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Bin ich verpflichtet, nach der Scheidung meinen Geburtsnamen wieder anzunehmen?

 
 

Für regen Gesprächsstoff rund um das Thema Namensänderung nach Scheidung hatten Altkanzler Gerhard Schröder und seine Ex-Frau Doris Schröder-Kopf gesorgt. Sie ließen sich nach 21 Jahren im Jahr 2018 Ehe scheiden. Doris Schröder-Kopf behielt ihren Doppelnamen. Altkanzler Gerhard Schröder heiratete kurz nach der Scheidung erneut. Seine Ehefrau trägt den Namen Soyeon Schröder-Kim. Angeblich soll Altkanzler Gerhard Schröder in einem privaten Gespräch im Jahr 2019 von seiner Ex-Ehefrau Doris Schröder-Kopf gefordert haben, den Ehenamen wieder abzulegen, da dieser Name nur seiner aktuellen Ehefrau vorbehalten sei. Diese Aussage wurde von Altkanzler Gerhard Schröder bestritten. Unabhängig vom tatsächlichen Gesprächsverlauf, stellt sich die Frage, ob es eine Pflicht zur Wiederannahme des Geburtsnamens nach der Scheidung gibt.

Wie ist die rechtliche Lage?

Rechtlich kann die angebliche Aussage des Altkanzlers nicht überzeugen, denn es existiert kein alleiniges Anrecht des aktuellen Ehepartners auf den Familiennamen. Auch die geschiedene Ex-Ehepartnerin bzw. der geschiedene Ex-Ehepartner, hat keinen Einfluss darauf, ob der Ehename fortgeführt wird oder nicht. Denn eine Scheidung hat keine Auswirkungen auf die Namen des geschiedenen Ehepaars. In § 1355 Absatz 5 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ist festgelegt, dass verwitwete oder geschiedene Ehepartner ihren Ehenamen behalten. Beide können den Ehenamen also weiterführen, wenn sie möchten. Es besteht keine Pflicht, den angenommenen Ehenamen wieder abzulegen und wieder den Geburtsnamen anzunehmen. Die Ex-Ehepartnerin bzw. der Ex-Ehepartner kann daher nicht verlangen, den Geburtsnamen wieder anzunehmen – ob sie bzw. er erneut geheiratet hat oder nicht, spielt keine Rolle. Im Fall des Altkanzlers bedeutet das: Doris Schröder-Kopf kann den Namen weiterführen, wenn sie dies wünscht.

Sonderfall: Klausel zum Namensverzicht im Ehevertrag

Etwas anderes würde allenfalls dann gelten, wenn das Ehepaar im Ehevertrag den Namensverzicht nach der Scheidung vereinbart hätte. Eine solche Vereinbarung ist rechtlich zulässig und wurde gar vom Bundesgerichtshof (BGH) im Jahr 2008 bestätigt. In dem zugrunde liegenden Fall hatte das Paar vereinbart, dass der Mann im Falle der Scheidung den gemeinsamen Ehenamen wieder aufgeben und seinen früheren Namen wieder annehmen muss. Der BGH bestätigte die Klausel als zulässig, sodass der Mann verpflichtet war, den Ehenamen abzulegen und seinen früheren Namen wieder anzunehmen.

Geburtsnamen nach der Scheidung wieder annehmen

Ob Sie sich nach der Scheidung freiwillig dafür entscheiden, oder aufgrund einer Vereinbarung im Ehevertrag dazu verpflichtet sind, unterliegt Ihre Namensänderung stets den Vorgaben des Namensänderungsgesetzes (NamÄndG). Mit der Scheidung liegt ein wichtiger Grund für die Namensänderung vor, der vom NamÄndG verlangt wird. Um Ihren Namen zu ändern, müssen Sie einen Antrag beim für Sie zuständigen Standesamt stellen. Zuständig ist das Standesamt, in dessen Bezirk Sie Ihren Wohnsitz oder Ihren dauerhaften Aufenthalt haben. Dem Antrag sind weitere Unterlagen beizufügen. Es werden ein aktueller und gültiger Ausweis, sowie Geburtsurkunde des Antragstellers und Ehe- sowie Scheidungsurkunde benötigt. Die genaue Bearbeitungszeit variiert je nach Auslastung und internem Aufwand des jeweiligen Standesamtes.

Alles in allem

Einen gemeinsamen Ehenamen zu wählen ist eine schöne Geste der Zusammengehörigkeit. Doch auch diese Entscheidung sollte wohlüberlegt sein. Wie der Fall des Altkanzlers Gerhard Schröder zeigt, kann der Ehename nach der Scheidung nicht einfach wieder zurückgefordert werden. Wer Wert darauf legt, dass der Ehename nicht von der Ex-Ehepartnerin bzw. dem Ex-Ehepartner weitergeführt werden soll, sollte dies vorab im Ehevertrag festhalten.

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