Prioritätensetzung.
  • Wer in einer Krise steckt, sollte nicht damit zögern, sich Hilfe von außen zu suchen.
  • Eine Krankheit kann auch eine Gelegenheit sein, die Beziehung auf eine andere Ebene zu bringen und ein tiefes Gefühl der Verbundenheit schaffen.

Was bedeutet eine Krankheit für eine Partnerschaft?

Kranksein ist für die meisten Menschen ein Befinden, das sie am liebsten vermeiden möchten. Verständlich. Es ist mit Schmerzen und erheblichen Einschränkungen verbunden. Aber nicht nur für die Kranken ist dieser Zustand unerträglich. Auch die Menschen, die Ihnen Nahe stehen, leiden. Vor allem innerhalb einer Beziehung oder Ehe braucht es einen hohen Kraftaufwand von beiden Seiten, um eine dermaßen schwierige Zeit gemeinsam durchzustehen. Viele Partnerschaften durchlaufen dabei unterschiedliche Phasen. Von der Diagnose, über diverse Behandlungsmethoden, hin zur Heilung oder im schlimmsten Fall dem Tod. Es kann sich um einen langwierigen Weg handeln oder in sehr kurzer Zeit abgeschlossen sein. Angehörige müssen sich dabei einerseits um den Partner kümmern, andererseits auch mit der eigenen psychischen Verfassung klarkommen. Oft versuchen diese, Stärke zu zeigen, um dem Partner aufzumuntern. Dabei leiden sie doppelt. Sie sind in ständiger Sorge um den Partner und gleichzeitig unterdrücken sie eigene Bedürfnisse. Dazu kommen eventuell Schuldgefühle, die sich aufgrund von Trennungsgedanken einstellen.

Sind Gedanken an eine Trennung bzw. Scheidung wegen Krankheit verwerflich?

Wenn Sie derzeit in der Situation sind, dass Ihr Partner an einer schweren Krankheit leidet oder eine Diagnose erhalten hat, die Ihr Leben verändern wird, werden Ihnen vielleicht früher oder später Trennungsgedanken in den Kopf kommen. Falls Sie sich deshalb ein schlechtes Gewissen machen, sollte Ihnen Eines klar sein: Es ist völlig legitim und normal, sich selbst zu fragen, ob man eine Beziehung aufgrund einer schweren Krankheit noch weiter führen möchte. Eine Krankheit, ob physisch oder psychisch ist ein schwerer Einschnitt in das Leben Ihres Partners, aber auch in Ihr Leben. Vor allem junge Menschen stellen sich vielleicht die Frage, ob Sie bereit sind, ihr Leben ganz auf das einer anderen Person auszurichten. Aber auch bereits seit langem Verheiratete können vielleicht feststellen, dass sie den Partner gar nicht genug lieben um „bis das der Tod uns scheidet“ auszuharren. All dies sind Überlegungen, die Sie nicht verdrängen, sondern bearbeiten sollten. Am besten im Gespräch mit einer Person Ihres Vertrauens, in einer Selbsthilfegruppe oder mit einem Therapeuten.

Durch eine Krankheit verändern sich die Partnerschaft und die Partner selbst

Eine Krankheit kann eine Beziehung wachsen lassen oder diese zerstören.

Eine Krankheit kann eine Beziehung wachsen lassen oder diese zerstören.

Eine Krankheit kann eine Beziehung wachsen lassen oder diese zerstören. Das hängt einerseits von der Schwere der Krankheit, aber auch von der Art und Weise, wie beide mit dieser umgehen, ab. Sicher ist jedoch, dass die Erkrankung und deren Begleitumstände die Beziehung verändern werden. Und auch alle daran Beteiligten. Zum einen stehen vielleicht Krankenhausaufenthalte an, Freizeitaktivitäten wie Urlaube oder Hobbies können nicht mehr aufrecht erhalten oder eine intensive Pflege muss gewährleistet werden. Zum anderen kann sich die Krankheit und deren Folgen auch auf die Persönlichkeit des Betroffenen auswirken.

Es kann Momente geben, die für beide neu und fremd sind. Vor allem aus Sicht des Kranken, aber auch aus Sicht der Person, die sich beispielsweise für deren Pflege einsetzt. Fragen nach der persönlichen Würde und wie diese innerhalb der Grenzen der Partnerschaft beibehalten werden kann, können auftauchen. Es kann zu ganz neuen Abhängigkeiten kommen, die in einigen Fällen der Beziehung zwischen Kleinkindern und ihren Eltern ähnelt. Wer beispielsweise mit einem an Multipler Sklerose diagnostizierten Menschen zusammen ist, wird sich unter Umständen darum kümmern müssen, den Partner zu füttern oder zu wickeln. Das kann für beide eine liebevolle Handlung darstellen, die die Verbindung zueinander stärkt, kann aber auch eine Belastung sein, der beide nicht wirklich gewachsen sind. Es kann zu einer schweren Krise auswachsen, die für die pflegende Person selbst zur Gefahr werden kann.

Wer an einer solchen Situation zu zerbrechen droht, sieht oft eine Trennung wegen Krankheit als einzigen Ausweg.

Selbstschutz ist Grund genug, um eine Trennung wegen Krankheit in Erwägung zu ziehen

Eine schwere Erkrankung kann zusätzliche psychosomatische Symptome auslösen. Es kann beispielsweise zu einer depressiven Phase kommen. Hier ziehen sich die Betroffenen in sich selbst zurück, meiden soziale Kontakte oder lehnen sich selbst und ihr Umfeld komplett ab. Eine Krankheit kann einen Menschen zeichnen, ihn verbittert, negativ und ungewollt böse werden lassen. Es kann vorkommen, dass diese Menschen einen Schutzwall um sich errichten und niemanden mehr an sich heranlassen. Das kann natürlich für die Nahestehenden eine harte Belastung darstellen. Es ist in einer solchen Situation äußerst schwierig, über einen sehr langen Zeitraum Gefühle wie Zuneigung und Verständnis aufzubringen. Auch wenn Kinder involviert sind, ist dieser Zustand für diese sehr leidvoll. Durch professionellen Beistand kann sich dieser Zustand auch wieder verändern und die Phase abklingen. Ist die Liebe zwischen Ihnen stark und Ihre Geduld groß, kann es sein, dass die Beziehung hält und sich der Zustand Ihres Partners mit der Zeit normalisiert. Wenn jedoch keine Besserung eintritt und der Zustand über Monate oder sogar Jahre anhält, kann das zum Zerbrechen der Partnerschaft beitragen. Vor allem, wenn die Kranken keine Hilfe annehmen wollen. Wenn man selbst und die Familie jahrelang leiden, kann es besser sein, eine Trennung wegen Krankheit einzuleiten. Dabei sollten Sie sich unbedingt mit anderen Personen absprechen! Beziehen Sie ein weites Umfeld mit ein und suchen Sie auf jeden Fall professionelle Hilfe.

Wenn Sie gemeinsame Kinder haben

Kinder sind einerseits besser in der Lage, Krankheiten in der Familie zu verarbeiten. Sie wachsen oft auf ganz natürlich Weise zu besonders einfühlsamen Wesen heran, die emphatisch mit sich und der Umwelt sind. Vor allem dann, wenn sich beide Elternteile Zeit nehmen, um dem Kind in der schweren Zeit beiseite zu stehen. Für diese werden Krankheiten zu einer normalen Lebenserscheinung. Sie können oft gar nicht verstehen, weshalb andere sie bemitleiden. Andererseits gibt es auch Situationen, in denen beide Elternteile so überlastet sind, dass dem Kind nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet werden kann. Vor allem ganz kleine Kinder können dadurch in ihrer psycho-sozialen Entwicklung beeinträchtigt werden. Dagegen helfen andere Familienmitglieder, die Aufgaben innerhalb der Familie abnehmen können oder auch ganz Außenstehende, die sich um das Wohlergehen des Kindes kümmern. Wenn Sie jedoch sehen, dass Ihr Kind Gefahr läuft, selbst krank zu werden, weil es nicht mit dem Stress in der Familie umgehen kann, ist eine Trennung wegen Krankheit vielleicht eine Erwägung wert.

Expertentipp:

In Familien, in denen beispielweise ein Mitglied im Endstadion von Alzheimer steckt und das gemeinsame Kind in gefährliche Situationen bringt, sollten zumindest gewisse Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, die eventuell auch eine räumliche Trennung mit sich ziehen.

Wie krank ist der Partner?

Ein weiterer Punkt, der abzuwägen ist, ist die Schwere der Krankheit. Handelt es sich um eine Erkrankung, deren Heilungsquote gering ist? Wie lange wird der Krankheitsprozess dauern? Wie viel Pflege muss aufgewendet werden? Wie ist der Verlauf der Krankheit? Wenn der Partner bereits seit längerem im Koma liegt und die Chancen auf eine Heilung äußerst gering sind, ist es verständlich, wenn der gesunde Partner hier einen Ausweg sucht. Mitleid stellt keine Basis für eine Partnerschaft dar. Das muss nicht gleich heißen, dass man keinen Kontakt mehr hat und den Menschen nicht mehr im Krankenhaus besuchen kommt. Vielleicht ist es möglich, andere Wege zu finden. Sie können Ihren Partner weiterhin lieben und für diesen sorgen, aber gleichzeitig eine neue Beziehung beginnen. Der neue Partner muss dazu natürlich bereit sein, denn auch für diesen kann dies belastend sein.

Wenn die Heilungschancen hingegen gut stehen, ist die Frage nach einer Trennung wegen Krankheit vielleicht gar nicht wirklich präsent. Ist sie es doch, seien Sie sich gewiss, dass es normal ist, diese Gedanken zu hegen.

Ist eine Trennung bzw. Scheidung wegen Krankheit fair?

Wer mit einer schwerkranken Person zusammen ist und Trennungsgedanken hegt, wird sich vielleicht fragen, ob eine Trennung wegen Krankheit wirklich fair ist? Schließlich hat man sich das Versprechen gegeben ,zueinander zu halten und gemeinsam durch dick und dünn zu gehen. Wird man dem kranken Partner damit noch mehr weh tun? Ist man nicht verantwortlich für den Partner? Leben wir nicht sowieso schon in einer oberflächlichen Welt voller Egoismus und Selbstsucht? Diese Fragen werden sowohl von den Betroffenen als auch von Außenstehenden geäußert werden. Und sie sind nicht einfach zu beantworten. Nur Sie selbst entscheiden über Ihr Leben. Niemand kann Ihnen zumuten, ein Leben zu leben, dass Sie zutiefst unglücklich macht. Niemand kann beispielsweise von einem jungen Menschen erwarten, die Familienplanung aufzugeben, jahrelang einen Menschen zu pflegen oder kein Sexleben mehr zu haben. Niemand kann dafür verurteilt werden, dass die Liebe zu einem anderen Menschen nicht stark genug ist oder die Umstände so schwierig sind, dass es nicht mehr aushaltbar ist. Es ist keine Frage der Fairness. Es ist eine Frage, die außerhalb jeglicher Moral steht. Wer Ihnen versucht, etwas anderes einzureden, meint es nicht wirklich gut mit Ihnen. Niemandem steht es zu, Sie zu richten, denn nur Sie selbst müssen mit den Konsequenzen Ihrer Handlungen leben. Es ist deshalb eine Frage, die nur Sie sich selbst beantworten können.

Ist ein normales Leben mit Krankheit möglich?

Wer zusammen bleibt, steht vor der Herausforderung, dass gemeinsame Leben anders zu organisieren. Es kann notwendig sein, die Wohnung umzugestalten oder ganz umzubauen. Bisher ausgeübte Hobbies müssen eventuell teilweise oder ganz aufgegeben werden. Es ist eine Frage der Offenheit für Alternativen. Vielleicht müssen Sie sich nun andere Menschen suchen, mit denen Sie Urlaube verbringen oder Tennis spielen gehen können. Vielleicht finden Sie auch neue Aktivitäten, die Sie gemeinsam erleben können. Es gibt viele Möglichkeiten ein Leben trotz Krankheit zu genießen.

Sich Hilfe von außen suchen

Essentiell ist es zu wissen, dass Sie nicht alleine dastehen mit Ihren Problemen. Es gibt in jeder Stadt Einrichtungen, die Ihnen zur Seite stehen. Sei es, dass Sie sich einer Selbsthilfegruppe anschließen oder sich eine zusätzliche Pflegekraft hinzuholen. Sie müssen diese Zeit nicht alleine durchstehen. Auch Familie und Freunde werden Ihnen helfen, wenn Sie dies möchten. Sie können sich dabei im Vorfeld Ihrer Entscheidung bereits an Beratungsstellen wenden oder auch bei der Umstellung Ihres Lebensmittelpunktes.

Eine Krankheit kann eine Chance für eine Beziehung darstellen

Eine Krankheit kann eine Gelegenheit für beide Partner sein, zu wachsen und die Beziehung auf eine ganz neue Ebene zu stellen. Es gibt viele Beispiele von Menschen, die Ihre Partner durch schwere Krankheiten hindurch begleitet haben - manche bis hin zum Tod. Die meisten berichten, dass dies ihnen Kraft gegeben hat und sie denselben Weg noch einmal gehen würden. Eine Erkrankung öffnet eine Partnerschaft, verhilft zu profunder Kommunikation und verstärkt die Beziehung. Eine Liebe, die eine schwere Zeit übersteht, ist wirklich für die Ewigkeit geschaffen und wahrscheinlich eine der schönsten Erfahrungen, die ein Mensch durchleben kann.

Kranke Menschen kommen oft zum Halt, blicken plötzlich von einem andern Blickwinkel auf ihr Leben und gewichten Dinge anders. Menschen, die zuvor viel gearbeitet und alles andere vernachlässigt haben, wenden sich liebevoll ihrer Familie zu. Zentrale Themen des Lebens rücken in den Vordergrund und tiefe Beziehungen werden plötzlich greifbar. Dadurch, dass die Fragilität des Lebens mit einem mal so deutlich wird, können ganz andere Themen im zwischenmenschlichen Bereich wichtig werden. Dinge, über die man jahrelang nicht gesprochen hat, können bearbeitet werden. Paare, die in schweren Zeiten zusammenhalten, lieben sich bedingungslos. Das kann tatsächlich glücklich machen, obwohl der Weg steinig und schwer ist. Aber weder alle Menschen, noch alle Beziehungen sind dafür geschaffen, durch eine solch schwierige Zeit zu gehen.

Angelegenheit, die Sie regeln sollten

Eine schwere Diagnose ist zunächst einmal ein schwerer Schock. Vor allem, wenn die Möglichkeit besteht, dass das Leiden zum Tod führen kann. Wahrscheinlich werden Sie diese Gedanken verdrängen und sich auch mit Ihrem Partner zunächst nicht über den schlimmsten Fall auseinandersetzen wollen. Aber früher oder später ist es wichtig, sich auch über solche Fragen Gedanken zu machen. Was ist, wenn es dem Partner so schlecht geht, dass er keine Entscheidungen mehr treffen kann.

Sie sollten sich rechtzeitig mit rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten befassen. Eine Patientenverfügung kann Ihnen beispielsweise Entscheidungen abnehmen, die allein zu treffen äußerst belastend sein können. Auch die Frage, wie der Nachlass geregelt sein sollte, ist zu klären. Dieser Prozess ist nicht einfach, aber dringend notwendig. Sobald sie diese Dinge geklärt haben, werden Sie sich wesentlich beruhigter fühlen. Aber auch Ihr Partner kann vielleicht beruhigter schlafen, wenn gewisse Angelegenheiten reguliert sind. Und Sie müssen auch beachten, dass nach einem Dahinscheiden Ihres geliebten Menschen Ihr Leben weiter gehen wird. Und gerade wenn Sie aufgrund der Krankheit nicht in der Lage waren, einer geregelten Arbeit nachzugehen, ist ein finanzielles Polster sicherlich eine gute Idee. Dann haben Sie nicht zusätzliche Sorgen, die sich um Ihre Existenz drehen. Auch wenn Ihnen bereits der Gedanke an ein solches Gespräch weh tut, bleiben Sie realistisch und fangen Sie an, sich darum zu kümmern.

Wenn Sie derjenige sind, der krank ist

Während sich das bisher Gesagte vor allem auf den gesunden Partner bezieht, sollen sich hier noch einige Zeilen zur Situation des Kranken selbst spiegeln. Auch die Erkrankten spielen sicherlich mit dem Gedanken an eine Trennung wegen Krankheit. Wer den Partner liebt und kennt, wird sich wahrscheinlich fragen, ob es gut ist, dessen Leben so eng an das eigene Schicksal zu knüpfen. Vielleicht kommt der Gedanke auf, dass es besser wäre, den Partner gehen zu lassen oder sogar von sich zu stoßen, damit derjenige wieder ein normales Leben führen kann. Diese Überlegungen sind verständlich, sollten aber nicht dazu führen, dass man den Anderen tatsächlich aus dem Leben ausschließt. Dadurch entstehen eventuell auf beiden Seiten viel tiefere Verletzungen als diejenigen, die durch die Krankheit entstanden sind. Bleiben Sie im Kontakt und vergessen Sie nicht, dass Ihr Gegenüber sich aus Liebe entschieden hat, bei Ihnen zu bleiben. Nehmen Sie dieses Geschenk an, denn es zeugt davon, dass Sie eine ganz besondere Beziehung führen.

Im Falle, dass Sie auf der Seite derer stehen, die eine Trennung wegen Krankheit zu verkraften haben, gilt es, sich genau anzusehen, weshalb der andere gegangen ist. Meistens ist es dem Partner nicht leicht gefallen, Sie in Ihrer Situation allein zu lassen. Vielleicht schaffen Sie es ja, sich in dessen Situation hineinzuversetzen und dadurch loszulassen. Eine Trennung bedeutet nicht, dass Sie als kranker Mensch nicht wertvoll sind. Es bedeutet lediglich, dass Sie und Ihr Partner nicht dafür bestimmt waren, einen gemeinsamen Weg zu gehen. Sorgen Sie dafür, dass Ihnen jemand zur Seite steht. Sei es ein Familienmitglied oder eine Person mit professionellem Hintergrund.

Expertentipp:

Egal, ob man sich trennt oder zusammen bleibt. Wichtig ist, dass man sich gegenseitigen Respekt aufzeigt und gut miteinander kommuniziert. Und meistens ist es auch mehr als sinnvoll, Dritte mit einzubeziehen.

Falls Sie sich derzeit auf einem so schwierigen Weg befinden, wünschen wir Ihnen und Ihren Liebsten alles erdenklich Gute.

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