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Wofür kann Trennungsunterhalt verlangt werden?

Der Trennungsunterhalt umfasst mehrere Teilbereiche. Der weniger verdienende Ehegatte kann für folgendes Unterhalt verlangen:

  • Unterhalt für den regelmäßigen Lebensbedarf wie Kleidung, Nahrung, Wohnen (Elementarunterhalt)
  • Kosten für Krankenversicherung, sofern der eine Ehegatte nicht über den anderen Ehegatten mitversichert ist (Krankenversicherungsunterhalt)
  • Kosten für eine Umschulung, Ausbildung oder Fortbildung (Ausbildungsbedingter Mehrbedarf)
  • Mehrkosten durch getrennte Wohnung und Haushalt (Trennungsbedingter Mehrbedarf)
  • Kosten für eine Altersvorsorge (Vorsorgeunterhalt)

Alle diese Teilbereiche des Trennungsunterhaltsanspruches hängen in der Höhe voneinander ab und können daher nicht einzeln und unabhängig voneinander geltend gemacht werden.

Expertentipp:

Wenn Trennungsunterhalt verlangt wird, sollte immer darauf geachtet werden, dass die Teilbereiche des Unterhaltsanspruchs gesondert geltend gemacht werden.

Wenn nur ein Trennungsunterhalt ohne nähere Bezeichnung der einzelnen Bestandteile gefordert wird, so kann später nicht der Unterhalt für einen Teilbereich für die Vergangenheit nachgefordert werden.

Praxisbeispiel:

Frau Juliane Huber geht zu ihrem Rechtsanwalt, da sie sich von ihrem Ehemann getrennt hat. Nach dem Gespräch kommen der Rechtsanwalt und Frau Juliane Huber überein, dass Trennungsunterhalt gefordert werden soll. Zugleich wird der Scheidungsantrag gefertigt. Der Rechtsanwalt gibt die Einkommen beider Ehegatten sowie die Anzahl der Kinder in sein Computerberechnungsprogramm ein und errechnet Frau Juliane Huber den Trennungsunterhalt.

Anschließend fordert sie Kunibert Huber auf, Trennungsunterhalt zu zahlen. Da er dies nicht freiwillig macht, wird er von Juliane Huber auf die Zahlung von Trennungsunterhalt verklagt. Der Scheidungsantrag ist bereits an Kunibert Huber zugestellt. In dem Urteil wird Frau Huber der Trennungsunterhalt zugesprochen.

Da Frau Huber pauschal von ihrem Ehemann Trennungsunterhalt gefordert hat, kann sie später nicht mehr Versorgungsunterhalt nachfordern. Wenn ihr also nach einem halben Jahr auffällt, dass sie auch die Kosten der Altersvorsorge hätte von ihm verlangen können, kann sie diese nicht mehr für die Vergangenheit, sondern nur noch für die Zukunft fordern.

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